Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 61 (1897)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1897)
- Date
- 1897-06-04
- Page
- Seite 273 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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27S ^^M^^^^MWWZHMMWMWWUWEWWWWWWWAWW auf die Höhen Sie - bricht die verhärteten Herzen, die Tyrannen I lallen gleich , den Säuglingen. Du zeigst uns den Weg der Gerechtigkeit,! den Rachen des Unthiers hast. Du zerschmettert. Aber wir sind nur gerecht gegen uns, wenn auch die Welt um uns untergehe. Unsere ' Opfer für Dich sind zu unserm Ruhm, all unsere Wohlthat Selbstgefälligkeit und Heuchelei. Sie machen mich leiden die Kinder meiner Mutter, denn sie dienen den Götzen, die ihre Väter nicht gekannt haben, * den Götzen aus Fleisch und Blut. Du tröstest mich. Ewiger, mit einem furchtbaren Tröste. Wann Du es vollbringen wirst, sag ich nicht, wann der Bote deines Grimmes auf den Flügeln des Verderbens einherfährt, wir werden weinen. Ewiger, aber in Wunden lacht eine Seele — denn die Gluthen, Ewiger, sind das Feuer Deiner Liebe. ■' " Diene dem Ewigen in Freuden, nimm Theil an seiner Arbeit für seine Welt, für deine Welt.' Deine Freude wird deüi Lohn sein. Raube nicht fremde Arbeit und genieße nicht den Schweiß deines Bruders, dein'Glück wird wie eine Seifenblase schillern und zerplatzen. ‘ , - ' " ' * Ja, stärker als der Tod ist die Liebe, denn sie wird die Schranken des Lebens durchbrechen. Sie wird dich auf wunderbare Weise mit dem Geliebten vereinigen. Also ist es dir Gesetz auf immer und ewig, warum jubelst du dem treuen Boten nicht fröhlich entgegen? Weil schwarz sein Gewand? Ha, deine Sünden haben es geschwärzt — wenn roth sein Kleid — deine Blutgier hat es bespritzt — aber zage nicht, ob licht, ob dunkel, es ist der Bote des Friedens. Er wird auslöschen deine.Sünden, ob du ihrer jammerst oder spottest, die Liebe des Ewigen hat dir neue Bahnen gebrochen. Wenn die Schatten wachsen, wenn die Sonne sich neigt, im süßen Schauer der Nacht vereint er dich deinem Geliebten. Was du längst vergessen, was du nie geglaubt, du erfährst es im Traum, und selige Wonne erfüllt die dunkle Behausung. ' . - . . i. . . /. / Mögen sie üntergehen und verschwinden alle,, die am Ewigen verzagen, möge ausgerottet werden der Name aller Derer, die seinen Namen verleugnen./ Aller Derer vom Hause Jacobs. Denn Du brichst die Treue dem Geliebten deiner Jugend, du unbändiges, verbuhltes Weib. Wie deine Mütter gebuhlt mit Bal und seinen Pfaffen, so buhlst du mit dem Kreuz, und seinen wahnvollen Knechten. Ich habe aus Rußland verjagt die Schaaren, die mich mit dem Munde bekannten, und ich/werde die Anderen nicht verschonen, die mich mit dem Munde verleugnen, ein Gericht kommt über sie alle. Ueber den. der auf seidenen Kissen ruht, und über den Arbeiter in seiner Hütte, über die Zarte und Feine, über die Elende und Sorgende. Ein Gericht, eine Noch, eine Qual. Weil sie meine Liebe nicht verstehen und meine Hilfe verachten, zeige ich Ihnen daß Schwert, wie. vor Alters, und, die Berge von Leichen und die Bäche von Blut. Das verstehst du noch von Alters, o Haus Israel, dann wirst .du kommen- und suchen den Ewigen, deinen Gott. Du wirst ihn nicht finden. . : H. Lange Jahre habe ich auf Deinem heiligen Berge geschlafen. Ich aß und trank und mein Herz war ruhige Ich schlief unter Räubern, Gaunern, Genossen der Hölle. Ach, daß Du mich hättest weiter schlummern lassen bis hinüber züt süßen Ruhe. Denn Dein Geist suchte mich nicht heim, ich sah nicht vor- und nicht rückwärts. Da regtest Du die Hunde wider mich auf und die giftigen Nattern. Und sie.stürzten mich fort von Deinem heiligen Berge unter die Menschen, und ich erwachte. Und Du erfüllest mein Herz'mit Angst und mit Pein und sprachst: Rede. Ich aber will nicht reden. Laß ab von mir,' denn ich habe nichts' zu sagen. Was soll ich wiederholen die Worte der Alten einem frechen und lügnerischen und falschen Volke? Und hast du ihnen nicht selbst eine Belohnung ausgesetzt für die Frechheit, die Lüge und die Falschheit? Wer kann denn gedeihen, ohne dich zu verleugnen, wer hat Erfolge, es sei .denn, .er lüge und betrüge? Das ist es ja, was du sprechen sollst, du blöder Thor : Wer mich verläßt und dem Gewinn nachjagt, soll sicherlich den Gewinn ernten, und den Tod, spricht der Ewige. Wer meine- Sabbathe und Feste feiert und wer sie mit Füßen tritt, sie sind! mir Beide gleich zunr Ekel- — Beide sind sie des-Truges voll und der Arglist. Ringen nach Schimmer und Prunk-und -Ehren, diese als offene Räuber, jene , als geheime Diebe — ich stürze sie Beide zusammen, in den Abgrund , unter Blut und Leichm.. Weit, .weit seid Ihr äbgeschweift von meinem Wege, und nun könnt Ihr nicht, zurück. 'Weil Ihr nicht dulden wolltet, nicht der Wahrheit treu die Ehre geben, um mich zu heiligen, darum ist all dieses Unglück über uns gekommen! Ihr habt kein-Recht, den Völkern zu folgen, Ihr seid mein, mir verkauft .auf ewig, ich lasse Euch nimmer, spricht der Herr. - in. ' /'■ . /./’/'//./../ Weil du vertrauensvoll gesetzt deinen Fuß auf die Untiefen der Völker und mich verlassen, darum will auch ich dich verlassen, spricht der Ewige. Nun bete auch du dich an und sprich : wie'groß und ergaben bin ich, ich habe mich selbst gezeugt mit der Roth, meinem Vater, ich trugmich selbst auf Adlersschwingen aus dem Dickicht. Recht und Gerechtigkeit.sind meine Erfindungen. Horch, wie die Donner grollen in der Ferne, .seine Bsitze treffen dein Haupt und. verzehren deine Kronen "Von Papier, deinen eklen Tand von Sammt und Seide. Ah, du/wolltest Hetzen mich zeugen, verruchtes Geschlecht. Wälzend dich auf deinem üppigen Lager, füllend mit Ueppigkeit den gierigen Bauch, versunken in ^Schlamm und Lüste, ausspähend nach Wollust^ Ich bin groß' geworden, -warum neidet Ihr cs? mein Begehr ist ja nur nach Genuß, nach-Genuß, .nach.Genuß. — Ah, .du sollst genießen,. Sohn des Staube? v--picht meine Wonne,, nicht die Wonne des reinen.Herzens laß ich. dich, kosten, aber den Genuß der Würmer, den Genuß des gehetzten Wildes, den Genuß des Fluches der Völker Hab ich dir beschieden. I///,IV." r Viele Jahrhunderte lag ich im Staube, und auf meineny blutigen Leibe tobten die Barbaren in Wuth und Mord. Sie kreuzigten mich ' Tag für Tag, sie würfelten um meine Gewänder, 'aber du machtest ''Mich fröhlich in meinen Leiden. Denn'ich hing an dir mit Wonne und Seligkeit, damit einst dein großer Tag' erscheine. Aber kaum hätte'ich mich r-erhöhen, kaum waren die Hyänen gescheucht in ihre Höhlen, da'durch- . strömte wundersame Kraft meine Glieder^ünd mein Haupt reichte in die . Wolken. Und nun fort mit Gesetz und mit Zucht und den uralten Geboten. Und nun will ich aufthun meinen. Mund wie die Heiden, und ° hinunterschlingen mit Gier die Genüsse der Welt, denn ,ich perlache..die träume der Väter, und ich spiele mit den Träumen der Heiden. Söll -Mp im -Sumpfe enden mein herrlicher Strom, Israel, du Leuchte der .Menschheit, soll zu Schanden, werden? Und "doch hoffen auf dich die «Nationen, denn ohne dich ist keine Rettung. Aber der. Lehrer der Menschheit ist zum Narren geworden, im Wahnwitz reißt er von sich seinen ^Hrunk und schreitet einher in scheußlicher Blöße. - ' - ■■■ ■ V. ■ ' ."■■■■: - "■ ■ /■ ' Schreckengeheul und Wuthausbruch, wenn der Ewige kommt, zu richten die Erde. Und er hat seine Fahne blutigroth ausgesteckt am Himmel, und in blutigem Haß sind entflammt die Herzen aller Elenden - und Unterdrückten gegen ihre Peiniger. Kein Friede, der Erde, kein ' 'Friede dir, Haus Israel. Du strebtest ' voran unter den Heiden nach ''Ueppigkeit nnd Genuß, so treffe dich vor Allen der Fluch der Ueppigkeit ^'und Selbstsucht. Für ein Linsengericht hast du dein Erbtheil verkauft, hu hast -den Heiligen Israels verlassen. und mit eigenem Munde.deine "'Schande verkündigt, „was soll mir noch der ungerathene Sohn auf wüster /Erde," spricht der Ewige. Wie sollen die unseligen Heiden einander ^sticht zerfleischen, wenn du ihnen mein Licht entziehst,/.keiner, ist beglaubigt ^äüßer dir, Sohn Jacobs, doch du hast nur die. Hinterlist von deinem Vater ererbt,-glaubst du auch mich zu betrügen, du salbungsvoller 'Dünner? Du entziehst dich, Wahrheit zu sprechen in deinem Herzen, "und Gerechtigkeit und Liebe zu üben, damit die Menschheit zerbreche ihre ^dole von Metall/ und von Stein und die Götzen ihres blöden Versandes und suche den Heiligen Israels und ihn finde durch dich, hu ' weigerst mir den. Gehorsam/weil du mir nicht, mehr vertrauest,/wehe "dir. Unglückliche, daß ich dich aufs. Neue belehren muß — denn wenn 'Är dich äuch zehnmal von rnir lossagst, so lasse ich dich nicht, dein Blut "st mir verpfändet, und wenn du es mir' nicht freiwillig giebst, so werde ^ch . es nehmen am Tage des Grauens und . Entsetzens. / . - . . . - ... .... .-v