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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-05-07 · Heft 19 (7.5.1897) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 19 (7.5.1897)
Date
1897-05-07
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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61. Jahrgang.-Ar.-19.- Lerlm. 7. Mal 1897. Weitage zur „Attgerneinen Zeitung öes IüöenLHurns". KsrresMndellzen und Nachrichten. >!'vDeutschland« \k ^2. Berlin, 2. Mai. Abermals ist aus dem Kabinet der Kaiserin der hiesigen Mischen; Gemeinde eine Spende von 3000 Mark angewiesen worden,, und zwar mit der Bestimmung, diese Summe für das Erziehungshaus in Pankow zu verwenden. LL2 Berlin, 4. Mai. In dem Artikel über das 25 jährige Bestehen des Reichenhermschen Waisenhauses in der letzten Nummer dieses Blattes ist bemerkt worden, daß die Eröffnung am 8. Mai 1872 stattgefunden hat, es ist aber unerwähnt geblieben, daß die Feier in diesem Jahre am Sonntag', 9. Mai, im Hause begangen werden wird, worauf-wir hierdurch den weiten Kreis Derer, die sich für diese Anstalt' interessiren, aufmerksam machen wollen. LL2 Berlin, 3. Mai. Am 7. d. M. feiert der Prediger der jüdischen Julius Oppen he im er, den . siebzigsten- Geburtstag im Kreise seiner. Angehörigen und seiner ihn aufrichtig schätzenden Gemeinde, Einige Daten aus dem Lebeysgange des. treuen.'und unermüdlich wirkenden Mannes werden bei diesem Anlasse: sicher, willkommen sein. Derselbe wurde am .10. Jjar (7. Mai) 1827 zu Uslar (Hannover) geboren. Dort besuchte er;bis zum 14. Jahre die Bürgerschule. Dann kam er.nach Kassel, wo. er durch den sei. Rabbiner Dr. .Roman in das. Studium des Talmud und durch die Seminarlehrer Bendow und Lessong in die übrigen Wissenschaften .eingeführt wurde. Von da pilgerle er nach Halberstadt (1644) und wurde Schüler des sel. Klausrabbintzrs R. Gerson Josaphat, während er:zugleich von Gerson Lasch,. Lehrer an der Haschaarath.Zewi, in Bibel, Grammatik und den: übrigen Wissenschaften unterrichtet wurde,. Auch verdankt er, nach eigenem Geständniß, dem verehrten Rabbiner. Dr. Israel Hildesheimer viel an seiner Bildung. Von 1846^ bis. 1848. lebte er in Altona, studirte. Anfangs unter der Aegide des Rabbi Jakob Ettlinger Talmud und be-. suchtedann, das dortige Gymnasium bis zur Prima., Im März .1848 kam er nach Berlin. Hier wurde er nachabgelegtem Abiturientenexamen im B aruch-Auerhachschen! Waisen hause als Erzieher an gestellt, und. verblieb in bicfer ©teile,5i§. er 1855 nach Prag .übersiedelte. Dort. setzte er unter Anleitung Rappoports und ben Simeon Lasch sowie unter bedeutender Anregung des sel. Predigers Dr. S. I. Kaempf seine talmudischen und philosophischen Studien" fort und erwarb sich aus Grund seiner Arbeit: „Die Unsterblichkeitslehre nach talmudischen Begriffen" in Leipzig den Doktorgrad. In den Jahren 1857 bis 1859' weilte er in Wien als' Lehrer der deutschen und hebräischen' Wissenschaften an den Szantoschen und Pickschen Schulen und pflegte besonders freundschaftlichen Umgang mit Mannheimer, Breuer und Wolf. Bon dort aus nahm-er einen - kurzen'.. Aürfeythält in Göttingen, wo er als Prediger angestellt war, und wurde am 1^ Januar 1860 an die jüdische Reform-Gemeinde berufen, an welcher er seither mit redlicher Hingabe und unermüdlicher Kraft seines Amtes wirkt. Die Feier des 70. Geburtstages wird sicher davon Zeugniß ablegen, wie geachtet Herr Dr. ' Oppenheimer in seiner Gemeinde ist. Möge es ihm nvch lange beschieden sein, treu und emsig in seinem Berufe zu walten! . L2 Berlin, 2. Mai. Am 29. v. Mts. tagte im Sitzungssaale der „Ressource - von 1794" die Generalversammlung des vor einem. Jahre konstituirten Vereins „Lehrlingsheim Pankow". Herr. Maurermeister Frankel er öffnete die Sitzung-und verwies bezüglich der Erstattung des Berwaltungsberichtes aus den gedruckten Verwaltungsbericht, der vorher den Mitgliedern'zugegangen war. Hierauf verlas Herr Julius Cohn den Kassenbericht und beantragte die Entlastung der Kassenverwaltungdie einstimmig erfolgte. Alsdann wurde zum Punkt 3 der Tagesordnung : Wahl von Mitgliedern des Kuratoriums, geschritten. Es scheiden in -diesem Jahre durch, das Loos; aus die Herren Adolf Ginsberg und Rudolf Masse; die Herren wurden auf Antrag des Herrn Julius- Cohn per Akklamation wiedergewählt. An Stelle des Stadt--- raths Dr. Weigert, der vor Kurzem aus dem Kuratorium ausgeschieden ist, wurde einstimmig Herr Regierungsrath Dr. Magnus gewählt. Als Revisoren wurden die Herren Julius Cohn und Emanuel Appel wieder- und an Stelle des verstorbenen S. Leichtentritt Herr Oskar Rathenau neugewählt. Der letzte Punkt der Tagesordnung: Antrag des Kuratoriums wegen Erlangung der Rechte einer juristrschen Person, ward dem Anträge gemäß erledigt. Zu Vertretern des Kuratoriums in dieser Angelegenheit der Regierung gegenüber wurden die Herren Joseph ' Fränkel und Isidor Löwe bestimmt. L2ZBerlin, 2. Mai: . Wenn es schon eine schwierige x Aufgabe ist, mit langjährig geschulten Kräften ein a eapslka-Konzert zu veranstalten, um wieviel schwieriger wird es dem Dirigenten, diese Aufgabe mit einem ad hoc aus Knaben und Männern zusammengestellten Chore durchzusüh'ren. ' Herr Alex and er Weinbaum veranstaltete am 26. v. Mts. ein solches Konzert und zeigte, daß er es verstand, die genannten Schwierigkeiten zu überwinden. Er brachte einerseits alte Synagogalgesänge von Salomon di Rosst, der um 1600 in Mantua lebte, zu Gehör, andererseits solche von I. L. Weiß, einem modernen russischen ^ynagogenkomponisten. -Jener schrieb im Stile der alten katholischen Kontrapunktiker, dieser im modernen melovischen Stile; Die Anforderung Beider an die Leistungsfähigkeit der Ausführenden ist groß.. Rosst verlangt eine tüchtige und sichere, musikalische Technik, Weiß wiederum einen bedeutenden Stimmenumfang. Die Ausführung zeigte die umsichtige und verständnißvolle Arbeit des Dirigenten, da sie graziös und sicher war. Freilich konnte er nicht verhindern, daß die Knaben, zumal am späten Abend, nicht mehr die nöthige Frische zeigten, um die Tonhöhe festzuhalten. Was die Kompositionen selbst betrifft, so ermangeln diejenigen di Rössis bei aller Kontrapunktik dennoch derprägnanten thematischen Arbeit, so daß sie leicht monoton klingen, zumal auch ihre Melodik der Abwechselung entbehrt, während diejenigen von' Weiß wiederum etwas seicht klingen, man könnte beinahe sagen gesangvereinsmäßig, doch ist theilweise thematische Arbeit darin. Unter den, Sölokräften, welche das Konzert unterstützten, zeichneten sich Fräulein H. Fürstenberg durch den seelenvollen Vortrag der geistlichen Arie von Stravellia und Herr Alexander Heinemann, der den Psalm 137 mit wundervoller Stimme und mit tiefem Verständniß zu Gehör brachte, in hervorragender Weise aus, während Fräulein E. Römer (Alt), die Herren L. Goldberg (Tenor), M Davidsohn (Baß), P. Cohn (Viola) und A. Dreyer (Orgel) durchaus Tüchtiges leisten. Alles zusammengenöMmen, hat sich Herr Alexander Weinbaum durch die Vorführung der besprochenen Chöre ein Verdienst erworben, und ist ihm'dafür Dank auszusprechen. 'V . Berlin, 3. Mai. Die Victoria, Allgemeine Versicherungs- Aktien - Gesellschaft zu Berlin, veröffentlicht eben ihren diesjährigen Rechenschaftsbericht, der für unsere: Kreise bekanntlich von besonderem Interesse ist durch die Be.iehungen, welche die „Victoria" zum D. I. G.-B. und zu einem großen Theil unserer Lehrerwelt seit Jahren hat. Die am. 30'. April d. I. abgehältene General-Versammlung der Aktionäre, dieser Versicherungsgesellschaft genehmigte auf Vorschlag des Aufsichtsrathes und der Direktion die Vertheilung des in dem Geschäftsjahre 1896 erzielten Reingewinnes. Derselbe belief sich. einschließlich. des - Gewinnvortrages von 15 019,03 Mark auf 6.9591.96,14 Mark gegenüber 6 317 301,28 Mark, im Vorjahre. Es erhalten danach die. Aktionäre der „Victoria" eine Dividende von 180Mark pro Aktie,- die mit Gewinnantheil Versicherten der Unfallversicherungs-Abtheilung 38 Prozent, diejenigen der -Volksversicherungs- Abtheilung 25 Prozent der gezahlten , Jahresprämie und die mit Gewinnantheil auf den Todesfall Versicherten der Lebensversicherungs- Abtheilung eine Dividende von 3 Prozent der Summe der für jede Versicherung seit deren Beginn gezahlten Jahresprämie. Unter v;

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