Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 61 (1897)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1897)
- Date
- 1897-05-21
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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schastliches Essen (pro Kuvert 1,5V Mark); diejenigen Herren, die an demselben theilzunehmen gedenken, werden ersucht, die Anmeldung bis spätestens den 3. Juni an Herrn Lehrer Abraham-Frankfurt a. O. gelangen zu lassen. Die -reichhaltige und interessante. Tagesordnung wird sicherlich dazu beitragen, alle Lehrer und Freunde der Lehrerschaft in Frankfurt zu vereinigen. SS Magdeburg, 18. Mai. Die Konferenz des Vereins israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands findet am 26. und 27. Mai zu Gotha im-Gasthof „Zum Schützen" statt. Die Tagesordnung ist folgende: Mittwoch, 26. Mai, Nachmittags 6 Uhr. 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Streifzüge aus. dem Gebiete der neueren jüdischen Schullitteratur. (Referent: Dr. Spanier-Magdeburg). Donnerstag, 27. Mai, Vormittags 8V2 Uhr, 3. Lehrprobe: Der Sündenfall (Frank- Halle). 4. Der Gesinnungsunterricht in den ersten Schuljahren. (Referent: Röthler-Gotha). 5. (Verbandsthema): Nochmals die Frage der definitiven Anstellung sämmtlicher jüdischen Lehrer, und: Wie soll sich die Wittwen- und Waisenkasse des Verbandes der jüdischen Lehrervereine gestalten? (Referent: Steinhardt-Magdeburg). Eisenach, 11. Mai. Am 7. d. M. verschied dahier nach langem Leiden der Religionslehrer und Kultusbeamte der hiesigen jüdischen Gemeinde, Herr Jakob Heidungsfeld. Der Verewigte versah hier sein Amt seit dem Bestehen der Gemeinde, 33 Jahre lang, und hatte sich die Liebe und Achtung nicht nur der Gemeindemitglieder, sondern auch weiter christlicher Kreise erworben, wovon die überaus zahlreiche Betheiligung an seinem Leichenbegängnisse Zeugniß ablegte. Am Grabe sprachen außer dem Landesrabbiner Dr. Salzer Herr S. Weinstein im Namen der Gemeinde, der bisherige Vertreter des Verstorbenen, Herr Lehrer Emanuel, und sein Nachfolger, Herr Lehrer E. Meyer. £ Güttingen, 12. Mai. Der sechste Jahresbericht über den Religionsunterricht der Synagogengemeinde für das Schuljahr Ostern 1896 bis Ostern 1897 enthält die Fortsetzung der werthvollen und gediegenen Arbeit des Dirigenten Rabbiner Dr. Jacob über Lehrziele, Stoffoertheilung und Behandlung der einzelnen Gegenstände in der Religionsschule, speziell des biblischen Geschichtsunterrichts. Aus den Schulnachrichten entnehmen wir das gedeihliche Wachsthum der Anstalt, die nach gesunden pädagogischen Prinzipien geleitet wird, wie der Lehrplan beweist. Der Bestand der Schulstiftung beträgt jetzt 1928,32 Mark. * Bonn, 9. Mai. Am 14. v. Mts. fand hier die Prüfung der Zöglinge der israelitischen Religionsschule, deren Dirigent Herr Rabb. Dr. F. Cohn ist, statt. Beim Beginn des Schuljahres betrug die Anzahl der Zöglinge 114; hinzugetreten sind 14, abgegangen 8, so daß der Anstalt gegenwärtig 120 (64 Knaben und 56 Mädchen) angehören. Im Ganzen, d. h. mit Einschluß des in dem königlichen Gymnasium, in der städtischen Oberrealschule sowie in der Polakschen höheren Töchterschule ertheilten israelitischen Religionsunterrichts nehmen zur Zeit 152 (79 Schüler und 73 Schülerinnen) an den von Rabbiner Dr. Cohn gegebenen Religionsstunden Theil. In die durch d.en Weggang des Herrn oanä. Ml. W. Wolfsdorf erledigte Stelle des dritten Lehrers trat am Anfang des Winterhalbjahres Herr E. Herz aus Marburg.ein, und wurde es somit ermöglicht, den dem Lehr- und dem Stundenplan der Anstalt entsprechenden Anforderungen zu genügen. X Frankfurt a. M., 7. Mai. Die israelitische Kinderheilstätte in Bad Nauheim veröffentlicht ihren Jahresbericht für 1896. Auch in diesem Jahre war es wieder möglich, 64 Kindern die Wohlthat einer Badekur angedeihen zu lassen, Es waren 39 Knaben und 25 Mädchen. Die behandelten Krankheiten waren: Skrophulose in 33, Anämie in 16, Herzkrankheiten in 5, Schwächezustände in 4, Rhachitis in 3, Caries der Knochen in 2 Fällen und Rheumatismus in 1 Fall. Die Kurzeit dauerte vom 3. Mai bis 19. September. Die Heilerfolge waren auch diesmal zufriedenstellend. Für das laufende Jahr ist es gelungen, in schöner Läge ein geräumiges Haus mit großem Nutz- und Spielgarten zu ermiethen, und dadurch wird es der Anstalt ermöglicht, eine größere Anzahl von Kindern zu verpflegen. Besonderen Dank verdient der bewährte Anstalts-Arzt Dr. med. Hirsch in Bad Nauheim. Die Verwaltung besteht zur Zeit aus den Herren. Joseph Bender, Jsaac Dreyfus, Sally N. Goldschmidt, Hermann Maier, Salomon Niedermayer, Adolf Stern und Michael Moses Mainz als Vorsitzenden in Frankfurt a. M. 3 - W. Speyer, 17; Mai. Eine erhebende Feier veranstaltete am 12. d. M. die hiesige israelitische Gemeinde ihrem verdienten Vorstände, Herrn Sigm. Herz, aus Anlaß seines 25jährigen Vorstaudsjubilüums. Schon unterm 15. Januar 1861 wurde derselbe in den Synagogen-Ausschuß gewählt, und seit 13. Mai 1872 steht er ununterbrochen als Vorstand an der Spitze der Speyerer Gemeinde. Während dieser Zeit hatsichHerr Herz durch gewissenhafteste Erfüllung seiner Pflichten die Liebe und Anerkennung nicht nur seitens seiner Gemeinde, sondern auch der ganzen Bevölkerung der Stadt Speyer erworben. Dies bewies die zahlreiche Betheiligung bei der Feier. Außer der jüdischen Gemeinde hatten sich eingeftrnden: der königliche Bezirksamtmann, Herr Graf von Luxburg, Herr Bezirksamtsassessor Thomas, der Bürgermeister, die beiden Adjunkten und der gesammte Stadtrath, die Vertreter der Geistlichkeit beider Konfessionen, vom Domkapitel der Domkapitular und geistliche Rath Dr. Zimmern, die Speyerer Lehrerschaft, die Vertreter der vielen gemeinnützigen Anstalten, an denen der Jubilar wirksam ist, und eine große Zahl von Freunden und Bekannten. Nach einigen Musikpiecen eröffnete Herr Lehrer Waldbott die Feier, indem er die erschienenen Gäste aufs Herzlichste begrüßte. Er schloß mit einem Toast auf das königliche Haus und Seine Königliche Hoheit, Priuzregent Luitpold von Baiern. Herr Fabrikant I. Mager dankte dem Jubilar Namens der Gemeinde für die Hingabe, mit der er allezeit den Gemeindeinteressen gedient hat. Er überreichte demselben als äußeres Zeichen der Liebe und Verehrung eine kunstvoll ausgestattete Dankadresse, deren Anfertigung den Speyerer Gewerbetreibenden alle Ehre macht. Herr Jakob Altschüler, Mitglied des Synagogen-Ausschusses, sprach im Namen des letzteren seine Glückwünsche aus und hob hervor, wie der Jubilar es allezeit verstanden habe, durch Milderung der Gegensätze den Frieden und die Eintracht zu erhalten. Herr Sigm. Herz dankte in längerer Rede, worin er die Prinzipien seiner bisherigen Thätigkeit darlegte und besonders seinen treuen Mitarbeitern, den Ausschußkollegen und Kultusbeamten, den gebührenden Dank angedeihen ließ, mit denen er all die Anerkennung zu theilen sich verpflichtet fühlte. Herr Kaufmann Altschul feierte den Jubilar als langjährigen Stadtrath, hob seine Verdienste für das Wohl der Stadt besonders rühmend hervor und endigte mit einem Hoch auf das Wohl der Stadt und ihre Verwaltung. Herr Bürgermeister Serr dankte und toastirte auf die Einigkeit und den Frieden unter den Konfessionen. Es war eine Feier, die in der Geschichte der hiesigen israelitischen. Kultusgemeinde einen ganz besonderen Platz verdient. Denn sie war nicht nur die Ehrung der einen Person, sondern der ganzen Gemeinde. " Oesterreich-Ungarn. LI Wien, 17. Mai. Vor einigen Tagen hat im Festsaale des Kaufmännischen Vereins die Generalversammlung der Gesellschaft für Sammlung und Konservirnng von historischen und Kunstdenkmälern des Judenthums stattgefunden, welche sich die Gründung eines Museums zur ersten Aufgabe gemacht hat. Der Präsident der Gesellschaft, Baurath Stiaßny, gab im Vortrag einen Ueberblick über die Leistungen der Juden auf dem Gebiete der Kunst und der Wissenschaft. Neugewählt wurden in das Kuratorium die Maler Leopold Horovitz und- Isidor Kaufmann. Nach einem Vortrage des Universitäts-Professors Dr. D. H. Müller über den Fund einer interessanten jüdischen Chronik in Bosnien, welche.im Aufträge des Reichs-Finanzministers Benjamin v. Kallay eben publizirt wird, las der erste Vizepräsident der Gesellschaft, Hofschauspieler Adolph von Sonnenthal, einen Gesang aus „Ahasvers Wanderungen" sowie eines der bekannten Charakterbilder Salomon Kohns aus dem Prager Ghetto und gab die ernsten wie die heiteren Stimmungen der Dichtungen meisterhaft wieder. Das in der Aufstellung begriffene Museum in der Rathhausstraße besitzt bereits eine große Ayzähl von Objekten: graphische Darstellungen nach der heiligen Schrift, dann aus dem religiösen und bürgerlichen Leben der Juden, Abbildungen vo/r plastischen Werken und..Bauwerken, Porträts, ferner plastische Darstellungen, Inschriften, Büsten, Gegenstände für rituelle Zwecke in Metall, -Majolika und Thon sowie Textil-Arbeiten, Münzen und Medaillen, Handschriften, Autographe, Bücher u. s. w. Unter den Arbeiten in- Thon sind einige Mgjolika-Schüsseln für das Osterfest von Interesse, welche, obwohl , in verschiedenen Städten Italiens (Padua, Pesaro und Faenza) gearbeitet,, von Mitgliedern einer und derselben Familie Azulai angefertigt wurden, einer Familie, die seit dem fünfzehnten Jahrhundert