Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 5 (14.2.1890)
- Date
- 1890-02-14
- Page
- Seite 74 (sequence 9)
- Language
- German
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74 Goldberg, nachdem er die theologisch»wissenschaftliche und die talmudisch - rabbinischc Prüfung vorschriftsmäßig bestanden hat, entlassen worden. Derselbe ist bereits als Rabbiner nach Horte (Böhmen) berufen. Zwei andere Kandidaten des abgelaufenen Jahre» wurden nach Ablegung der ersten Prüfung zum Heeresdienste am 1. Oktober eingezogen. Zu den fuüdirten Legaten sind in diesem Jahre hinzugekommen: . a) eine Stiftung von 350 Mark von Herrn David Hochstädter in Frankfurts- M. zum Andenken' an seinen am 9. Dezember 1888 (5. Lebet 5649) verstorbenen Vater, Herrn Rabbiner Dr. Benjamin Höchstädter in EmS; b) eine Stiftung von 150 Mark von Herrn Jakob Singer aus LaSkvwitz bei Ohlau zum Andenken an feinen am 18. November 1889 <24. Marcheschwan 5650) verstorbenen Verwandten, Herrn Salomon Kn och in BreSlau. Außer den au» fundtrten Legaten fließenden Stipendien erhielten auch im vergangenen Jahre mehrere Seminaristen Förderung und Anerkennung durch Zuwendung von Stipendien hiesiger und auswärtiger Stiftungen^ und Gemeindrvorstände. Dem Jahresberichte des Seminars, dem wir obige Daten entnehmen, geht eine gelehrte Schrift von Dr. B. Zuckermann voran: „Die astronomischen Grundlagen der tabellarischen Beigabe in den jüdischen Kalendern." * Trier, 6. Februar. Den vielfachen Klage», welche aus unserem RegiemugSbezirke. seit Jahrzehnten in die Oeffentlichkeit gedrungen sind, scheint jetzt endlich Abhilfe geschafft werden zu sollen. Mehr als vier Jahrzehnt« sind vergangen, seitdem daS Gesetz über die Bildung der Synagogengemeinden in Preußen erlaffen worden ist. und bis vor sehr kurzer Zeit war iw Trierischen nur in drei Kreisen, nämlich Triers Mrrzig und Ottweiler, von der Regierung' zUr Ausführung der gesetzlichen Bestimmungen geschritten worden. Alle übrigen Gemeinden der Bezirk» entbehrten der KorporationSrechte und waren hierdurch mancherlei Unannehmlichkeiten und Chikanen der OrtSbehörden ausgesetzt. So ist uns ein Fall noch in ftischer Erinnerung, wo ein gestrenger Herr Bürgermeister, als er eine neue Stadt mit den Segnungen seiner Amtsführung zu beglücken begann, flug» in einem Anfall der modernen geistigen Epidemie die .jüdische Gemeinschaft de» OrteS unter das BereinSgesetz zu stellen begann und die gottesdienstlichen Versammlungen im Bethau» für anmeldepflichttg erklärte. Wenn auch die Rektifizirung seiten» der Vorgesetzten Behörde nicht lange auf sich warten ließ, so zeigte doch dieser Fall, zu welchen Konsequenzen der Mangel eine» geordneten gesetzlichen Zustande» führen kann und hat zu vielfacher Erneuerung der Gesuche unserer Gemeinde um Verleihung der Gemeinderechte geführt. .Ein solche» Gesuch der Jfraeltten in Neumagen fft nunmehr, wie wir hören, in zustimmendem Sinne erledigt worden. Die neue Synagogengemeinde wird die Orte Neumagen und Niederemmel umfassen. Hoffentlich^haben wir bald von gleichen Erfolgen an anderen Plätzen zu berichten. DreSdr». 6.Februar. Im hiesigen „Brüderverein" hat Herr AlphonS Levy aus Freiberg i. S. einen interessanten und lehrreichen Bortrag über „Philalethe», ein Fürst und Weiser al» Vorkämpfer für die Emanzipatton der sächsischen Juden", gehalten. * Müuche», 2. Februar. Der Borstand der hiesigen KultuSgemeiade als Verwaltung dn israelttischen Waisenstiftung veröffentlicht den RechmmgSbericht dieser Sttftung für da» Jahr 1889. Derselbe weist ein Kapitalvermögen von 135,480 M. 58 Pf. nach. Für Erziehungsbeiträge wurden 2450 M. verausgabt. Unter den Einnahmen von 13,225 M. 40 Pf. befinden sich 8 Legate, darunter eine» der seligen Frau Caroline von Hirsch in Höhe von 7000 M. Oesterreich-Ungarn. Wien, 5. Februar. Der Vorstand der israelittschen Kultusgemeinde , in Wien hat sich im Jahre 1890 in folgender Weise konstituirt: Präses: Herr Arminio Cohn, PräftSrStellvertreter: Herr Heinrich Klinger und die Vorstandsmitglieder: Herren Michael Biach, Jacob BrandeiS, Salo Cohn^ Max Fleischer, Theodor Ritter v. Goldschmidt, Dr. Josef Grünfeld, Wilhelm Ritter v. Gutmann, Samuel Ritter ». Hahn, Josef Hieldburghäussrr, Moriz KarpeleS, Dr. Gustav Kohn, Josef M.'Ritter v. Pfeiffer, Gustav Simon, Dr. Adolf Steir^Dr. Maximilian Steiner. Dr. Alfted Stern, Wilhikm Stiaßny, Philipp Tor sch. Eintheilung des Vorstandes nach Sekttonen. Sektion l (für Bethäuser, sonstige tttuelle Angelegenheiten, Häuser-Administratton und Bauwesen). Obmann: Herr Josef Hieldburghäusser, Obmann-Stellvertreter: Herr Michael Biach und die Herren: Jacob BrandeiS, Salo Cohn, Max Fleischer, Dr. Gustav Kohn, Wilhelm Stiaßny. Sektion ll (für Unterrichtswesen). Obmann: Herr Wilhelm Ritter v. Gutmann, Obmann-Stellvertreter: Herr Dr. Gustav Kohn und die Herren: Dr. Josef Grünfeld, Dr. Adolf Stein, Dr. Maximilian Steiner, Dr. Alfted Stern, Wilhelm Stiaßny. Sektion IN (für Spital und WohlthätigkeitS- Anstaüen). Obmann: Herr Gustav Simon, Obmann-Stellvertreter: Herr Philipp Torfch und die Herren: Michael Biach, Jacob BrandeiS, Theodor Ritter v. Goldschmidt, Dr. Josef Grünfeld, Samuel Ritter v. Hahn, Josef Hieldburghäusser, Mottz KarpeleS, Heinrich Klinger. Sektion IV (für Finanzen und Kontrole). Obmann: Herr Heinrich Klinger, Obmann-Stellvertreter: Herr Josef M. Ritter v. Pfeiffer und die Herren: Salo Cohn, Max Fleischer, Theodor Ritter v. Eoldschmidt, Wilhelm Ritter v. Gutmann, S. Ritter v. Hahn, Heinrich Klinger, Mory KarpeleS, Gustav Simon, Dr. Alfted Stern, Dr. Adolf Stein, Dr. Maximilian Steiner. Für die Agenden der Fttedhofverwaltung besteht ein. Comite. Obmann: Herr Wilhelm Stiaßny, Obmann-StePvertreter: Gustav Simon, Drlegirter des Vorstände» der Chewra- Kadifcha, und die Herren: Michael Biach. Theodor Ritter