Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 61 (1897)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1897)
- Date
- 1897-06-04
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Darlehnskasse zugewendet haben, und spricht den Wunsch aus, daß diese ihr auch ferner ein wohlwollendes Interesse entgegenbriugen. Wir.: schließen uns diesem Wunsche gern an. L2 Berlin, 31. Mai. Am 27. d. feierten unter allgemeiner Theilnahme Herr Kommerzienrath Julius Jsaac und dessen Gattin das Fest der silbernen Hochzeit. Zahlreiche Deputationen, Adressen, Depeschen, Briefe re: gaben Zeugniß von der Beliebtheit und dem Ansehen, dessen sich Herr . Kommerzienrath Julius Jsaac in verschiedenen Kreisen zu erfreuen hat. Bonden Deputationen jüdischer Kreise, die künstlerisch ausgeführte Adressen überreichten, erwähnen wir nur den Briider-Verein, das Komitee zur, Abwehr antisemitischer Angriffe, den Centralverein deutscher M. Staatsbürger, den Verein für jüdische Geschichte und Litteratur, d^n Verband der Litteraturvereine in Deutschland, die Lesehalle, das Kinder-Krankenhaus rc. Möge es dem verehrten Jubelpaare noch lange beschieden sein, in Glück und Gesundheit wie bisher für alle Wohlthätigkeits- und gemeinnützigen Interessen erfolgreich zu wirken! K. Thorii, 30. Mai. Am Donnerstag den 27. d. Mts. fand hier eine Versammlung der Rabbiner Westpreußens statt. Bonden in unserer Provinz amtirenden 13 Rabbinern hatten elf der an sie er-' gangenen Einladung des Herrn Dr. Rosenberg Folge geleistet, zwei der - Herren waren wegen amtlicher Funktionen zu erscheinen behindert. Anwesendwaren: Dr. Baer - Graudenz, Dr. Blumenthal-Dayzig, Dr. Eppenstein-Briefen, Dr. Guttmann-Kulm, Dr. .Minsk-Behrendt,' Dr. Nordheimer-Schwetz, Dr. Pick-Straßburg, Dr. Rosenberg-Thorn, Dr. Rosenstein-Graudenz, Dr. Schück-Zempelburg und Dr. Silberstein- Elbing. Die Berathungen begannen in dem vom Gemeindevorstand bereitwilligst gewährten Sitzungszimmer um '/2IO Uhr Vormittags und dauerten bis 2 Uhr. Sie erstreckten sich auf die Gründung eines Provinzial-Rabbiner-Verbandes, den diesbezüglichen Statutenentwurf, den korporativen Beitritt zum allgemeinen Rabbinerverband und auf die Inspektion des Religionsunterrichts in den Provinzialgemeinden. In Anbetracht des jüngst ins Leben getretenen Gemeinde-Verbandes wurde, auch eine Vereinigung der Rabbiner Westpreußens als eine unumgängliche Nothwendigkeit erachtet und demgemäß beschlossen. Als Vor- . standsmitglieder wurden die Herren DDr. Rosenstein - Graudenz, Rosenberg-Thorn, Guttmann-Kulm gewählt. Auch in Betreff des- Beitritts zum allgemeinen Rabbinerverband wurde ein fast einstimmiger^ Beschluß erzielt. Zur besseren Ueberwachung des Religionsunterrichts" wurde die Provinz in verschiedene Bezirke eingetheilt und jedem Rabbiner; ein solcher Bezirk zugewiesen. Um 11 Uhr erschien in der Sitzung eine Abordnung des Vorstandes und der Gemeindeoertreter, um die Rabbiner ■ zu begrüßen und sie zu einem ihnen zu Ehren in der Aula der Religionsschule veranstalteten Festmahl am Nachmittag einzuladen. Die rege Theilnahme der Gemeindemitglieder an demselben bekundete in erfreulicher Weise, mit welcher Sympathie man den fremden Gästen hier entgegenkam. ' Es hatten sich an 70 Theilnehmer eingefunden. Gleich nach Schluß der Verhandlungen um 2 Uhr begann das Festmahl. Die Reihe der Trink-' spräche eröffnete der Senior unter den Rabbinern Westpreußens, Herr - Dr. Schück-Zempelburg, mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Seine Majestät den Kaiser. Nun wechselten in bunter Reihenfolgen Reden ernsten und heiteren Inhalts ab, und es würde den Rahmen ■ eines Berichts um ein weites überschreiten, wollten wir sie imr inhaltlich kurz andeuten. Von Seiten des Gemeindevorstandes sprach. Herr: D. Wolfs, von Seiten der Gemeindevertretung die Herren Adolf Jacob, Professor Dr. Horowitz und Louis Kalischer, und von Seiten der. Nabbinen alle Herren. Nach dem Festmahl, das bis gegen 5 Uhr dauerte, vereinigten sich die Rabbiner noch einmal zu einer kurzen > Sitzung. Da jedoch mehrere der Herren abreisen mußten, so wurde dern Rest der Tagesordnung auf die nächste Versannnlung verlegt. Die noch : zurückgebliebenen Herren vergnügten sich trotz der wenig günstigen Witterung bei einem kleinen Ausflug. * Schrimm, 2. Juni. Ueber die rituelle Verpflegung der jü-! dischen Insassen des Landarmenhauses Hierselbst vom 1. Mai , 1896 bis zum 30. April d. I. ist ein Bericht von Herrn Rabbiner Dr. Bamberger erschienen. Es wurden verpflegt: ein Monat 3, vier ' Monate je 4 und sieben Monate je 5 Personen (einschließlich eines jüdischen Soldaten). Die Einnahmen betrugen 1042 Mark, die Ausgaben , 1023,93 Mark. x Bromberg, im Mai. In Jarytschewo starb, wie schon gemeldet, der Lehrer Goldschmidt; nach seinem Ableben soll die Lehrer¬ und Kantorstelle mit ''einer Person besetzt werden, da die Schülerzahl nur sieben Kinder betragen soll. — Der Lehrer Gersohn ist von Usch nach Czarnikau versetzt worden; die Kinderzahl der Schule hat vier betragen, und sollen die jüdischen Kinder der evangelischen Schule zugetheilt werden. Der Stadtverordneten-Borsteher Julius Levy in Jnowratzlaw hat ein Kapital von 5000 Mark der Stadt für eine Stiftung übergeben mit der Bestimmung, dessen Zinsen an bedürftige Kommunalbeamte und Lehrerwittwen zu vertheilen. 0. Breslau, 28. Mai. Der Verein israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen versendet die Einladung zur 19. ordentlichen General-Versammlung am 9. Juni im' Hotel „zum weißen Storch". Die Tagesordnung ist folgende: 1. Berichterstattung des Vorstandes über das Vereinsjahr 1896/97. 2. Rechnungslegung der Kassen - Verwaltung. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Berichterstattung über die Thätigkeit des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche durch den Delegirten. 5. Diskussion über die von Herrn Bern Hardt * Tarnowitz zu seinem in der letzten Generalversammlung gehaltenen Vortrage, betreffend die definitive Anstellung, die Pensions- und Reliktenverhältnisse der jüdischen Lehrer, aufgestellten Leitsätze. 6. Die Gründung einer Unterstützungskasse durch den Verband rc. 7. Referat des Herrn Bähr-Waldenburg über das Thema: „Was thut den Kultusbeamten noth? 8. Etwaige Anträge aus der Mitte der Versammlung. F. Breslau, 1. Juni. Vergangenen Donnerstag beging Herr Dr. I. Lewy, Seminarrabbiner des hiesigen jüdisch-theologischen Seminars, das Jubiläum seiner 25 jährigen Dozententhätigkekt. Da der Jubilar seinem bescheidenen, jedem äußeren Glanz abholden Wesen entsprechend sich jede offizielle Feier verbeten hatte, beschränkten sich die Hörer des Seminars darauf, ihren verehrten Lehrer bei Beginn der Vorlesung durch einen der Ihrigen, .Herrn Kand. phil. Elbogen, herzlich beglückwünschen zu lassen. Möge dem als Menschen wie als Gelehrten gleich hervorragenden Manne eine noch recht lange, segensreiche Wirksamkeit zum Wohle des Seminars und der jüdischen Wissenschaft beschieden sein! =$= Hannover, 1* Juni. Der Verein jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover versendet die Einladung zu der am 9. und 10. d. M. hier im Saale des Restaurateurs Falk (Andreästraße) stattfindenden 33. Versammlung. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Berichterstattung. 2. Vorstandswahl. 3. Auf Antrag des Verbandsvorstandes nochmalige Erörterung der Frage „der definitiven Anstellung sämmtlicher jüdischer Lehrer, ihre Penfionirung und der Versorgung ihrer Hinterbliebenen" gemäß Nr. 17 des Protokolls des Verbandsvorstandes. — Referent: Herr Lehrer Fabisch-Göttingen. 4. „Die Bedeutung des jüdischen Lehrerstandes für die religiösen Verhältnisse der Synagogengemeinden in der Provinz Hannover. — Referent: Herr Landrabbiner Dr. Gronemann-Hannover." 5. „Die Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Juden". — Referent: Herr Lehrer Apt-Pattensen. 6. Wahl von Berbandsdelegirten für die nächsten drei Jahre. 7. Freie Besprechungen. Für den zweiten Konferenztag ist wieder ein gemeinschaftliches Mittagessen in Aussicht genommen, an welchem sich hoffentlich alle Konferenzbesucher betheiligen werden. — Ein Zuschuß zu den Reisekosten wird vom Verbände gewährt. Im Anschlüsse an die Lehrerversammlung werden die Mitglieder der Unter st ützungskasse zu einer Generalversammlung auf den 10 d. M., Mittags 12 Uhr, in Falls Hotel hierdurch eingeladen Tagesordnung: Recheüschaftsbericht. Die in der vorigen Generalversammlung beschlossenen Abänderungen des Statuts haben die Genehmigung des Herrn Oberpräsidenten durch Verfügung vom 17. März d. I. gefunden. K. Hannover, im Mai. In der am 1. April stattgehabten Plenarversammlung des Israelitischen Frauenvereins wurde an die Stelle der verstorbenen Frau Clara Cohen die bisherige dritte Vorsteherin, Frau Martha Hirsch, zur ersten Vorsteherin und an deren Stelle Frau Franziska Fridberg zur dritten Vorsteherin gewählt. — Der siebzehnte Jahresbericht des Vereins zur Unterstützung der Schüler der Bildungsanstalt für jüdische Lehrer zu Hannover für die Zeit vom 1. Oktober 1895 bis 30. September 1896 bringt wiederum den Beweis