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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-07-02 · Heft 27 (2.7.1897) · p. Seite 324

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 27 (2.7.1897)
Date
1897-07-02
Page
Seite 324 (sequence 12)
Language
German
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-— 324 -- gegenwärtigen politischen, sozialen, technischen und kulturellen Lebens gerecht zu werden, kann nur auf Grund von Stichproben, d. h. eingehenden Vergleichungen einzelner, in dieser Beziehung besondershervE stechender Artikel der fünften mit den entsprechenden der vierten Auflage^ gelöst werden. Solche. Stichproben habe ich auf den Gebieten, cyif denen ich durch eigene Forschungen und Kenntnisse mir ein Recht Zu eigenem Urtheil erworben zu haben glaube, vorgenommen und bin .daher, in allen Fällen zu einem für das Werk sehr günstigen Ergebnisse gekommen. Außerdem aber zeigte sich überall das Bestreben, den reichen, illustrativen Theil noch weiter zu vervollständigen und auf eine noch größere Höhe zu bringen, als sie bereits in der vierten Auflage erreicht war. Man wird hiernach mit herzlichem Danke für die umsichtige und ihre Aufgabe groß und vornehm auffassende Leitung des ganzen Unternehmens anerkennen dürfen: daß die neue Auflage auch der eingehendsten Prüfung Stand hält/) sowohl was den Text als was die Illustrationen betrifft, und in jeder Hinsicht das geblieben und noch mehr als früher geworden ist, was das Werk in den früheren Auflagen schon war, ein Standard work in des Wortes voller Bedeutung, welches Jedem in den tausenderlei Fragen des täglichen Lebens ebensowohl wie des wissenschaftlichen Erkennens eine ganze Bibliothek fach wissenschaftlicher Einzelnachschlagewerke zu ersetzen geeignet ist. ■ . Archivar Dr. Georg Winter. . — Die Fertigstellung derSchriften des hebräischen Litteratur- Bereins „Mekize Nirdamim" (12. Jahrgang) hat sich diesmal durch unvorhergesehene Hindernisse so sehr verzögert, daß die Versendung erst gegen Ende künftigen Monats möglich sein wird. Um nun mit dem folgenden Jahrgang wieder eine größere Pünktlichkeit Herstellen zu können, soll der gegenwärtige mit der Doppelziffer XII und XIII bezeichnet werden. In dieser Weise werden wir im Stande sein, schdn am 1. Juli d. I. mit dem Druck der Schriften des XIV. Jahrgangs zu beginnen und somit die künftige Lieferungsfrist innehalten. Für die diesmalige Verzögerung werden die Mitglieder durch die Reichhaltigkett der Darbietungen entschädigt. Der Jahrgang enthält folgende Schriften: 1. den Schlußband des Jbn Ganachschen Wörterbuches mit ausführlicher Einleitung und verschiedenen Jndices. 2. Divan des Jehuda Ha-Levi, III. Lieferung, enthaltend den Schluß des ersten und Anfang des zweiten Bandes. 3. Einleitung in das Machsor Vitry nebst Jndices und verschiedenen Nachträgen. 4. Sammelband, enthaltend: a) Kommentar zu Esra und Nehemia von dem Römer Benjamin den Jehuda; b) Er> gänzung einer Lücke in den Responsen Elia Misrachis; o) Die Statuten der Gemeinde Bamberg; d) Gedichte des Jsak ben Schescheth und Simon ben Duran, nach einem Manuskript in Algier; e) Historisches aus der Gemeinde Aussee während der Regierungszeit Maria Theresias. Diejenigen, welche auf den XII. Jahrgang noch subskribiren wollen, mögen sich beeilen, ihren Beitritt zu dem Verein durch Einzahlung des Jahresbeitrages von 10 Mark zu erklären. Dr. A. Berliner. — Heft 9 des 41. Jahrgangs der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums (Berlin 1897,S.Calvary & Comp) hat folgenden Inhalt: D. Feuchtwang, Assyriologische Studien II. — M. Löwy, Messiaszeit und zukünftige Welt. — M. Grunwald, Handschriftliches aus der Hamburger Stadtbibliothek II. — Aus einem Briefe Elkan N. Adlers. — D. Kaufmann, Zü R. Jacob Emdens Selbstbiogravhie (Schluß). — Besprechungen. Sprerhsaal. Verehrter Herr Doktor! er Zionistentag, welcher im August d. I. in München abgehalten werden soll, birgt schwere Gefahren für das deutsche Judenthum , in sich. Das grimmige Behagen und die höhnische Freude der Antisemiten über den Zionistentag sollten dessen Veranstaltern die Augen öffnen. Da aber diese Herren verständigen Vorsiellungen gewiß nicht i) Wir fügen dem noch hinzu, daß auch die Besprechung der Artikel, die unseren Jnteressenkreis, also Juden und Judenthum berühren, sachlich, objektiv und gediegen ist. Einzelne Anmerkungen dazu verspüren wir uns für eine nächste Gelegenheit. zugänglich sind, sondern das Programm, durch welches sie den Antisemitismus in allen Ländern am wirksamsten bekämpfen zu können vermeinen, auch durchführen wollen, so muß in einer umfassenden und feierlichen Demonstration der deutschen Juden vor aller Welt klargelegt werden, um was es sich handelt. Die dankenswerthen Kundgebungen der Herren Rabbiner Werner, Dr. Maybaum und Vogelstein reichen allein nicht aus. Und mit dem Achselzucken der meisten Glaubensgenossen über die nur pathologisch erklärbaren Phantastereien der Zionisten, welchen krankhafte Angst vor den Antisemiten den Blick getrübt haben, ist auch nichts gethan. Meines Erachtens müßte vielmehr für den Tag, an welchem der Zionistentag in München abgehalten werden soll, in Berlin ein Tag nationalgesinnter Juden zusammenberufen werden, um feierlich und förmlich Namens der.deutschen Juden gegen die Bestrebungen und Ziele der Zionisten zu protestiren. Zusammenberufung und Leitung dieses Tages würde zweckmäßig dem Deutschen Gemeindebunde anheimfallen. Angesehene Männer aller Gemeinden müßten aufgefordert werden, selbst zu erscheinen oder einer Resolution zuzustimmen, welche etwa so lauten müßte: „Wir deutschen Juden stehen fest zu Kaiser und Reich. Wir sind, wie unsere Väter, bereit, Gut und Blut zu opfern für König und Vaterland. Wir lassen uns die Freude an der Heimath durch keinerlei Anfechtungen rauben. Deshalb verwerfen wir die Bestrebungen und Ziele der Zionisten." Es würde mich freuen, wenn diese Idee Anklang und. Ausführung fände. In vorzüglicher Ergebenheit Hannover, 21. Juni. Dr. Meyer, Rechtsanwalt. * Geehrter Herr Redakteur! «as Herr Dr. Heinrich Lewy, Gymnasialoberlehrer in Mülhausen i. E., in Nr. 23 der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" betreffs der Militärgottesdienste und Vorbereitung zum Soldateneid — das Schwören selbst erfolgt weder in Kirchen noch in Synagogen, sondern in den Kasernen — anregt, ist am hiesigen Orte im Herbst 1892 durch unseren Prediger I. Sturmann zur Ausführung gekommen. Damals befanden sich in der hiesigen Garnison 30 jüdische Soldaten, und auf Vorstellung des Herrn Sturmann bei dem damaligen Regimentschef wurde nicht nur befohlen, daß die Soldaten an jedem Feiertage von jedem Dienst frei sein, sondern daß für sie an jedem vierten Sabbath- Nachmittag ein besonderer Militärgottesdienst abgehalten werden sollte, was auch pünktlich erfolgte. Ferner wird Herr Sturmann alljährlich von der hiesigen Militärbehörde aufgefordert, die eingestellten Rekruten zu dem Fahneneide in der Synagoge vorzubereiten. Die Zahl der jüdischen Soldaten hiesiger Garnison hat in den letzten Jahren aber bedeutend abgenommen, und so wurde der besondere vierwöchentliche Militärgottesdienst abgeschafft, dagegen haben dieselben an jedem vierten Sabbathgottesdienste Vormittags Theil zu nehmen. Das Datum der betreffenden Sabbathe wird von Herrn Sturmann immer für ein halbes Jahr im Voraus der Militärbehörde eingereicht. Dem Beispiele des Herrn Sturmann hier sind die Kultusbeamten in Gumbinnen, Tilsit und Insterburg gefolgt, und auch dort ist für. Belehrung der jüdischen Soldaten gesorgt. Leider will die Militärbehörde das sogenannte „Führen" der jüdischen Soldaten zum Gottesdienste nicht nachgeben/ und so kommen die Soldaten nicht pünktlich, manche drücken sich, machen nichtssagende Ausreden, gehen lieber zum Dienst •it. s. w., ein trauriges Zeichen unserer Zeit. Osterode, Ostpr., 15. Juni. L. Wittenberg. *- Sehr geehrter Herr Redakteur! ßfgen S. Frankfurter-Wesel leitet in der Nr. 26 Ihres geschätzten ££§* Blattes das Wort: Schlemihl von „schlimm" ab; wäre es nicht viel näher liegend, dasselbe aus: seb'lo moil, ein Mensch, der nichts nützen kann, herstammend zu betrachten? Hochachtend Kiel, 21. Juni. Lehrer F. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für du Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin. i i r r ( 4 t i T r i 3 3 5 i £ x 4 f d i § s d r 5 3 e S i r t g 3 s r 3 <§ 9 v 3 h o Q v b r n 3 d « b h

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