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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-04-23 · Heft 17 (23.4.1897) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 17 (23.4.1897)
Date
1897-04-23
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Ivrw****; e e r n >e it e. il n ck ck es,;e ie rlse m sld en ne m er dit, en >ei »er ts nd us ge, crm Nd rm ter m- Zs nd elen. ere inrn: wn lnmlen rd, ist es Pflicht aller Mitglieder, alle Kräfte anzuspannen und immer und immer für die U. K. zu wirken. Das Jahr ist zugleich ein Jubiläumsjahr. Denn 1871 wurde beschlossen, daß der im Jahre 1856 gegründete Verein, welcher in sein Programm u. a.: „Unterstützung der wegen Alters oder Krankheit arbeitsunfähig gewordenen Lehrer und deren Wittwen und Waisen durch Begründung einer besonderen Kasse" aufgenommen hatte, vom Jahre 1872 ab, nachdem der Fonds genügende Mittel aufgewiesen, mit Unterstützungen zu beginnen. Seit 25 Jahren also gewährt der Verein den arbeitsunfähig gewordenen Mitgliedern, bezw. den Lehrerwittwen und -Waisen, statutengemäß Unterstützungen. In diesem Zeiträume konnten an 80 000 Mark Unterstützungen gezahlt werden. Das ist eine wahrhaft respektable Summe! Der Vorstand besteht gegenwärtig aus den Herren: Blumenau-Hameln, Blumenfeld- Essen, Ehrenvorsitzende, Graf-Essen, Vorsitzender, Steinweg-Rheda, stellvertretender Borsitzender, Goldstein-Grevenbroich, Treu-Münster, Leoi- Neuß. Die Jahreseinnahmen betrugen 1896 9135,50 Mark, davon sind abzuziehen an Auslagen, Porto, Drucksachen rc. 596,08 Mark; der Restbetrag ist also 8539,42 Mark. Bon dem verbleibenden Betrage kommen für 1897 zwei Drittel zur Vertheilung (§ 11 des Statuts) — 5692,94 Mark. Unterstützungsberechtigt sind 28 Familien mit zusammen 148 Antheilen. Es ist daher der Unterstützungsantheil nach § 12 des Statuts auf 38 Mark festgesetzt. Hiernach erhalten im Jahre 1897: 11 Wittwen ohne Kinder je 3 Antheile — 1054 Mark, eine Wittwe mit einem Kinde 4 Antheile 152 Mark, eine Wittwe mit 6 Kindern 9 Antheile — 342 Mark, ein emeritirter- Lehrer 6 Antheile — 228 Mark, ein emeritirter Lehrer 4 Antheile — 152 Mark, ein emeritirter Lehrer mit einem Kinde 5 Antheile — 190 Mark, 10 emeritirte Lehrer mit Frauen je 7 Antheile — 2660 Mark, ein emeritirter Lehrer mit Frau und einem Kinde 8 Antheile — 304 Mark, ein emeritirter Lehrer mit Frau und zwei Kindern 9 Antheile — 342 Mark; zusammen 148 Antheile — 5624 Mark. Der Stand des Vermögens war am 31. Dezember 1896 85619,16 Mark. X Frankfurt a. M., 18. April. Das hiesige Mädchenstift versendet seinen neunzehnten und zwanzigsten Jahresbericht, für die Jahre 1895 und 1896. Die Begründerin des Mädchenstiftes, Frau Charlotte Speyer, hat Anfangs des Jahres 1896 der Anstalt ein Kapital von 6000 Mark gewidmet. Die Widmung soll den Namen „Charlotte Speyer'sche Stiftung für unvorhergesehene Fälle" führen. Die Zahl der Zöglinge betrug von Anfang 1895 bis Ende 1896 ununterbrochen 24. Von diesen 24' sind 2 elternlos, 7 vaterlos, 2 mutterlos, 13 haben beide Eltern. Ein Mädchen steht im 16. Lebensjahre, 5 im 17., 2 im 18., 5 im 19., 5 im 20., 1 im 21., 1 im 22., 3 im 23. und 1 im 24. Lebensjahre. Im Jahre 1895 sind 8 Zöglinge ausgetreten; von denselben sind 2 nach Amerika zu Verwandten gegangen, 1 nach Rußland zu ihrer Mutter, 2 andere gingen nach Hause zurück, 2 sind Verkäuferinnen in hiesigen Geschäften, 1 ist Buchhalterin. Im Jahre 1896 sind 3 Zöglinge ausgetreten, 1 derselben hat ein Konfektionsgeschäft errichtet, die anderen 2 gingen nach Hause zurück. Der Herkunft nach vertheilen sich die Zöglinge wie folgt: 3 sind aus Frankfurt a. M., 6 aus Hessen- Nassau, 1 aus Württemberg, 1 aus Westfalen, 1 aus der Rheinprovinz, 6 aus dem Großherzogthum Hessen, 3 aus Baden, 2 aus Bayern, 1 aus Westpreußen, 1 aus Rußland. Zwei Zöglinge bilden sich auf dem Hoch'schen Konservatorium für Klavierunterricht, 1 Mädchen für Gesang aus, 1 ist Privatlehrerin, 2 besuchen die Elisabethenschule, 8 sind Komtoristinnen, 1 ist Verkäuferin, 3 sind in Konfektionsgeschäften thätig, 3 sind Putzmacherinnen, 1 ist Volontärin im Kindergarten, 1 ist Lageristin, 1 ist noch in der Lehre. Fortgesetzt steigern sich die Gesuche an die Anstalt — leider nehmen jedoch die Beiträge und die Bewilligungen ab. Namentlich wäre es wünschenswerth, den Fonds für unvorhergesehene Fälle, welcher sich so überaus nützlich erwiesen hat, zu stärken und ihm Mittel zuzuführen. Frankfurt a. M., 11. April. Die Achaw a, der bekannte Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland (gegründet 1864) veröffentlicht ihren zweiunddreißigsten Rechenschaftsbericht für das Jahr 1696. Derselbe bietet ein erfreuliches Bild der umfassenden und gesegneten Thätigkeit des Vereins. Wie aus dem Berichte ersichtlich ist, verhalten sich leider die israelitischen Gemeinden, von einigen erfreulichen Ausnahmen abgesehen, noch.recht theilnahmslos gegenüber diesem Vereine, der sich das zur Aufgabe gemacht, was gerade den Gemeinden als heiligste Pflicht obliegen sollte: „unseren karg besoldeten israelitischen Lehrern in Krankheitsfällen oder bei eintretender Erwerbsunfähigkeit eine Stütze zu sein und deren Wittwen und Waisen vor Noth und Mangel zu bewahren". — Die Zahl der aktiven Mitglieder betrug gegen Ende 1895 355. Neu ausgenommen wurden 14 Herren, so daß die Zahl der aktiven Mitglieder sich am 31. Dezember 1896 ans 363 beläuft. Die Zahl der Ehrenmitglieder hatte in diesem Jahre einen Zuwachs erhalten, sie beträgt jetzt 950. An Jahresunterstützungen wurden 14 220 Mark in 983/4 Theilen zu je 144 Mark an 79 Unterstützte, gegen 14 630 Mark in 104V2 Theilen an 82 Unterstützte im vorigen Jahre, vertheilt. Zur Bestreitung außerordentlicher Unterstützungen wurde aus dem Reservefonds der Betrag von 2335 Mark verausgabt. Das Bereinsvermögen beträgt jetzt nach Abzug der zur Vertheilung kommenden Summe 216 023,65 Mark gegen 212 059,65 Mark im vorigen Jahre. Der Vorstand besteht gegenwärtig aus den Herren: Konsul Adolph Baer-Goldschmidt, Vorsitzender, Philipp Schiff, stellvertretender Vorsitzender, Oberlehrer Dr. Alfred Löhren, Schriftführer, Alfred Rosenthal, Kassier, Julius Goldschmidt, Gegenschreiber, Jacob Scherer, Reallehrer, Karl Marx, Lehrer in Alsheim (Rheinhessen), E. Gutkind, Lehrer in Kassel, Heinrich Frei, Lehrer in München. Möge dieses schöne Werk der Liebe und Wohlthätigkeit immer mehr erstarken. x. Mülhausen, 16. April. Die israelitische Gewerbe schule des Ober-Elsaß veröffentlicht ihren Bericht über das Rechnungsjahr 1896. Während des verflossenen Jahres besuchten die Anstalt 42 Zöglinge, von welchen 6 als Schneider, 6 als Lithographen, je 4 als Holzbildhauer und Tapezierer, je 3 als Buchbinder, Schlosser, Zeichner, je 2 als Blechner, Friseur, Kürschner, Schriftsetzer, je 1 als Bürstenbinder, Goldschmied, Maler, Mechaniker, Photograph, Schüler ausgebildet werden. Das Betragen der Lehrlinge und ihre Fortschritte waren sowohl in der Anstalt als in den Werkstätten zufriedenstellend. Wie die Lehrherren die Zöglinge in technischer Beziehung fürs spätere Leben vorbereiten, so sorgt die Anstalt für die ebenso nöthige intellektuelle Ausbildung der uns anvertrauten Jugend. Nach Schluß der Arbeit in der Werkstatt werden die Schüler in Deutsch, Französisch, Rechnen, Raumlehre u. s. w in der Anstalt unterrichtet. Dieser Lehrplan wird an den Samstag- Nachmittagen durch Religions- und Turnunterricht vervollständigt. Der Zeichnenunterricht wird am Sonntag, während drei Stunden, von dem Fachlehrer, Herrn Beaugrand, in der Anstalt ertheilt. Die Einnahmen der Anstalt beliefen sich auf 19 030,32 Mark, die Ausgaben auf 17 538,86 Mark. Die außerordentlichen Ausgaben für Neubau eines Waschhauses, eines Waschzimmers für die Schüler, nebst baulichen Veränderungen und Reparaturen der Gebäude u. s. w. betrugen 5869,44 Mark. Oesterreich - Ungarn. Q Wien, 19. April. Das Ereigniß der abgelaufenen Woche bildeten die beiden Vorträge des Ehepaares Lazarus, die vor einem den besten jüdischen Kreisen der Gesellschaft angehörenden Publikum im großen Musikvereinssaale stattfanden. Ueber den ersteren habe ich Ihnen bereits kurz berichtet. Der Vortrag der Gattin des berühmten Gelehrten, der Schriftstellerin Nahida Remy, in dem sie ihren Uebertritt zum Judenthum in sehr interessanter und lebensvoller Darstellung.schilderte,, fand gleichfalls großen und nachhaltigen Beifall und machte einen tiefen Eindruck auf die glänzende Versammlung. — Der Kaiser hat die Wahl des Dr. Lueger zum Bürgermeister der Stadt Wien bestätigt. — Für die Ausstellung im Jahre 1898 wurde bei denWohlfahrtseinrichtungen der israelitischen Religion Dr. Theodor Lieben gewählt. — Der Großindustrielle Moses Gartenberg hat beschlossen, zur Feier des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums des Kaisers in Drohobycz ein nach allen Anforderungen der Hygiene eingerichtetes Spital auf seine Kosten zu erbauen und es der Kultusgemeinde als Eigenthum zu übergeben. Mit dem Baue wird noch heuer begonnen werden. Es ist dies eine Jubiläumsgabe, die vollständig den Anschauungen, die der Monarch selbst über die Feier seines Jubiläums geäußert hat, entspricht. Herr Gartenberg hat im Jahre 1888 anläßlich des vierzigjährigen Kaiser- Jubiläums ein Siechenhaus mit einem Kostenaufwande von 100 000 fl. gegründet. — Auch außerhalb Chodorows kam es zu Exzessen der Bahnarbeiter. Der Przeglond meldet aus Doliniany (Bezirk Rohatyn), il',:

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