Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 5 (14.2.1890)
- Date
- 1890-02-14
- Page
- Seite 73 (sequence 8)
- Language
- German
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von 3530 Mark und 5 Studirende einmalig mit 1370 Mark anterstützt und also 4800 Mark f^r ihre speziellen Zwecke verwendet: Die ebenfall» vom Borstande, jedoch nach einem besondere Statut verwbltete Emst Reichenheim»Stiftung für Maler hat. im Jahre 1889 ein Stipendium von MO Mark bewilligt. Der Grsammtbetrag der vom HllfSverein im Jahre 1889 gezahlten Unterstützungen beträgt demnach 18,645 Mark, und mit Hinzurechnung der Zweigstistung für Akademiker von 4800 Mark, sowie de» Ernst Reichenheim-StipendiumS . für Maler von 600 Mark, im-Ganzen 24,045 Mark gegen 26.112 Mark im Jahre 1888, Wa» schließlich die Rückzahlungen betrifft, so ist bei diesen ein bedeutender. Rückgang gegenüber den letzten beiden Jahren zu beklagen. Während dieselben im Jahre. 1867 4023 Mark und im Jahre 1888 6683 Mark betmgen, sind im überlaufenen Jahr nur 2774 Mark an Rückzahlungen geleistet worden. Die beigegebene BermögenSüberficht de» Verein» und der zu ihm gehörigen Stiftung ergiebt einen Bestaub von 236,496 Mk. fl8 Pf. KSreSla«, 7. Febmar. Da»jüdisch.theologische Se» mina r beging am 27. Januar zum sechSunddreißigsten Male die Gedächtnißfeier für seinen Stifter, den verewigten Kommerzienrath Jona» Fraenckel. ES darf mit Befriedigung auf die Anerkennung seiner Wirksamkeit auch im abgelaufenen Jahre zurückblicken. Obgleich jetzt nur Studirende oder solche, welche ihre Studien bereit» vollendet haben, da» Seminar besuchen, so ist doch die Zahl seiner Zuhörer in stetigem WachSthume begriffen. Im April 1889 traten drei neue Hörer ein. Bon . den 46 Zuhörern de» Sommersemesters wurden drei noch vor dem Abschluffe ihrer RabbinatSprüfung in amtliche Stellungen berufen und kehrte Einer, der eigentlich der LandeSrabbinerschule in Budapest angehört, nach dem Ablaufe zweier Semester, ebendahin wieder zurück. E» verblieben also 42 für da» Wintersemester. Hierzu traten bei der Aufnahmeprüfung in deffen Beginn 13 neue hinzu. Die Eintrrtenden , wurden größtentheilS ordnungsmäßig al» Seminaristen auf. . genommen, die übrigen al» Hospitanten bi» zu ihrer vollständigen Vorbereitung zugelassen. ES gehören also gegen» würtig 55 Zuhörer dem Seminar an. Da» Vertrauen der Gemeinden zu der Wirksamkeit de» Seminar» fand erneuten Ausdruck in der Berufung seiner ehemaligen oder erst noch zu entlassenden Jünger. ES wurden berufen: Dr. Richard Grünfeld alS Rabbiner in Bingen, Dr, MoseS Krakauer, früher in Lauenburg (Pommern), als Rabbiner in Leobschütz. Dr. Adolf PoSnanSky al» Rabbiner in Reichenberg (Böhmen), Dr. Bernhard ZimmelS als Rabbiner in St. Pölten (Mederösterreich), Dr. C. Selig mann als Prediger der Tempelgemeinde in Hamburg, Dr. M. Goldberg als Rabbiner in Horitz (Böhmen), Dr. Berthold Einstein als RabbinatS-Stellvertreter ht Heilbronn (Württemberg), bis er im Oktober zum HeereSdieuste einberufen -wurde. Doch auch ein schmerzlicher Verlust ist auS dem abgelaufenen Jahr« zu verzeichnen. Dr. Mark Sebök (Schönberger) au» JaSzfalu in Ungarn, geb. 26. April 18M, am 27. Januar 1889 mit dem RabbinatSdiplom entlassen, verstarb nach längerem Leiden am 19. September desselben Jahres in Budapest. Sein reiche» Wissen, seine Bescheidenheit und Gottesfurcht, sowie sein edler Charakter sichern ihm ein bleibende» Gedächtuiß bei Allen, die ihn gekannt und nach Berdtenst gewürdigt haben. Im Einzelnen ist zur Geschichte deS Seminars im Jahre 1889 Folgendes anzuführen. Am 27. Januar, dem Geburtstage Sr. Majestät. des Kaiser» und gleichzeitigen Todestage de» Stifters, wurde die herkömmliche "Gedenkfeier so begangen, daß da» mehrstimmig vorgetragene Königsgebet vorangestellt und die Bedeutung de« TageS für da» deutsche Vaterland zunächst hervorgehoben ward, worauf die Rede sich der besonderen Seminarfeier zuwendete. Dr. Zuckermann hielt die Gedächtnißrede. Hieran schloß sich die feierliche Entlassung der geprüften Kandidaten Dr. Richard Grünfeld, Dr. Adolf PoSnanSky, Dr. Mark Sebök (Schönberger) und Dr. Bernhard ZimmelS, unter Ueberreichung der RabbinatSdiplome, durch den Seminar-Rabbiner Dr. Israel Lewy. Dann sprach Dr. Grünfeld AbfchiedSworte an die Lehrer und die Studiengenoffen im eigenen und in seiner Kollegen Namen. Die für daS vorangegangene Jahr gestellte historische Aufgabe zur Bewerbung um den Joseph Lehmann'schen Preis, hatte keintn Bearbeiter gefunden. Die Preisaufgabe für daS ebeq abgelaufene Jahr lautet«: „Darstellung und Beuttheilung der Ethik deS Saadia den Joseph." E» sind zwei Bearbeitungen des Gegenstandes eingegangen. Das Ergebniß der Bewerbungen ist auch in diefemJahre öffentlich verkündigt worden. Den Preis erhielt »tack. phi). David Rau. Am 9. Februar 1889 beging das Seminar die Gedächtnißfrier für den verewigten Direktor Dr. Z. Frankel. Die 'Festrede wurde von Dr. B. ZimmelS gehalten. Am 9. März fand eine Feier zum Gedächtniß de» verewigten Kaisers Wilhelm I. im Anschluffe an den MorgengotteSdienst in der Seminarsynagoge statt. Am 23. Apttl, dem letzten Tage de» PeffachfesteS, schloß sich dem üblichen Seelengedächtniffe eine Gedenkfeier für den verewigten Direktor Dr. LazaruS an. Rm 5. September überreichten die in Breslau anwesenden Mitglieder deS Lehrer-KollegiumS in deffen Namen eine Glückwunsch-Adresse an Herrn Ewdtrath H. Milch, um demselben zu seinem 25jährigen Jubiläum al» Kurator der Kommerzienrath Fraencktlschen Stiftungen zu gratuliren. Am 30. September legte Dr. B. Zuckermann, laut § 3 de» Regulativ» für die Befugnisse de« Lehrer-Kollegium» vom 3. November 1882. den Vorsitz im Lehrerkollegium nieder, welchen sodann Herr Dr. D. Rosin am I. Oktober übernahm. Am VersöhnungStage, der auf den 5. Oktober fiel, wurde in der Predigt vor der üblichen Seeleofeier das Andenken des verewigten Seminar - Rabbiners Dr. David Joöl besonder» hervorgehoben. Die Predigt hiett Dr. C. Josephsohn. Ferner wurde am 11. Januar im Anschlüsse an den Morgeugotte»- dienst eine Gedächtnißfeier für die verewigtr Kaiserin Augusta in der Seminarsynagoge begangen. Bei der diesjährigen Gedächtnißfeier am 27. Januar ist der Kandidat Dr. Mose»