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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-12-10 · Heft 50 (10.12.1897) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 50 (10.12.1897)
Date
1897-12-10
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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WWRMSWWWMMWMMM ^'NWMWWMK WWW VSDW der „Verband für jüdische Wohlthätigkeitspflege" zunächstbezwecke, den Vereinen und Privaten die „Centralstelle der Wohlthätigkeitsanstalten der jüdischen Gemeinde" als Informationsquelle dienstbar zu machen, wovon bisher nur wenig Gebrauch gemacht werde, da z. B. im letzten Jahre nur 13 200 Anfragen eingegangen seien, während die Zahl zehnmal, höher sein könnte. Sodann wolle der „Verband" ein Konsolidirung der jüdischen Wohlthätigkeit durch Zusammenschluß aller Vereine herbeiführen, denn erst 49 von den 71 jüdischen Vereinen Berlins seien bisher beigetreten. Zur Klärung der Ansichten sollen die Versammlungen beitragen; es sei z. B. zu prüfen, wie recherchirt, wie gesammelt werden muß. Zu solchen technischen Fragen kommt eine Reihe' fernerer, z. B. ob nicht einzelne Institute auf Kosten anderer und über das Bedürfniß hinaus bedacht werden, ob ein Austausch der Gesuche unter den Vereinen möglich und in gewissen Fällen geboten erscheine, endlich ob es möglich sei, feste Grundsätze für die Aufgaben der einzelnen Vereine festzustellen. Redner schloß mit dem Appell, diese Fragen zu prüfen und dabei stets zu bedenken, daß, wie gesagt, nicht nur gegeben, sondern geholfen werden muß. Lebhafter Beifall folgte dem vortrefflichen Vortrag, dessen Eindruck die sich anschließende Diskussion widerspiegelte. An derselben betheiligten sich die Herren Eugen Rosenstiel, Vorsitzender des „Vereins für Arbeits- Nachweis", Rabbiner Dr. Maybaum, Dr. Heinrich Meyer Cohn, Rechtsanwalt Kraft sowie die Herren E. Pincus, A. Lewy, H. Abraham und I. Weinberg. Mit Recht konnte der Vorsitzende in seinem Schlußworte der Genugthuung über den wohlthuenden Verlauf der nahezu dreistündigen Versammlung Ausdruck geben, welche zugleich bewiesen hat, daß der „Verband für jüdische Wohlthätigkeitspflege" einem Bedürfnisse entspricht und reichen Segen für die Zukunft verheißt. R. Berlin, 1. Dezember Am 17. v. Mts. tagte in Berlin die Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg Von Stadt und Land waren die Besucher zahlreich herbeigeeilt, um ihr Interesse dem ihnen während der kurzen Zeit seines Bestehens bereits so lieb gewordenen Vereine zu beweisen. Kein Bezirk der Mark Brandenburg blieb unvertreten, und die Hauptstadt hatte nicht nur die Bereinsmitglieder sämmtlich, sondern auch viele und hervorragende Vertreter ihrer jüdischen Lehrerschaft als Gäste gesandt. Itzahrlich, es war ein erhebender Anblick für die Vereinsgenoffen, den gedrängt vollen Berathungssaal zu überschauen. Die Theilnehmer an der Versammlung begaben sich zunächst nach der Mädchenschule der jüdischen Gemeinde, woselbst Kollege Falkenberg eine Probelektion über „Ruth" hielt. Hier zeigte sich der Kollege als ein entschiedener Herbertianex, und. deutlich trat in der Lektion die Stufenfolge des berühmten Pädagogen zu Tage. Alle Kollegen kamen überein, daß das Vorgeführte eine^Lektion im besten Sinne des Wortes war. Nach Erledigung dieses Punktes der Tagesordnung begab sich die Versammlung in das Berathungslokal. Hier begrüßte der erste Vorsitzende, Rektor Dr. Adler, zunächst die Anwesenden in schwungvollen Worten, wobei er besonders der Gäste gedachte, und eröffnete dann die Debatte über die Probelektion. Nach Schluß der sehr angeregten Diskussion, deren Endresultat vorhin bereits erwähnt wurde, erhielt Kollege Goldschmidt- Königsberg N.-M. das Wort zu seinem Bortrage über „Gliederung des Unterrichtsstoffes". Es würde in einem Nichtfachblatte zu weit führen, auf diesen rein pädagogischen Vortrag näher einzugehen, nur soviel sei gesagt, daß er die Billigung aller Zuhörer fand und keine Diskussion nach sich zog. Nun wurde die Frage der Begründung von Bezirksverbänden angeregt und wurde beschlossen, eine solche für den Norden, den Süden und Osten der Provinz zu versuchen; mit der Ausführung dieses Beschlusses wurden die Kollegen Rawitscher - Eberswalde, Sachs-Guben, Heidenfeld-Friedeberg beauftragt. Ferner wurde beschlossen, von Bereinswegen darauf hinzuwirken, daß die Lehrervereine ein Verzeichniß ihrer Bibliotheken herausgeben und ein Cirkuliren ihrer gegenseitigen Bücherschätze erfolgen lassen mögen. Endlich wurden noch als nächster Bersammlungstag der 13. Mai 1898 und als Ort der Versammlung Küstrin bestimmt. Verschiedene andere Gemeinden, die sich ebenfalls um die Abhaltung der nächsten Lehrerversammlung in ihren Bezirken beworben hatten, wurden für die weitere Zukunft in Betracht gezogen. Nachdem nun der ernste Therl der Tagesordnung erledigt war, folgte das gemeinsame Mahl in Wittners Restaurant. Hier entfaltete sich bei vorzüglichem Essen eine heitere und kollegiale Geselligkeit.' Toaste heiteren und ernsteren Inhalts wechselten mit einander, und das Bewußtsein gleichen Strebens und gleicher Arbeit erblühte zur Empfindung des Gemeinsamen, zur Frucht des Standesgefühls; darum ein frohes Wiedersehen den Vereinsgenossen! Zum Schluffe bemerkt Referent noch, daß diese Versammlung abermals bewiesen hat, wie der Gedanke der Vereinigung auch der. jüdischen Lehrer zu Lehrerverbänden immer weitere Wurzeln faßt/ Und so sei auch diese Versammlung eine Mahnung an die abseits stehenden Kollegen, endlich des so einfachen und doch ewig wahren Wortes eingedenk zu sein: „Nur Einigkeit macht stark." F. Berlin, 7. Dezember. Die wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin" hielt am 4. d. M. ihre statutenmäßige Generalversammlung ab. Nach Aufnahme eines neuen Mitgliedes erfolgte die Wahl des Vorstandes für das Jahr 1898. Dieselbe ergab die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes, so daß auch im kommenden Jahr der Vorstand folgendermaßen zusammengesetzt ist : Rektor Dr. Adler, 1. Vorsitzender, Dr. Sachs, 2. Vorsitzender, Lehrer Remack, 1. Schriftführer, Dr. Fiegel, 2. Schriftführer, Lehrer Jacobsohn, Schatzmeister. Der erste Schriftführer verlas den Jahresbericht für das Jahr 1997, aus dem sich ergab, daß der Verein sich mit regem Eifer den in den Statuten vorgeschriebenen Aufgaben gewidmet hat. Der Schatzmeister gab einen Ueberblick über die Kaffenverhältnisse und bat um Entlastung, die auch ertheilt wurde. Der 2. Vorsitzende verlas darauf die Statuten der Darlehnskaffe; im Anschluß daran wurde an Stelle des ausgeschiedenen Kollegen Salomon Kollege Hanff zum Verwaltungsmitglied dieser Kaffe gewählt. Nunmehr hielt Kollege Klein sein Referat über die von Herrn Rabbiner Dr. Jacob verfaßten Jahresberichte der Göttinger Neligionsschule. Dieselben bezeugen, wie sich aus der Verlesung einzelner Stellen durch den Referenten ergiebt, einen außerordentlich hohen Grad von pädagogischer Erkenntniß und pädagogischem Taktgefühl des Verfassers. Da die Berichte ein überaus reichhaltiges und interessantes Material bieten, so daß die Besprechung derselben in einer Sitzung unmöglich ist, beschließt die Vereinigung auf Vorschlag des Vorsitzenden, den Schluß des Referats auf die Januarsitzung zu verschieben. Kollege Klein erklärt sich bereit, nach einem Resumö über das bisher Erwähnte das Referat zu beendigen, dem dann, eine Diskussion folgen wird. Am 11. d. Mts. vereinigen sich die Mitglieder der Bereinigung mit ihren Damen und Gästen im Vereinslokal, Restaurant Wittner, Königstraße 29, zu einem gemüthlichen Familienabend mit musikalischen und deklamatorischen Vorträgen. ca» Berlin, 8. Dezember. Die Mieths- und Unterstützungsanstalt der jüdischen Gemeinde, Chebrath Ohel Jescharim, begeht im Januar nächsten Jahres das Jubelfest ihres hundertjährigen Bestehens. Für diese seltene Feier hat der Vorstand der jüdischen Gemeinde ausnahmsweise die Synagoge in der Lindenstraße zur Verfügung gestellt, und wird daselbst am 15. Januar 1698, Abends 7*/, Uhr, eine große Musikaufführung stattfinden. Unter anderen Künstlern hat Herr Professor Joachim seine Mitwirkung zugesagt. ca Berlin, 7. Dezember. Im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur hält am 14. d. Mts. der rühmlichst bekannte Schriftsteller Dr. Gustav Dierks den dritten öffentlichen Bortrag in der Aula des Friedrich - Werder'schen Gymnasiums, und zwar über die Juden in Maghreb, d. h. im westlichen Theil der mohamedanischen Welt, also hauptsächlich in Nordafrika und Marokko. Da der Vortragende diese Länder wiederholt besucht, so dürfte dieser Bortrag von ganz besonderem Interesse sein. — Aus den deutschen Litteraturvereinen theilt man uns mit: In Tilsit wurden in den Vorstand gewählt die Herren Rabbiner Dr. Ehrlich als erster und Rechtsanwalt Dr. Gr um ach als zweiter Vorsitzender, I. Sebba und H. No rw itz ky als Schriftführer, M. Gl aß als Schatzmeister. Zu Rechnungsprüfern wurden ernannt die Herren Gemeindevorsteher Max Brände und Rendant H. E. Prinz. Am 24. v. Mts. hielt Rabbiner Dr. Ehrlich den Vortrag „Moses Mendelssohn und seine Zeit." — In Wongrowitz sprach Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal-Schwedt über die Stoiker und die Rabbinen, in Schönlanke und Czarnikau Rabbiner Dr. Zolinski - Kalmar über Mohamed und das Judenthum und über Samaria und Zion. — Am 28. v. Mts. fand in Kolmar i. P. der erste Bortrag im Litteraturverein statt, dessen Mitgliederzabl inzwischen von 45 auf 62 gestiegen ist. Es sprach Dr. Zolinski über das .Judenthum und die Wissenschaft. — In Oppeln wurde Herr

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