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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-06-11 · Heft 24 (11.6.1897) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 24 (11.6.1897)
Date
1897-06-11
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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61. L-Hrg-Mg. Ar.24. ^0^4 ffieriin, 11.Mm\ 1897. Weilage zur „Allgemeinen Zeitung öes IuöenLHurns". Korrespondenzen und Nachrichten. Drutschlan-. L2 Berlin, 7. Juni. Wahrhaft belustigend ist es für eingeweihte Kreise, die Hast und Emsigkeit einerseits zu beobachten, mit der mühselige Reporter die jüdischen Zeitungen für ihre Zwecke ausbeuten, und die Ungeschicklichkeit andererseits, mit der sie auch die einfachsten Dinge mißverstehen. Was im letzten Winter über Gemeindeangelegenheiten, Synagogenbauten, Religionsunterricht u. s. w. in den Tagesblättern znsammenge—dichtet wurde, ist geradezu unglaublich. Aber es verlohnte sich wahrlich nicht der Mühe, diese Eintagsfliegen noch besonders zu tödten. Auch in dieser Woche fliegt wieder solch eine Ente durch die Tageszeitungen. Ta hat ein findiger Reporter von dem glücklich beendeten Prozeß mit den Gersonschen Erben wegen eines größeren, der Gemeinde nunmehr zugefallenen Legats vor einiger Zeit gelesen — flugs macht er daraus die Mittheilung, daß die. jüdische Gemeinde ein neues, bedeutend vergrößertes Krankenhaus an Stelle des gegenwärtigen jüdischen Krankenhauses in der Auguftstraße, das sich schon längst als unzureichend erwiesen hat, zu errichten beabsichtige. Tie hierzu nothwendigen Gelder sollen aber aus jenem Vermächtnis stammen. Selbstverständlich entbehrt die Nachricht jeder Begründung. Weder ist der Bau eines Krankenhauses geplant, noch ist das gegenwärtige „durchaus unzureichend", und am allerwenigsten sind die Gersonschen Legate für diesen Zweck bestimmt. Aber sonst stimmt alles in jener Notiz. L Berlin, 8. Juni. Die „Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin" Hielt am 29. v. M. im Bereinslokal. eine wissenschaftliche Sitzung ab. Es wurden zunächst nähere Einzelheiten über die Reise zum Verbandstage nach Frankfurt festgesetzt und dabei konstatirt, °daß der größte Theil der Mitglieder an den Verhandlungen des Provinzialvereins theilnehmen wird, — Unter allgemeiner Zustimmung gab alsdann ein Mitglied des Vereins seinem Bedauern über die Vorgänge in der Repräsentantenversammlung vom 25., April Ausdruck. Dort hätten nach dem Berichte der Zeitungen; Mitglieder des Repräsentantenkollegiums in öffentlicher Sitzung die Thätigkeit der Religionslehrer an königlichen Lehranstalten einer ab- - fälligen Kritik unterzogen, die um so bedauerlicher sei, als sie sich auf . ein durchaus nicht zureichendes Material stütze; solche öffentliche Kriti-l sirung schädige nicht nur die Autorität des Lehrers, sondern sei auch! geeignet, den Religionsunterricht, dessen LVerthschätzung in den Augen des Publikums leider ohnedies eine sehr geringe sei, um den letzten Rest der Achtung zu bringen.— Nach Erledigung dieser Angelegenheit^ berieth die Versammlung über die vom Kollegen Auerbach zur Diskussion gestellten Thesen. An die erste These knüpfte sich eine längere, sehr an-- geregte Debatte, dje schließlich zur Annahme der These führte. Da in-! zwischen die Zeit schon sehr vorgerückt war, mußte die weitere Diskussion - auf die nächste Sitzung, die am 26. Juni stattfinden wird, vertagt werden. Die Thesen sollen im nächsten Bericht im Zusammenhang veröffentlicht werden. 6l Land eck i. Westpr., 4. Juni. Ein schönes Fest hat unsere Gemeinde in diesen Tagen gefeiert. Dieneue Sy n ag o ge, eine Zierde unseres Städtchens, wurde am 31. Mai feierlich eingeweiht. Zahlreiche strömten auch aus den Nachbargemeinden die Gäste herbei, um theilzunehmen an der Freude, welche die Herzen Aller erfüllte. Zuerst versammelte man sich im alten Bethause, wo Herr Rabbiner Dr. Grabowski- Konitz ein kurzes Abschiedswort sprach. Alsdann ging es in geordnetem Zuge nach dem neuen Tempel, woselbst Herr Dr. Grabowski die Festrede hielt. Der religiösen Feier schloß sich ein Festdiner an, das die zahlreichen Theilnehmer noch lange in fröhlicher Stimmung zusammenhielt. An der Feier sowohl als auch am Festessen nahm unter Anderen auch der Bürgermeister Theil. Lp. Aus der Provinz Posen, im Juni. Der bisherige erste Lehrer an der israelitischen Schule zu Samter, Herr Salomon Caspari, ist anläßlich seiner kürzlich erfolgten ^enstonirung vom Männer-Gesangverein daselbst, dessen langjähriger Leiter er war, zum Ehrenmitglied ernannt worden. — Bei der kürzlich erfolgten Wahl von Vertretern der israelitischen Gemeinde in Schildberg sind die. Herren Kaufmann Julius Niclas, Fleischermeister Julius Süßmannn I., Holzhändler Albert Hirsch und die Kaufleute Moritz Altmann und Joseph Meisner gewählt worden; als deren Stellvertreter wurden die Herren Kaufleute Julius Süßmann II., Moritz Kleinert und Fleischermeister Salomon Kleinert, gewählt. — An Stelle des nach Labischin versetzten Lehrers Jacobsohn ist der Lehrer Auerbach aus Witkowo an die einklassige. israelitische Schule >zu Neustadt a. W. berufen worden. — Die 2. Klasse der jüdischen Schule zu Gollub ist wegen der geringen Schülerzahl aufgelöst worden. — Im Alter von 72 Jahren ist jüngst in Wollstein der Rentier Abraham Caro gestorben; derselbe gehörte 42 Jahre hindurch der Vertretung der dortigen Synagogen-Gemeinde cm. — Die durch den kürzlich erfolgten Tdd des Lehrers Isidor. Goldschmidt in Jaratschewo erledigte Schulstelle soll mit einem jüdischen Bolksschullehrer, der gleichzeitig die Funktionen eines Kantors verrichten kann, besetzt werden. — Das Abraham Lewinsche Ehepaar in Rogowo feierte am 20. Mai er. das Fest der goldenen Hochzeit, aus welchem Anlasse ihm die Ehejubiläumsmedaille verliehen wurde.'—. Infolge steter Abnahme der Schülerzahl in der israelitischen Schule zu Usch hat die königliche Regierung zu Bromberg die Auflösung der Anstalt und die Einverleibung der jüdischen Schüler in die dortige evangelische Schule verfügt. Der israelitische Lehrer Gerson ist als 2. Lehrer an die israelitische Schule zu Czarnikau versetzt worden. Lx, Aus der Provinz Posen, im Juni. Der langjährige jüdische Beigeordnete in Strelno, Kaufmann Jacob Goldstandt daselbst, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. — DerLehrerJacobsohn in N eusta dt a. W. ist nach 21 jähriger Wirksamkeit an der jüdischen Volksschule daselbst als Lehrer an Stelle des in den Ruhestand getretenen Lehrers Israel an die zweiklassige Schule zu Labischin. berufen worden. — Die Repräsentanten der Synagogengemeinde in Rogasen haben bei der Regierung in Posen ein Gesuch um Aufhebung ihres ursprünglichen Beschlusses,' die dortige Religionsschule in ein Gemeindeinstitut umzuwandeln, eingereicht. — In Jano witz hat sich jüngst unter dem Vorsitze des praktischen Arztes Dr. med. Goldbaum ein israelitischer Geselligkeitsverein gebildet. — Die israelitische Gemeinde in Schwersenz hat vor Kurzem beider Regierung zu Posen wegen der steten Abnahme der Zahl ihrer Mitglieder beantragt, daß das Gemeindestatut, nach welchem der Vorstand aus fünf und . des Repräsentantenkollegium aus 15 Aiitgliedern bestehen soll dahin geändert werde, daß der Vorstand sich aus nur drei und das Repräsentanten-Kollegium aus neun Mitgliedern zusammensetze Dieser Antrag wurde von der Regierung genehmigt. — Der Wohlthätigkeitsverein „Ansche Cheßed" in Posen feierte kürzlich das Fest des 50 jährigen Bestehens. — Am bevorstehenden Geburtstage Kaiser Wilhelms I. kommen aus der Stiftung des vor zwei Jahren in Rawitsch verstorbenen Rentiers Louis Stillmann 400 Mark Zinsen zur Bertheilung, wobei insbesondere solche Bedürftige bevorzugt werden, die den Krieg 1870/71 mitgemacht haben. Die Stiftung ist seinerzeit aus Anlaß der glücklichen Beendigung des Krieges .1870,71 mit 12 000 Mark ins Leben gerufen und im Jahre 1878 aus Anlaß der Genesung des Kaisers von seinen durch das Attentat erlittenen Verletzungen um^LOOO Mark erhöht worden. — Ein durch seinen Wohlthätigkeitssinn bekannt gewordener Herr, der Kaufmann und Rathsherr Bernhard Magnus in Tuchel, ist kürzlich bei seinem Kuraufenthalte in Wies baden gestorben. — Die Gemeindevertretung in Kolmar hat zum Klausrabbiner ^er dortigen Tilla-Lea'schen Stiftung, den Rabbiner Wreschner in Pudewitz berufen. Die Gemeinde in Könitz hat bei der Regierung zu Marienwerder den Antrag gestellt, daß an der

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