Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 61 (1897)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1897)
- Date
- 1897-07-09
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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AZ- KE" Frau Michaelis, unter Hinweis auf ihr segensreiches Wirken im hiesigen israelitischen Frauenverein, dem sie seit seinem 31jährigen Bestehen-als - Vorsitzende präfidirt. Den Schluß bildete eine längere,- in midraschischerk Form gehaltene Ansprache des Herrn Danziger. Herr Michaelis dankte den Festtheilnehmern in bewegten, oft von Rührung unterbrochenen- Worten für die große ihm bereitete Freude und Ehrung, die ihm bekunde, daß sein Wirken nicht ergebnißlos gewesen, und ihn ermuthige,- sein bescheidenes Können noch weiter in den Dienst der Gemeinde zu stellen. Fröhliche Unterhaltung, Gesang und Scherz hielt die Festtheilnehmer beim Glase Wein noch lange zusammen. F. Aus Oberschlesien, 4. Juli. Unter äußerst zahlreicher Betheiligung der Gemeindemitglieder, in Gegenwart der behördlichen Vertreter und einer stattlichen Anzahl auswärtiger Ehrenmitglieder fand am 22. er. in Oppeln die Einweihung der neu erbauten' Synagoge statt. Zu der Feier waren von auswärts u. A. erschienen der frühere Rabbiner der Gemeinde Oppeln, Herr Dr. Vogelstein (jetzt in Königsberg) sowie der Vater des jetzigen, Herr Rabbiner Dr. Baeck aus Lissa, ferner Delegirte der Gemeinden. Ratibor, Kattowitz, Beuthen O.-Schl., Zabrze, Gleiwitz, Myslowitz, Gr. Strehlitz, Brieg/ . Neisse u. s. w. Der eigentlichen Einweihungsfestlichkeit ging am Vortage eine Feier in dem bisherigen Bethause voraus. Die Gemeindemitglieder, der Vorstand und das Repräsentantenkollegium versammelten sich in dem schlichten Gotteshause, um Abschied zu nehmen von der' Stätte, an der sie. über 54 Jahre ihre Andacht verrichtet hatten. Herr' Dr. Vogelstein hielt eine Ansprache. - Die Thorarollen wurden aus der heiligen Lade genommen und von den Gemeindeältesten nach der neuen Synagoge gebracht, wo sie bis zur eigentlichen Feier aufbewahrt wurden. Am folgenden Tage, Nachmittags gegen 2% Uhr, vereinigten sich die Festtheilnehmer sowie die Vertreter der Behörden und der Bürgerschaftunter Leitung der Gemeindevorsteher zu einem Jestzug nach der Synagoge. Herr Rabbiner Dr. Baeck sowie die auswärtigen Rabbiner eröffneten' den Zug; ihnen folgten unter Führung des Herrn Stadtrath Friedländer der Architekt des neuen Gotteshauses, Herr Felix Henry aus Breslau, ' sowie diejenigen Meister, die an dem Bau mitgearbeitet hatten, sodann unter Führung des Stadtverordneten Pringsheim die Ehrengäste, u. A. als Vertreter des Regierungspräsidenten Ober-Regierungsrath von Heydebrand und der Lasa, Oberpostdirektor Holfeld, Landgerichtspräsident Zehle, Erster Staatsanwalt Johnen, Regierungs- und Baurath Klopsch, der Regierungsdezernent für Kirchenbauten, ferner der Synagogen-' Vorstand, das Repräsentantenkollegium, der Magistrat, die Stadtverordneten u. s. w. Sobald der Zug die Synagoge erreicht und gegenüber dem westlichen Häuptthor Halt gemacht hatte, fand die- Schlüsselübergabe seitens des Architekten Herrn Henry statt, wobei Fräulein Pringsheim ein dem Akte entsprechendes Gedicht vortrug, und darauf erfolgte der Einzug in die Synagoge. Nach einleitendem Chorgesang: „Wie schön sind deine Zelte, Jakob", sprach Dr. Baeck das eigentliche Weibegebet und entzündete die ewige Lampe, daran schloß sich Umzug der Thorarollen, Gebet für Kaiser und Reich und Einstellen der Gesetzesrollen in die heilige Lade, worauf Herr Dr. Baeck die Kanzel bestieg, um, anschließend an das Gebet Salomos nach Errichtung des Tempels, die Festpredigt zu halten; Gebet und darauffolgender Chorgesang beschlossen die erhebende Feier. Die nach einem Entwürfe von; Felix Henry in einem Zeitraum von 2V2 Jahren mit einem Kostenauswande von 200 000 Mark — und, wie der „O. A." hervorhebt, ohne einen einzigen Unfall — erbaute Synagoge bietet Raum für ca. 300 Frauen und 300 Männer, ist, mit allem Komfort ausgestattet, in rein maurischem Stil gehalten und bildet einen Schmuck für die Stadt. — Am 6. d. verstarb in Kattowitz Herr Rentier Adolph Froehlich im Alter von fast 80 Jahren. Die Synagogengemeinde verliert in ihm eines ihrer ältesten Mitglieder, welches seit Begründung der Gemeinde ununterbrochen dem Vorstand angehört und in einem Zeitraum von 30 Jahren sich mannigfache Verdienste um das Gemeinwohl erworben hatt — Am 17. d. hielt.der „Israelitische Gemeindebund für Oberschlesien", unter Vorsitz des Herrn R.-A. Schüller in Gleiwitz, eine Sitzung ab, in der beschlossen wurde, Schritte gegen die Wanderbettelei zu unternehmen und kleinere Gemeinden zu unterstützen, die durch den Fortzug leistungsfähiger Mitglieder im Rückgang begriffen sind. k. Posen, 2. Juli. Am 14. v. M. feierte Herr Salomon Latz in New - Jork seinen 70. Geburtstagin überaus würdiger Weise. Während Herr Latz an diesem Tage in New.-Pork die 850 Zöglinge des Lebrew Orphan Asylum (Jüdische Waisenanstalt) sowie die 600 Insassen des Linai Hospital und des Llonteüore Home (Hospital für unheilbare Kranke) bewirthete, hatte er zugleich Fürsorge getroffen, daß in seiner Geburtsstadt Posen den Zöglingen der israelitischen Waisen- Knabenanstalt gleichfalls ein opulentes Festmahl bereitet wurde. Von Herrn Rabbiner Dr. Bloch, dem Vorsitzenden des Direktoriums, welcher mit mehreren anderen Direktionsmitgliedern dem Festmahl beiwohnte, wurde den Kindern der Lebenslauf des Gastgebers als nachahmungswürdiges Vorbild geschildert. Herr S. Latz fand vor 60 Jahren als einer der ersten Zöglinge Aufnahme in der hiesigen israelitischen Waisen- Knabenanstalt. Seine noch in den Anstaltsakten befindlichen Schulzeugnisse berechtigten schon damals zu der Hoffnung, daß dieser Zögling dereinst sich im Leben eine angesehene Stellung erringen und der gerade eröffneten Anstalt Ehre machen würden Alle an ihn geknüpften Erwartungen haben sich im reichsten Maße erfüllt. Seit Jahren wendet Herr Latz der hiesigen Knabenanstalt sein besonderes Wohlwollen zu. Die von ihm gegründete Salomon Latz'sche Stipendien-Stiftung hat bereits eine namhafte Höhe erreicht und wird von ihm ab und an durch Zuwendungen weiter vergrößert. Nach dem Festmahl erhielt jeder Knabe ein Geschenk, was die schon während der Mahlzeit sich entwickelnde freudige Stimmung zu lautem Jubel erhöhte, zumal die von den Kindern nach eigenem Wunsch gewählten Überraschungen meist aus militärischen Requisiten, Trommeln, Fahnen rc., bestanden. Die Direktion hatte dem Jubilar ihre Wunsche in einem Kabelt'elegramm übermittelt; Herr Rabbiner Dr. Bloch hatte außerdem an zehn verschämte Bedürftige im Aufträge des Herrn Latz Geldgeschenke vertheilt. Möge der Lebensabend des in New-Jork überaus angesehenen Mannes ein ungetrübter sein: „Heil dem, dessen Alter seine Jugend nicht beschämt." — Wie wir vernehmen, bemüht sich Herr Isidor Rohr auf Langguhle in anerkennenswerther Weise, das Vermächtniß seines edlen, leider zu früh verstorbenen Bruders Moritz Rohr, die Altersversorgungsanstalt zu Bojanowo,im Sinne des Verblichenen zu baldiger Ausführung zu bringen. Noch im Herbst sollen die Präliminarien, Statuten rc. erledigt werden, so daß möglicherweise noch in diesem Jahre mit dem Bau der Anstalt, welche nach den Bestimmungen des Herrn Isidor Rohr den Namen seines Bruders tragen wird, vorgegangen werden kann. Kp. Aus der Provinz Posen, im Juli. In Fordon sind kürzlich Herr Kaufmann David Oser und Ascher Pelz zu Schulvorstandsmitgliedern der jüdischen Volksschule daselbst gewählt worden. — Der Kantor Goldberg aus Filehne ist auf seine Bewerbung als solcher an die Synagogengemeinde in Exin berufen worden. — Das Baruch'sche Ehepaar in Buk feierte kürzlich das Fest der goldenen Hochzeit, aus welchem Anlasse demselben vom Bürgermeister Roll daselbst ein Glückwunschschreiben aus dem Civilkabinet des Kaisers und eine Ehejubiläumsmedaille überreicht wurde. — Bei der jüngst erfolgten Wahl von vier Repräsentanten und drei Stellvertretern der Synagogen-Gemeinde in Dirschau sind zu Repräsentanten für eine sechsjährige Wahlperiode die Herren Kaufleute Lagro, Herrmann Jacoby, Max Rehfeld und Bernhard Lewy und zu Stellvertretern für die Dauer von drei Jahren die Kaufleute Louis Cohn, Max Hirsch und Handelsmann Cohnhagen gewählt. — Der in Ostrowo verstorbene Rentier Abraham Cohn hat der dortigen Synagogen-Gemeinde ca. 10 000 Mark legatsmäßig mit der Bestimmung vermacht, daß die Zinsen an seinem Todestage zur Vertheilung an ärmere Verwandte oder an arme Gemeindemitglieder vertheilt werden sollen. H. Weiffenfels, 2. Juli. Israelitische Roßhändler hatten in Gemeinschaft mit den Marktwirthen zu Buttstädt (S.-W.) an die dortige Gemeindevertretung das Gesuch gerichtet, den Michaelismarkt zu verlegen, da er häufig mit dem jüdischen Neujahrsfest zusammenfalle und die Israeliten dadurch an dem Besuche des Marktes verhindert würden. Da eine Verlegung des Marktes eine Menge Kosten verursacht und bei der internationalen Bedeutung unserer Märkte nicht verhindert werden kann, daß hierher zugereiste Fremde den verlegten Markt nach großem Kostenauswande aus Unkenntniß verfehlen, hat der Gemeinderath zu Buttstädt das Gesuch abgelehnt. — Die rituelle Beköstigung jüdischer Zuchthausgesangener hört vom I. Juli laut Erlaß des Ministeriums des Innern auf. Die bisher gepflegte Konzentrirung jüdischer Zuchthausgefangener auf einige wenige Anstalten wird eingestellt, die ca. 200 jüdischen Gefangenen werden nach einem ausgearbeiteten Plane auf 26 bez die Thl Au Zei Pr^ sich abe läst das Fe! kan dax ver vor Sä unt De den nick gef um bot Ab wü An die bed Po Ro Ar gek Rel St, quc Lek Lil An Sck Aki die glü Wr zu Sck der ein best (P Vo der ca. best 53 wu beb wu Eu Leh Dei der wii Sck MWWWW M