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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-12-17 · Heft 51 (17.12.1897) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 51 (17.12.1897)
Date
1897-12-17
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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^LL'Ä 61. Latzrgang. Mr. 51. Lerün. 17. Dexember 1897.?Meilage zur „Allgemeinen Zeitung des IuöenLHums". Korrespondenzen und Nachrichten» Deutschland» £2 Berlin, 15 Dezember. Der geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Rabdinerverbandes hat an alle Mitglieder unterm 28. November das folgende Schreiben verschickt: Sehrgeehrter Herr- Kollege! Ich beehre mich. Ihnen mitzutheilen, daß der geschäftsführende Vorstand in seiner Sitzung, die am 23. November er. in Frankfurt 'a. M. stattfand, den Beschluß gefaßt hat, Ihre Zustimmung für den nachstehenden Antrag zu erbitten: In Erwägung, daß die Arbeiten der Kommissionen, welche der Centralausschuß in seiner Sitzung vom 11. Mai er. zur Förderung der in § 1 unseres Statuts erwähnten Zwecke eingesetzt hat, noch nicht zur Reife gediehen sind; in- Erwägung ferner, daß zahlreiche Kollegen sich über ihren Beitritt zum Verbände noch nicht geäußert haben und hierzu vorerst nochmals mit, der Bemerkung aufgefordert werden sollen, daß nur diejenigen Kollegen zur Generalversammlung.eingeladen werden können, welche ihren- Beitritt beim Schatzmeister (Werner-München) angemeldet haben; in Erwägung endlich, daß Hierzu die statutenmäßig festgesetzte Zeit {§ 13) nicht mehr ausreicht, soll die nächste Generalversammlung des Rabbineroerbandes in Deutschland erst Dienstag den 15. März 1898, Vormittags 10 Uhr, stattfinden. Als Gegenstände der Berathung sind außer den statutenmäßig vorgeschriebenen (ß 14). vorläufig in Aussicht genommen: a) Referat über den Zionismus, b) Stellung des Rabbiners in Deutschland, o) Gründung einer Relikten-Kasse, ä) Dimissoriale; Stellung der Halächa' zur Veterinärfrage, e) ein wissenschaftlicher Bortrag (dessen Thema vorher dem Vorstande bekannt gegeben werden muß, und dessen baldige Anmeldung sehr erwünscht ist). Mit der Bitte um baldgefällige.RückäußerWg begrüße ich Sie in kollegialer Ergebenheit, May.ba.uw-. .• va Berlin, 13. Dezember. Wir haben bereits mitgetheilt, daß die Mieths - Unterstützungs -Anstalt ' Ohel Jascharim ihr hundertjähriges Bestehen am 15. Januar 1898 durch eine Mustkaufführung in der Synagoge Lindenstraße feiert. Das Programm ist jetzt ' endlich festgestellt. Ihre gütige Mitwirkung habep zugesagt: Herr Professor Dr. Joachim, die Hofopernsängerin FräuleinHiedler, die Herren Heinrich Grünfeld, Ferdinand Schleicher und Hermann Deckert. Vormerkungen auf Eintrittskarten nehmen schon jetzt entgegen die Herren Gustav Löwenberg, Oranienburgerstraße 67, Moritz Heilmann, Oranienburger Straße 33, Oscar Rathenau, Bendlerstraße, Siegfried Sachs, Taubenstraße 7, Herrmann Lehmann, Viktoriastraße 13, Martin Lesser, Genthinerstraße 37, Emil Pineus, Hohenzollernstraße 4. L2 Berlin, 14. Dezember. Ueber die Ausführung, der den Bortrag des Herrn Professor E. Breslaur: „Giebt es altjüdische oder nationaljudische Melodien?" begleitenden Gesänge konnten wir nur als Laien urtheilen. Jetzt lesen wir meinem Mustkfachblatt, der „Deutschen Mustkerzeitung" Nr. 60, Folgendes darüber: „Von besonderem Interesse waren uns die den Vortrag erläuternden Gesänge. Wir.Hörten unter anderen die Melodie des durch Max Bruchs Bearbeitung in weiteren Kreisen bekannt gewordenen „Kol Nidre" in der uralten Form, sodann dieselbe Melodie mit den Worten des Psalms 130 in. einer geradezu vollendeten Ausführung durch. den unter Leitung des Herrn Professor Breslaur stehenden. Chor der jüdischen Reformgemeinde. Die a oapella vorgetragene Stelle: „Meine Seele hofft auf den Herrn" machte einen ergreifenden Eindruck. Auch die Ausführung der übrigen Gesänge, darunter die Komposition des Psalmes 137: „An Babels Flüssen" von E. Breslaur, ließ in Bezug auf Schönheit, des Klanges, feine dynamische Abstufung und Innigkeit des Ausdrucks keinen Wunsch unbefriedigt." Lp. Aus der Provinz Posen, im Dezember. . An Stelle'des alten Holzzaunes um die Synagoge in Miloslaw ist eine Mauer errichtet worden. Die Kosten des Baues, welche etwa 1500 Markv betragen, sind durch frei willige Spenden aufgebracht worden. Die Firma S^D. Jaffe in Posen, deren Inhaber aus der Gemeinde Miloslaw stammen, hat' das nicht unbedeutende Holzmaterial hierzu geliefert. — Der israelitische Rechtsanwalt Schacher in Kempen ist zum Notar ernannt worden. — Rentier Seelig Kallmann, ein achtbares Mitglied der. Synagogengemeinde in Kolmar i. P., ist plötzlich am Herzschlag gestorben. — Bei der jüngst stattgehabten Stadtverordnetenwahl in Schildb erg sind die Kaufleute M. Schwarz und Rindfleisch neu gewählt worden. — Kaufmann Gustav Kauf in Samter, langjähriger erster Vorsteher der dortigen Synagogen-Gemeinde, feierte kürzlich mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit, aus welchem Anlasse der Jubilar der Synagoge daselbst ein paar kostbare Kronleuchter schenkte. — Dem Kreisphysikus Sanitätsrath Dr. Lißner in Kosten ist der Titel Geheimer Sanitätsrath verliehen worden. — Der 80 Jahre alte Rentier Abraham Zucker in Wresch e n feiert demnächst das 50jährige Jubiläum als Synagogenvorsteher. Derselbe ist auch bereits 22 Jahre hindurch Vorsitzender des dortigen Armenvereins. — Kaufmann Samuel Taendler inRo gasen ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Der Verstorbene war 18 Jahre hindurch Direktor des dortigen Vorschuß- und Sparkassenvereins. — Anläßlich der kürzlich in der Provinz Posen im Aufträge der königlichen Regierungen zu Posen und Bromberg .erfolgten Neuregelung der Lehrergehälter nach Maßgabe des Lehrerbesoldungsgesetzes vom 3. März er. haben zahlreiche Vorstände von israelitischen Schulgemeinden wie Ost.rowo/ Schrimm, Jarotschin, Exin, Tremessen re., in Anbetracht des größeren Kostenaufwandes durch rituellen Haushalt ihren Lehrern ein weit höheres Diensteinkommen gewährt, als die christlichen Lehrer erhalten haben. Vielfach wurde auch in anerkennenswerther Weise hierfür der Gesichtspunkt ins Auge gefaßt, daß'die jüdischen Lehrer durch die geringe Zahl der Vakanzen weit später als christliche Lehrer ins Amt und somit auch später in den Genuß der staatlichen Alterszulagen treten. — Der seit drei Monaten in Cobylegora wirkende Kantor und Schächter Callmann, Vater von fünf unmündigen Kindern, ist kürzlich plötzlich am Herzschlag gestorben. }i_E. Z. Posen, 13. Dezember. Unter zahlreicher Betheiligung.seiner Mitglieder hielt der Bere i n An s c h e .G h a s s e d am 2. b, M. im Schwersenz'schen Saale seine statutenmäßige General-Versammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Kaufmann M. Ehrenwerth er öffnete dieselbe um 9 Uhr Abends mit dem Bericht über das abgelaufene Berwaltungsjahr. Diesem ist zu entnehmen, daß der Verein z. Z. 105 Mitglieder zählt und während des letzten Jahres einen Zuwachs von 26 Mitgliedern zu -verzeichnen hatte. 3 Mitglieder verlor der Verein durch deren Umzug und 3 durch den Tod. Die Versammlung ehrte die Heimgegangenen durch Erheben von ihren Sitzen, Den Kassenbericht erstattete der Kassirer des Vereins, Herr I. L. Jäkobsohn. Das Gesammtvermögen beträgt 6816,38 Mark. Der Jahreseinnahme von 1194,97 Mark steht eine Ausgabe von 579,54 M. gegenüber, mithin ergiebt sich ein Ueberschuß von 616,43 Mark. Nachdem dem -Kassirer Decharge ertheilt war, schritt man zur Wahl des Vorstandes. Der bisherige Vorstand, aus den Herren M. Ehrenwerth, I. L. Jakobsohn, S. Goldschmidt, M. Scherk, I. Schwarz, Sachs, S. Ehrlich, S. I. Cohn, N. WarszawKki und N. Tuch bestehend, wurde durch Akklamation wiedergewählt. Ein vom Vorstande und einer aus Vereinsmitgliedern bestehenden Kommission ausgearbeitetes resp. umgeändertes Statut wurde sodann verlesen, besprochen und en bloo angenommen. Der Verein stellt erkrankten Mitgliedern Krankenpfleger, er besorgt bei Todesfällen das erforderliche Minjan u. z. unentgeltlich. GD Liffa i. P., im Dezember. Der Verein jüdischer Lehrer ber O stprov inzen hält seinen Verbandstag in Posen in Keilers Hotel am 23. d. Mts. ab. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Gesang: Psalm 23. 2. Begrüßung und geschäftliche Mittheilungen. 3. Rechnungslegung. 4.- Vorträge: a. „Wie können wir die bestehenden jüdischen Volksschulen unserer Provinz erhallen, wie können wir neue gründen, und wie ist die Ber-

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