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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-07-16 · Heft 29 (16.7.1897) · p. Seite 340

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 29 (16.7.1897)
Date
1897-07-16
Page
Seite 340 (sequence 4)
Language
German
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340 Generalversammlung des Uerimndes jüdischer Lehrer in KAdmestdetttschland^; - . . - iSt " rn „Goldenen Anker" zu Neuwied tagte am 8. und 9. Juni d. J., Nachmittags 2 Uhr beginnend, die Jahresversammlung des Äerbandes jüdischer Lehrer und Kultusbeamten Südwestdeutschlands. Erster'Tag. Der Vorsitzende, Kollege Ep pst ein-Hoppstäöten/eröffnete die Versammlung und begrüßte, mit besonderem Hinweis auf die wichtigen Besprechungen der umfangreichen Tagesordnung die zahlreich Erschienenen, worunter auch der Landrabbiner Dr. Loewy-Birkenseld und Rabbiner Dr. Frank-Köln sich befanden. Namens der Gemeinde Neuwied, die durch den Gesammtvorstand und mehrere Repräsentanten in der Versammlung vertreten war, begrüßte der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Lichtenstein, in herzlicher Rede die Anwesenden. '■ 1. Laut des Berichtes des Unterzeichneten besitzt die Kasse des Vereins 140,42 Mark. Der Kassenführer wurde entlastet. l' 2. Bei der Borstandswahl wurde der bewährte Vorsitzende, Kollege Eppstein-Hoppstädten, wiedergewählt. Der bisherige Stellvertreter desselben, Kollege, Nußbaum-Trier, lehnte eine Wiederwahl ab. An seine Stelle wurde Kollege Nathan-Mayen gewählt. Der Schrift- und Kassenführer wurde wiedergewählt. 3. Nach einem Berichte des' Schriftführers über die Einigung der drei rheinisch-westfälischen Lehrervereine entsp.mn sich eine rege Debatte über diese Angelegenheit, die ihren Abschluß in der Zustimmung zu den< Anträge des Referenten fand, wonach eine Kommission gewählt wurde, welche die Vereinigung der drei bestehenden Vereine versuchen und berechtigt sein soll, falls dieser Versuch mißlingt, den Anschluß an ein'ön Verein herbeizuführen. Diese Kommission wird durch den dreigliedrigen Vorstand gebildet. Die Mitwirkung des Rabbiners Dr. Frank-Köln wird auf sein Anerbieten willkommen geheißen. Die Kommission erhält den Auftrag, das Einigungswerk zu beschleunigen. Der rheinisch-westfälische Bruderverein, der zur selben Stunde .in Lippstadt versammelt war, wurde telegraphisch .begrüßt und erhielt Mittheilung von dem vorstehenden Beschlüsse. Die Begrüßung kreüxte sich mit einem Drahtgruße aus Lippstadt, der kurz darauf einlief. 4. Ransenberg-Neuwied sprach über das Thema: „Der Lehrer in der Gemeindevertretung". Er forderte Sitz und Stimme des Kultüsbeamten in der Gemeindevertretung im Interesse der Gemeinden, her Schulen, des Gottesdienstes und des Lehrerstandes. Nach lebhafter Besprechung wurde der Antrag des Vortragenden angenommen: „Der Verband jüdischer Lehrer und Kultusbeamten für Südwestdeutschlaüd beantragt beim Verband der jüdischen Lehrer, die Verwirklichung der Forderung, daß der Lehrer und Kultusbeamte Sitz und Stimme in der Gemeindevertretung erhalten soll, thatkräftig zu erstreben." Es wurde daran der Wunsch geknüpft, der D.-J. G.-B. möchte für diese Forderung eintreten und in Gemeinschaft mit dem Verband der jüdischen Lehrer- Vereine beim Minister und Landtage zur Erreichung dieser Forderung vorstellig werden, 5. Eppstein-Hoppstädten referirte in freier Rede über das Verbandsthema: „Die definitive Anstellung der Lehrer, ihre Penstonirung und Versorgung ihrer Hinterbliebenen." Er empfahl als besonderes Mittel nächst der Korporation der Gemeinden die Bildung sogenannter Bezirksgemeinden. In der Besprechung wurde nebst diesem Mittel auch die Gründung einer Versorgungskafse für Kultusbeamten seitens der Gemeinden und die Umwandlung der Religionsin Volksschulen empfohlen. /•:•;£ Nach dem vorzüglichen gemeinschaftlichen Abendessen im Hotel Rubens fanden sich die Konferenz-Theilnehmer wieder im Versammlungslokale ein, um, einer Einladung der Gemeinde Neuwied folgend, einige Stunden im fröhlichen Zusammensein beim Genuß einer von der Gemeinde gespendeten Bowle zu verbringen. Launige Trinksprüche, muntere Reden und trefflicher Gesang hielten die Gesellschaft, zu der sich auch Neuwieder Familien eingestellt hatten, bis zu früher Stunde vereinig. Zweiter Tag. Mittwoch, den 9. d. M., V28 Uhr früh, begannen die Verhandlungen des zweiten Tages. Ein von der Buchhandlung von M. Kaufmann in Leipzig vorgelegter Vertrag wurde abgelehnt. 6. Betreffs der Aufforderung des Verbandes der jüdischen Lehrer.: „Angesichts des bereits bestehenden Grundfonds für eine Wittwen- und Waisenkasse sollen sich die Vereine über die bestmögliche Art der Eiii- | rlchtung der betreffenden Kasse äußern", fand der Antrag Annahme : „Die Wittwen- und Waisenkasse möge nach Art der bestehenden Pestalozzi-Kassen eingerichtet werden^ falls die Gründung einer Rechtskaffe unmöglich sei. 7. Nuß bäum-Trier behandelte das Thema: „Jüdische Lehrerzeitung". Die sich an seine trefflichen Ausführungen anschließende Debatte schloß mit der Annahme, der Resolution: „Der Lehrerbund möge mit denjenigen jüdischen Zeitungen, die sich dazu bereit erklären, ein Abkommen dahin treffen, daß dieselben eine vom Lehrerbunde herausgegebene Beilage jeder Nummer beifügen." 8. Stamm-Dierdorf besprach die Frage: „Wie ist das Lesebedürsniß des jüdischen Publikums zu werben, zu erhalten und nutzbringend zu befriedigen?" Mit Bezug auf seine Ausführungen wurde folgende Resolution angenommen: „Der Verband jüdischer Lehrer und Kultusbeamten für Südwestdeutschland erachtet es zur Befriedigung des Lesebedürfnisses der israelitischen Landbevölkerung für dringend notwendig, daß für die einfache Bearbeitung und für die Verbreitung billiger Volksschriften aus dem Gebiete der jüdischen Litteratur und Geschichte von berufener Seite Sorge getragen werde." Der nächste Punkt der Tagesordnung: „Die Ausbildung als Kantor", wurde ausgesetzt, weil einer der beiden Referenten fehlte. 9. Zum Delegirten für den Lehrerbund wurde Eppstein-Hoppstädten, zu seinem Vertreter Nußbaum-Trier gewählt.. 10. Die nächstjährige Versammlung findet am 29, und 30. Mai k. I. in Kreuznach, statt. Auf derselben soll zur Besprechung gelangen: 1. Thätigkeit und Ausbildung als Kantor (Lißner-St. Johann); 2. das Lesebuch für die jüdische Volksschule (Nathan-Mayen); 3. Lehrprobe (Heß-Saarwellingen); 4. Vorbildung der jüdischen Schuljugend zur Theilnahme am öffentlichen Gottesdienst (Selig-St. Ingbert). 11. Nach Beendigung der freien Besprechung wies der Vorsitzende in seinem Schlußworte auf die reichen und regen Verhandlungen hin, wünschend, daß sie der Schule und dem Lehrerstande zum Segen gereichen mögen. Dem Vorstand der Synagogen-Gemeinde wurde der wiederholte Dank der Versammlung für die freundliche und gastfreie Aufnahme ausgesprochen. Nußbaum-Trier dankte unter lebhaftem Beifall dem Vorsitzenden. Der geplante gemeinsame Ausflug zum Krahnenberge bei Andernach mußte des schlechten Wetters halber unterbleiben. Jul. Ransenberg-Neuwied. Brief aus Oesterreich. Mai 1897. nsere Propheten liebten es bekanntlich, das Vild von der Thätigkeit eines Wundarztes anzuwenden, wenn sie von der nothwendig gewordenen Heilung der vielen Gebrechen sprachen, an welchen zu ihrer Zeit Israel litt. Man. wird an die Worte dieser großen Volkstribunenerinnert, wenn man sieht, wie viele Heilmittel und „Verbände" jetzt allenthalben angerathen werden, um die „Wunde der Tochter meines Volkes" zu verbinden, sie, „die nicht ansgedrückt und nicht mit Oel bestrichen wurde". Non den Arbeitern haben wir es gelernt.. Und so wird denn tapfer darauf losgearbcitet, das Judenthnm in Oesterreichzu organisiren. Und das sind die „Verbünde": Oesterreichischer Gemeindeverband, böhmischer und mährischer Nabbinerverband, mährischer Kantoren verband. Und da leugne es noch Jemand, daß das Judenthum bei uns krank ist; „der Kopf ist krank und das Herze siech; von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Gesundes an ihm"; ist es da nicht nöthig, daß die Aerzte kommen und um den Kranken sich mühen? Ob sie ihm aber auch wirklich Heilung bringen werden, alle die berufenen und nicht berufenen Aerzte? Oder ob es nicht schier zu spät geworden? Ob nichts der Eine aufreißt, was der Andere verbunden? Alle diese Fragen drängen sich den am Krankenlage Trei den ga-ih Arzt richt anw hind Hins und dere wo denl die uns und star sich da ) die mit sogt liche woll schli Von Mai wär sehe'! eine sitzer noch laut gehö maö thüt helft gaw Flin und lern kom alle es t Bol Bol mife uid)! grof diese nim Ach, und verti litte gew, ströl quick

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