Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 61 (1897)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1897)
- Date
- 1897-10-29
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3228202-3228247--54112-3268074- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Żory 1× ep/1048188
OCR text
;e§ die Ken een ten mb nbe?im hen >en- )erdes oon! in and chm und and ltts. gehat. -istgerers zu, >ner . da;ner Die nski ater vorhrsdem risch rfter!omgeifall >igt" reits l sich tung asten )nski nden kunst :den; rdlen it in man, durch : Jn- Jtrafc dem rlben, was stand, nicht dem l arten nercin rhren. ingen, tfernt ungsrrhielt der Verein in den letzten Tagen vom Regierungspräsidium die Benachrichtigung, daß die beanstandete Tasel auf behördliche Anordnung nunmehr entfernt worden sei. Ob aber nicht eine Tafel ähnlichen Inhalts inzwischen angebracht worden, ist bis jetzt nicht bekannt. X Lissa i. P., 24. Oktober. In der heutigen Sitzung des Kuratoriums der Abraham Joel und Bertha Sachs'schen Stiftung wurde Herr Rabbiner Dr. Deutsch aus Sohrau in Oberschlesien zum Stiftsgelehrten der genannten Stiftung gewählt. Derselbe wird zugleich damit das Amt eines Rabbinatsassessors in der hiesigen Gemeinde bekleiden. C. Bochum, 20. Oktober. Es war eine unvergeßliche Feier, welche in den letzten Tagen des Laubhüttenfestes von der Synagogen-Gemeinde Bochum begangen wurde. Galt es doch, dem Hauptlehrer und Prediger Herrn H. Laubheim, der nun schon 25 Jahre segensreich in dieser Gemeinde wirkt, die Gefühle der Liebe und Verehrung für die treuen Dienste, die er während dieser langen Zeit seiner Gemeinde geleistet, zum Ausdruck zu bringen. Eingeleitet wurde das Fest am Sonntag durch die Ueberreichung eines kostbaren Ge'chenkes, seitens der Schüler und Schülerinnen. Am 18. war die ganze Gemeinde und eine große Zahl Bochumer und auswärtiger Freunde des Jubilars im Gotteshause erschienen, wo Herr Tr. Coblenz, Bielefeld, die Festpredigt hielt, welche uns in wahrhaft zu Herzen gehender Weise ein Bild von dem Leben und Wirken des Jubilars entrollte. (Die Gemeinde Bochum läßt die Predigt in den nächsten Tagen im Druck erscheinen.) An den Gottesdienst reihte sich die Gratulationscour in dem geschmackvoll dekorirten Schullokale. Den Reigen eröffnete der Vorstand der Gemeinde, in dessen Namen der Bankier Schüler innige und ergreifende Worte an den Jubilar richtete, in denen er mit Recht hervorheben konnte, daß durch die Ehre, welche sie dem Jubilar zolle, die Gemeinde sich selber ehre. In ebenso herzlicher wie beredter Weise sprachen sodann ihre Glückwünsche aus: Namens der Schulgemeinde Herr M. Liebenseld, Namens der Repräsentantenversammlung Herr Frendenberg, Namens des jüdischen Lehrkollegiums Herr Ostermann, für den westfälischen Gemeindeverband Herr Dr. Coblenz, für den israelitischen Frauenverein Bochum Frau Anschel, für die Chewra Herr Wolfstein und für den jüdischen Litteraturverein Herr Hühnlein. Wahrhaft goldene Worte sind es gewesen, welche Herr Gymnasialdirektor Dr. Broicher Namens des Lehrerkollegiums an den Jubilar richtete. Er dankte Herrn Laubheim für die treue Mitarbeit an der sittlichen Bildung der jüdischen Gymnasiasten und pries die Verdienste, welche der Jubilar als Religionslehrer am Gymnasium in so hohem Maße sich erworben habe. In würdiger Weise reihten sich diesem Sprecher noch an: Der Direktor der höheren Töchterschule Herr Schierenberg, die Herren Lehrer Hoffmann und Droste alsVertreter des Kreisschulinspektors, der evangelischen Lehrer und des Lehrervereins. Herr Laubheim dankte den Deputationen in längerer, überaus eindrucksvoller Rede. — Am folgenden Tage hielt Herr Laubheim in dem abermals dichtgefüllten Gotteshause die Festpredigt, welche in meisterhafter Weise ein Bild entrollte von dem, was er vor 25 Jahren in seiner Gemeinde gefunden, was er gewollt, und was er noch in ihr erstrebe. Am Nachmittage fand im „Stadttheater" eine Kinderfeier statt, welche von dem mehrstimmigen Kinder-Chor mit einem Choräle eröffnet wurde. Hieran schlossen sich Vorträge und Aufführungen der Schüler und Schülerinnen sowie treffliche Ansprachen der Herren Schüler, Archenhold, Ostermann-Lochum, Ostwald-Witten, Rotschild- Dortmund. Besonders aber verdient hervorgehoben zu werden die Rede von Frl. Sachs, die als Kollegin des Jubilars im Namen des Lehrerkollegiums und der Schüler in herzlicher Weise die Gefühle der Liebe und Verehrung zum Ausdruck brachte. Dieses wohlgelungene Kinderfest fand seinen Abschluß in einem gemüthlichen Zusammensein, zu welchem auch viele Gäste von auswärts erschienen waren. Außerordentlich zahlreich liefen Glückwunschschreiben und Telegramme ein von Korporationen, Rabbinern, Lehrern und Freunden des Jubilars. Auch hatte die Gemeinde Bochum es sich nicht nehmen lassen, den Jubilar durch ein äußeres Zeichen ihrer Anerkennung zu ehren. Leider hatte das in noch weit größerem Rahmen geplante Fest infolge'der schweren Erkrankung der Frau Laubheim eine wesentliche Einschränkung erfahren müssen. — Aus der ganzen Feier gewannen wir den Eindruck, daß das Verhältniß zwischen Herrn'Laubheim und seiner Gemeinde ein wahrhaft herzliches ist. Die Feier gereicht dem Jubilar wie der Gemeinde in gleicher Weise zur Ehre. X. Essen, 19. Oktober. Ein schier unabsehbarer Zug von Leidtragenden bewegte sich am Sonntag Nachmittag zum israelitischen Friedhof auf dem Segeroth, um einem verdienten Bürger unserer Stadt, Herrn Sanitätsrath Dr. med. Levy Hirschland, die letzte Ehre zu erweisen. Der Verstorbene war ein Kind unserer Stadt, wie die Familie, der er entsprossen, seit mehr als einem Jahrhundert in Essen ansässig ist. In seinem Berufe gehörte er zu den angesehensten und beliebtesten Aerzten Essens. Er hatte daher eine außerordentlich ausgedehnte Praxis. Allen den Familien, in denen er Hausarzt war, war er ein lieber Hausfreund. Neben seiner ärztlichen Thätigkeit entfaltete Herr Sanitätsrath Tr. Hirschland eine reiche gemeinnützige Thätigkeit. Der israelitischen Gemeinde war er von alters her eine der überzeugungstreuesten Stützen und ein selbstloser Freund und Förderer. Dabei faszinirte der Verstorbene, dessen Haupttugend eine fast rührende Bescheidenheit war, alle Andersgläubigen, welche mit ihm in Berührung kamen, durch die Milde und Versöhnlichkeit seiner religiösen Ueberzeugung. Die Schätzung seiner Persönlichkeit in der Bürgerschaft wurde auch durch seine wiederholte Wahl in das Stadtverordneten-Kollegium gekennzeichnet. Demselben gehörte er von 1871 ab bis zu seinem Tode, also 26 Jahre hindurch, als ein eifriges und tüchtiges Mitglied an. Vom Essener Gewerbeverein war der Dahingeschiedene einer der Hauptgründer. Als zweiter Vorsitzender dieses Vereins von 1866-1872 und von da ab als Mitglied des Ausschusses hat sich Herr Sanitätsrath Dr. Hirschland große Verdienste um den Verein erworben. Wie sehr die Verdienste anerkannt werden, welche sich der Dahingeschiedene in großen und kleinen Kreisen auf die mannigfaltigste Weise erworben hat, bewies die große Zahl der Leidtragenden, welche die irdische Hülle begleitete. An der Spitze des Leichenzuges marschirten der Gardeverein und der alte Kriegerverein mit umflorten Fahnen. Herr Sanitätsrath Dr. Hirschland, welcher 1870/71 als Reserve - Stabsarzt in den Lazarethen zu Wilhelmshaven tbätig war, hat auch späterhin seine Zugehörigkeit zur deutschen Armee durch seine Mitgliedschaft bei den genannten Leiden Kriegervereinen gern bekundet, wie er sich denn allezeit als treuen Patrioten und Staatsbürger erwiesen hat. Schon lange vor Beginn der Beerdigung umstand eine große, tief ergriffene Menge das Trauerhaus. Der Leichenwagen war über und über mit kostbaren Kränzen und Palmen bedeckt, unter denen die Spenden der Stadt Essen, des Herrn Geheimen Raths Krupp, des Realgymnasiums, der Oberrealschule, des Vereins der hiesigen Aerzte und des Gewerbevereins sich durch besondere Pracht auszeichneten Im Trauergefolge bemerkten wir Herrn Oberbürgermeister Zweigert mit goldener Amtskette, nebst den Beigeordneten und Stadtverordneten, Vertreter der Firma Krupp, Vorstand und Repräsentanten der Synagogengemeinde, zahlreiche Kollegen, Freunde und Verehrer des Verblichenen, denen sich ein unabsehbares Trauergefolge anschloß. Auf sämmtlichen Straßen, die der Kondukt passirte, brannten die umflorten Laternen, und die Bürgersteige waren von einer dichtgedrängten Zuschauermenge besetzt, die den vorüberziehenden Sarg andachtsvoll begrüßte. Ein Doppelquartett des Synagogenchores eröffnete und beschloß die Feier mit Gesangvorträgen. Am offenen Grabe hielt Herr Rabbiner Dr. Samuel die Gedächtnißrede. In großen Zügen entwarf er ein Bild der hervorragenden Herzenstugenden und seiner edlen, auf alles Hohe gerichteten Gesinnungsweise. Ganz besonders würdigte er seine Verdienste als vielgesuchter Arzt, dem sein Beruf eine Berufung gewesen sei; ebenso seine öffentliche Wirksamkeit im Stadtoerordnetenkollegium, als Mitglied der Schulkuratorien und der israelitischen Gemeindevertretung, in denen er seit langen Jahren eine arbeitsfreudige, segensreiche Thätigkeit entfaltet hatte. Die gedankenreiche, formvollendete Rede war nicht nur den Hinterbliebenen ein erquickender Trost, sondern hinterließ bei allen Theilnehmern einen tiefen Eindruck Das Andenken des leider schon so früh seinem Wirkungskreise entrissenen Arztes und Menschenfreundes wird in der Bürgerschaft noch lange sortleben. . . Möge ihm die Erde leicht sein! Oesterreich - Ungarn. Wien, 25. Oktober. Die Wahlen in die Steuerkommission sind, wie dies ja bei der Massenagitation der Christlich-Sozialen vorherzusehen war, ganz im Sinne derselben ausgefallen. — Die Repräsentanz der Prager israelitischen Kultusgemeinde hat in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, sich dem Proteste der Wiener israelitischen Kultus gemeinde gegen die in dem Anträge des Wiener Vize-Bürgermeisters Dr. Neumayer enthaltenen groben Verdächtigungen und Aus-