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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-09-10 · Heft 37 (10.9.1897) · p. Seite 436

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 37 (10.9.1897)
Date
1897-09-10
Page
Seite 436 (sequence 4)
Language
German
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SMMWWDSWMWW^^NMMM fand die Erlösung Israels statt, in diesem soll der Mensch erschaffen worden sein;.dort nahm das israelitische Volksleben seinen Anfang, hier erstand das Menschengeschlecht überhaupt. Vom Niffan werden die Monate und Feste gezählt, vom Tischri die Jahre. . Die Frage, „welcher Monat den Vorzug verdiene?" erledigen wir mit der Antwort, daß sich beide ergänzen. Ob die Einen den Niffan, die Anderen den Tischri für den Monat der „Weltschöpfung" annehmen — wir denken hier wie dort an die sittliche Weltvrdnung. Im Niffan feiert Israel seine Erlösung und den Beginn seines eigenartigen Volkslebens, im Tischri erhebt es sich zur geeinigten Menschheit. Die sittliche Weltordnung ist erst mit Israel zum Bewußtsein gekommen, derart, daß im Nissan der Erlösungsgedanke, im Tischri der Versöhnungsgedanke seine Wirksamkeit begann. Wenn ferner für die Erfüllung des Heiles die Einen die Zeit des Nissan, die Anderen die Zeit des Tischri verkünden, so ist auch hier bei ersteren der nationale, bei letzteren der menschheitliche Ausblick gewonnen. Der Bedeutung beider Monate entsprechend wurde den Festen, die in dieselben fallen, eine Vorbereitungszeit gewidmet. „30 Tage vorher soll man über die Bestimmungen des Paffahfestes Belehrung suchen und auch Belehrung finden." Und für die Feste des Lischrimonats bildet der vorangehende Ellul die Vorbereitungszeit. Worte, „die das Gemüth erregen", ergehen an.die Gemeinde, an jedem Morgen ertönt der Schofar, „um das Volk zur Rückkehr anzuspornen" und zu Thaten zu erwecken, die „den Stempel des Schönen" tragen. Wie verhalten sich die Feste des Tischrimonats zu den übrigen Festend Schon in alter Zeit wurde diese Frage von dem Patriarchen Gamliel II. dahin beantwortet: „Neujahr und Versöhnungstag seien den drei Wallfahrtsfesten gleich zu achten." Wie fassen wir diese Erklärung auf? Die Schalosch regalim, an denen einst das Volk nach Jerusalem zum Tempel des Herrn wallfahrtete, gelten geschichtlichen Erinnerungen: der Befreiung aus Aegypten, der Bundesschließung am Sinai vermittelst des Gesetzes, der vierzigjährigen Wüstenwanderung. Heben wir aus diesen nationalgeschichtlichen Erinnerungen die allgemeinen Gedanken heraus, so erweitert sich uns das Befreiungsfest Israels zu einem Feste der Freiheit, das Bundesfest am Sinai zu einer Feier des göttlichen '.Geistes, das Hüttenfest zu einem Dankesfest für den Schutz und Schirm, den der Herr auf der Wanderung durchs Leben Jedem angedeihen läßt. Und weiter: nicht blos geschichtlichen Erinnerungen sind diese Feste geweiht, sie. haben auch eine Beziehung zum Naturleben, sie sind auch das Frühlings-, Sommer- und Herbstfest. Danach feiern diese Feste wie einerseits das Walten Gottes in der Menschenwelt, so andererseits das Walten Gottes in der Natur. - National sind Feste so lange, als sie im Hinblick auf ein geschloffenes Volksthum begangen werden, als ihre Bedeutung ausschließlich dem feiernden Volke verbleibt; sie sind die Gedächtnißmünzen des Volksgeistes und des Volkslebens. Je mehr sie die Grenzen des Nationalen überschreiten und sich zum allgemein Menschlichen erweitern, desto mehr erlangen sie auch einen religiösen Charakter; aus Tagen des sich abschließenden Volkes werden buchstäblich „Tage des Herrn". Wenn R. Gamliel meint, Neujahr und Versöhnungstag seien den drei Wallfahrtsfesten gleich zu achten, so wurzelt seine Annahme noch in rein nationalen Anschauungen. Mit dem Falle des Tempels traten die drei Wallfahrtsfeste gegen das Neujahrs- und Versöhnungsfest zurück, die sich immer mehr zu Festen des rein Menschlichen entwickelten. Zwar haben wir auch an diesen Festen Anhaltepunkte-, die uns mit unserer religiös-geschichtlichen Vergangenheit verbinden; so spiegeln sie die Gedanken wieder, die den drei Festen zu Grunde | liegen: die Freiheit, das Gesetz, die Freude — aber im Großen und Ganzen erweist sich das rein Menschliche als ihr Schwerpunkt. Demgemäß halten wir uns an jene Weisen, die Gamliel gegenüber den Ausspruch thaten: „Neujahr und Versöhnungstag seien dem Sabbath gleichzustellen." Was ist damit gesagt? Die biblische Bezeichnung für Roschhaschanah lautet Jom teruah, Tag des Posaunenschalls, und Sichron teruah, Gedächtnißtag des Posaünenschalls. „Adonai ist unser Richter, unser Gesetzgeber, unser König, der uns hilft." Unter Schofarklängen soll Gott gehuldigt werden als dem Schöpfer und Herrn der Welt, dem Vater aller Menschen, vor dem Alle seine gleichberechtigten Kinder sind, über welchen er als gnadenreiche Vorsehung waltet; unter Schofarklängen soll Gott aber auch als Gesetzgeber und Richter erhoben werden, der die Handlungen der Menschen in Gerechtigkeit richtet. - Das Gericht erlangt seinen Abschluß in der Versöhnung. „Ohne einen Versöhnüngstag könnte die sittliche Welt keinen Bestand Haben"; ohne Ausgleichung der verschobenen Grenzen, ohne Genugthuung zu leisten den Geschädigten, ohne Besänftigung des verletzten Gemüthes bliebe das Sittengesetz unerfüllt. Die versöhnende Liebe ist der höchste Gedanke der Religion; Versöhnung zu erlangen nach allen Verirrungen und Wiederherstellung der Reinheit, Versöhnung nach vorangegangener Selbstprüfung, nach vollbrachtem Gerichte ist das höchste Ziel des religiösen Lebens. Das Zeichen für die erlangte Versöhnung ist dann der Friede, der Seelenfriede wie der Weltfriede, für den uns im Sabbath das erhabenste Bild gegeben ist. In doppelter Weise wird der Sabbath begründet, einmal als Erinnerungszeichen an die Schöpfung, das andere Mal als Bundeszeichen der Erlösung. Nur der freie Mensch erlangt das kindliche Verhältniß zu seinem Schöpfer; nur der freie Mensch kann zur Versöhnung gelangen mit Gott und Welt. Im Sabbath verbindet sich also der Erlösungsgedanke mit dem Versöhnungsgedanken; im Sabbath kommt darum auch die religionsgeschichtliche Bedeutung, die Israel im Völkerleben hat, zum vollsten Ausdruck. Der Sabbath sagt uns, daß Gottes ist die Erde, daß dem gottähnlichen Menschen die Freiheit zukomme, daß Herr und Knecht, Fremdling und Beisaß vor Gott gleich sind. Der Sabbath will das Böse, welcher Art immer, verhüten, dagegen zu Recht und Gerechtigkeit, zu Wohlwollen und Liebe anregen. Am Sabbath soll sich erquicken der Knecht, die Magd und der Fremdling, er soll eine Wonne werden für Alle, nicht blos die körperliche Ruhe gewähren, sondern auch eine geistige Feier, Erhebung aus dem Staube, Aufrichtung des Hauptes, Heiterkeit des Antlitzes, Freudigkeit der Seele. Der Sabbath soll die Menschen nicht blos als Kinder der' Erde zeigen, die für ihren Mund sorgen, sondern auch als Kinder Gottes, die das Seelenleben pflegen und heiligen. Der Sabbath, ein gottgeheiligter Tag, beschwichtigt alle Stürme des Herzens, bringt alle feindlichen Stimmen zum Schweigen, bannt alle Furcht vor der Zukunft und läßt Licht und Helle aufstrahlen. Der Sabbath ist das Bild der Vollendung, der Ruhe, des Friedens, der Menschenwürde, mit einem Worte: das Bild der Verbindung und Versöhnung mit'Gott und den Menschen. Wenn nun der Sabbath vor allen Festen schon dadurch ausgezeichnet ist, daß er allein in die zehn Bundesworte ausgenommen wurde, so haben wir die Frage aufzuwerfen, wie steht es um unsere Sabbathfeier? Ein großer Theil kennt den allwöchentlichen Sabbath nicht mehr; er begeht ihn nur noch am Neujahr, der ja auch ein „Sabbath" ist, namentlich aber am Versöhnungstage, der als „Sabbath der Sabbathe" ausgezeichnet wird. Wenn wir nach dem Grunde fors den Mel Nur Eint zahl Län! Willi vor im Mel Ode Haus der, thür hat, siebe! die Glan gesser dank leug, für Zwist träft heili. Aus, zurick für t Gabt der s der l Keim die 8 Hund abschi nicht anbei die ei die si eigen! Kiddi aus l baren muß ihn „ bcglei Oelzr das <: stets gölte? zu de sind, aufzu Geleg

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