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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-12-31 · Heft 53 (31.12.1897) · p. Seite 627

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 53 (31.12.1897)
Date
1897-12-31
Page
Seite 627 (sequence 3)
Language
German
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627 Berlin, Schriftsteller Dr. Eduard Jacobsohn, Berlin. Rechtsanwalt Arnold Busse, Berlin. Rechtsanwalt Dr. A. Heckscher, Kopenhagen. Rechtsanwalt Dr. H. Luzato, Görz. Bürgermeister I. Goldenring, Järotschin. Advokat und Hauptmann Wolff, Nancy. Chefredakteur George Davidsohn, Berlin. Oberstlieutenant Adolphe Worms, Paris. Hermann Haber, Breslau. Baronin Julie von Haber, Karlsruhe. E. L. Jacobson, Rotterdam. Präsident Jsaac Mayer, Metz. Simon Spiro, Ostrowo. Rabbiner Dr. E. Hoff, Proßnitz. Professor Salomon Deutsch, New-Aork. Fabrikbesitzer L. Schlesinger, Ratibor. Bankier Wilhelm Landeker, Thorn. Ascher Levy, Polzin. Marcus Fuchs, Breslau. Hofrath Josef Ritter von Pfeiffer, Wien Professor I. Sylvester, London. Justizrath Lazarus, Berlin. Rabbiner I. Großmann, New-Iork. Rabbinatspräses S. L. Brill, Budapest. General F. Salomon, Utah. Dr. S. Pollak, Budapest. Dr. A. Hyams, Bombay. Lieutenant M. Harris, Betschuanaland. Grenadier Julius Ollendörf, Nürnberg. Stadtrath R. Graf, Königsberg. Kommerzienrath Rudolf Herz, Weilburg. Stadtrath Dr. S. Freund, Prag. Maurermeister M. B. Straßmann, Berlin. M. Seelig, Schwedt a. O. N. I. Frankel, Kopenhagen. P. M. Oppenheim, Paris. Moritz L. Halm, Frankfurt a. M. Lehrer I. Heidungsfeld, Eisenach. Rabbinatsassessor I. Wodnansky, Prag. Rendant Nathan Cohn, Breslau. Kapitän Eduard Wertheimer, New-Iork. Attorney-General M. S. da Sylva Lindo in Äingstone. Dr. Max Marcus, Ruhrort. Dr. Julius Aron, Berlin. Barney-Barnato-London. Kommerzienrath A. Oppenheimer, Braunschweig. Dr. W. Fischhof, Budapest. Salomon Taub, Budapest. Adolf Fröhlich, Kattowitz. Abraham I. Friedländer , Cincinnati. Meyer Lehmann, New - Jork. Kapitän A. Cohn, New-Jork. H. Wolfsohn, Neustadt bei Pinne. Kommissionsrath Steinthal, Coswig. Jakob Meyer, Bonn. Dr. E. Friedlein, New-Jork. Louis Landsberg, Bojanowo. M. Gimpel, Rostock. Professor J.Toeplitz, Lissa. Frau Geheimrath Bertha Jaffö, Posen. Dr. A. von Ullmann, Budapest. R. I. Karger, Gartz. A. Cohn, Pirmasens. Lewis May, New-Aork. Philipp Schönbach, Goch, Dr. D. Löwi, Saatz. Rabbiner Dr. M. Deutsch, Wien. Dr. Josef Groß, Miskolcz. Dr. Adolf Roth, Lipto-Ujvar. Samuel Klärmann. Lemberg. Leon Landau, Paris. Konzertmeister Ludwig Bleuer, Berlin. L. Schwarz, Nürnberg. Leon Daniel, Jassy. W. Kohn, Pleß. A. Levi Alvares, Versailles. Lehrer Königsbacher, Rottweil. Emanuel Hart, New-Iork. Redakteur Max Horwitz, Berlin. Professor L. Auerbach, Breslau. Albert Bial, New-Iork. B. Lippmann, Koschmin. Schuldirektor M. Falk, Oran. Redakteur Alexander Bernheim, Buenos-Ayres. Frau Rabbiner Dr. B. Hirschfeld, Berlin. Sigmund Bensheimer, Mannheim. Paul Kuczynski, Berlin. Berthold Englisch, Wien. D. I. Seligmann, New-Iork. Malermeister M. Jacob, Berlin. S. Liebling, Mäkau. Rabbiner Samuel Habib, Tunis. Rabbiner Bloch, Hagemm. Moses de Lima, Amsterdam. Stadtrath G. Borchardt, Berlin. Sakimnm Stiebel, Eisenach. M. Nadel, Gumbinnen. Gerson Bloch, Bremen. Frau Rabbiner Heidenheim, Sondershausen. M. Reich, Posen. Dr. Otto Kerpal, Wien. Sektionschef Dr. M. Rubinsteiu, Wien. Rabbiner Epstein, St. Louis. I. Blumenthal, Berlin. Hofrath B. Pollini, Hamburg. Sanitätsrath Dr. Fließ, Bernburg. Kreisphysikus Dr. Rosenthal, Schwetz. A. E. Wertheim, Amsterdam. Rabbiner Sabbato Morais, New-Iork. Buchhändler Jakob B. Pascheles, Prag. Rabbiner Lazarus, Westhofen. Distriktsrabbiner S. Bamberger, Aschaffenburg. Major Benjamin, Bombay. Kapitän L. Levy, New-Iork. I. Mühsam,Schweidnitz. R. Reiß, Gollantsch. Professor I. Beck, Wien. Oberlehrer H Hertz, Kopenhagen. Adolf Löwe, Wien. Generalkonsul W. Schönlank, Berlin, und — achron achron chabib — Rabbiner Josef Weisse, Waag- Neustadtl, einer unserer ehrwürdigsten und gelehrtesten Rabbiner. Es ist eine lange Reihe von edlen Todten, die unsere Verlustliste für das Jahr 1897 aufzuweisen hat. Möge ihr Andenken und ihr Vorbild zum Segen sein für kommende Geschlechter. * Das neue Lehrerbesoldungsgesetz hat.bis jetzt eine Rückwirkung auf die nicht staatlich angestellten jüdischen Lehrer nicht gehabt. Zum. ersten Mal kommt jetzt ans der Rheinprovinz die erfreuliche Nachricht, daß die israelitische Gemeindevertretung in Aachen einstimmig die Neuregelung der Gehaltsverhältnisse der israelitischen Elementarlehrer nach der von der Stadt Aachen jüngst für die übrigen Lehrer aufgestellten Skala beschlossen hat. Möchte dieses nachahmungswerthe Beispiel nun auch wirklich Nachahmung finden in allen den jüdischen Gemeinden Preußens, die thatsächli ch in der Lage sind, die Gehaltsverhältnisse ihrer Lehrer aufzubessern. * Für das Verhältniß zwischen Juden und Tschechen ist ein Bericht von großem Jntereffe, der den „Verband tschechischer Juden", von dem in letzter Zeit oft die Rede war, in den Vordergrund rückt. Dieser Verband hat nun folgenden Aufruf erlassen: „Das tschechische Volk, das stets mit Stolz verkündet hat, daß es eines jener Kulturvölker sei, bei dem die ekelhaften Grundsätze des Antisemitismus keine Wurzel gefaßt haben; das mit Stolz darauf hinwies, daß es religiöse Unverträglichkeit nicht kenne, daß es zuerst auf dem Schlachtfelde für Gewissensfreiheit geblutet habe;, das selbst einen schweren Kampf für die Zuerkennung der Gleichberechtigung und der bürgerlichen Freiheiten führt, und das von sich selbst behauptet, daß es jede Freiheit zu schützen weiß: hat zugelassen, daß einige seiner aufgehetzten Schichten in unsere Wohnungen eingedrungen sind, unsere Gesundheit und unser Leben bedroht haben, unser Vermögen geplündert und geraubt und Niemanden geschont haben. Und wodurch, fragen wir, haben wir diesen Haß und Neid auf uns heraufbeschworen? Dezennien lang hat sich das tschechische Volk beklagt, daß unsere Glaubensgenossen kein Verständniß für seine Kämpfe und Bestrebungen haben und in diesem Kampfe in den Reihen seiner Feinde stehen. Wir haben diese berechtigten Beschwerden anerkannt und uns in eine Phalanx der Kämpfer für das Recht des tschechischen Volkes gestellt, bis es uns gelungen ist, eine zahlreiche Armee zu bilden, die bereits manchen Sieg errungen hat. Die Auflassung zahlreicher deutscher konfessioneller Schulen, das Beschicken tschechischer Schulen durch jüdische Kinder, die Einführung des tschechischen Gottesdienstes und der tschechischen Amtirung in jüdischen Kultusgemeinden, die Siege der Tschechen in vielen wichtigen Korporationen, in den Handelskammern von Prag, Pilsen und Budweis, die Eroberung der mit diesen Kammern verbundenen Reichsraths¬ und Landtagsmandate, die Zuführung der Reichsraths- und Landtagsmandate der Prager Josephstadt an die Tschechen und viele andere Erfolge der Tschechen sind die bemerkenswerthesten Ergebnisse unserer Thätigkeit. Und sonderbar! Statt einer Unterstützung dieser Arbeit, kehrt sich der Haß der aufgehetzten Massen auch gegen jene unserer Glaubensgenossen, die treu und ehrlich zu uns gehalten haben. Man kann sich den Zusammenhang dieser unerklärlichen Vorfälle nicht anders deuten, als daß Einzelne, welche Haß gegen uns hegen, die berechtigte Aufregung, welche durch den Sturz des Grafen Badeni, durch die an den tschechischen Minoritäten verübten Gewaltthaten und durch die Provokationen der Prager deutschen Studenten erzeugt wurde, benützt haben, um gegen uns zu Hetzen und uns an unserem Leben und Gut zu bedrohen. Es ist dies eine bedauernswerthe Erscheinung, die geeignet ist, unsere langjährigen Bestrebungen zu vernichten und zu lähmen. Diese Erscheinung wird unsere Thätigkeit nicht untergraben. Das Ziel, welches wir uns gesteckt haben, ist gerecht und edel. Wir werden unsere patriotische Sendung weiter erfüllen, so oft uns das Interesse des tschechischen Volkes in den Kampf rufen wird, ob nun die Ungunst der Zeit dort, wo wir Liebe und Frieden anstreben, Haß und Streit schmiede. Der Fortschritt der Moral und der wahren Nächstenliebe wird in kurzer Zeit die Hindernisse beseitigen, und dann wollen wir rein, mit dem vollen Bewußtsein dastehen, daß wir stets die Erziehung zur brüderlichen Einigung angeftrebt haben, die das endliche Ziel unserer Bestrebungen ist. Seid ruhig, fest und unermüdlich in Eurem ehrlichen Streben! Denn hierin erblicken wir die Garantien einer besseren Zukunft." Diesen Aufruf begründete Advokat Dr. Reiner in folgenden, leider sehr zutreffenden Worten: „Wir wollen dem tschechischen Volke zeigen, daß wir nicht vergelten wollen, was uns angethan wurde. Nicht das ganze tschechische Volk und nicht die herrschende Partei war es, die uns die Unbilden zufügte. (Ruse: Es waren doch Abgeordnete selbst, welche die Plünderer angeführt haben!) Es waren nur Einzelne, die uns haßten, die dies

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