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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-04-23 · Heft 17 (23.4.1897) · p. Seite 200

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 17 (23.4.1897)
Date
1897-04-23
Page
Seite 200 (sequence 8)
Language
German
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200 -?«»?&3F§s Gott gangbarsten Begriffe, Macht, Mgegenwart, mit der kabod verbunden. In Ezechiel ist die kabod in vielen Fällen „Erscheinung". Ferner, tritt sie in diesen Büchern in der Bedeutung auf, wie siey auch zwischen Menschen Anwendung finden kann. So der Begriff der Dankbarkeit, Haggai 1, 8; Mal. 1, 5. Als jungen Trieb glaube ich die kabod zu erkennen, wo sie als Vergeltung mit ver-, Kunden wird. Svr. 8, 18; 1. Ehr. 11, 12. Man vergleiche den letzten Satz mit dem ähnlichen Ps. 84, 12, und man wird den Unterschied sofort merken. Eine Ausnahme machen die Psalmen.,-. Sie. die den verschiedensten Zeiten.angehören, halten sich fast immer auf der Höhe der Anschauung. Natürlich begegnen wir auch bei ihnen den gangbarsten Begriffen der kabod, aber auch jenen, die sittliche Erhabenheit und das Sein Gottes bezeichnen. Mit dem Begriff der Erhabenheit soll kein Gegensatz zwischen? Himmlischem und Irdischem gesetzt sein. Dieser Gegensatz kann gerade bei der kabod am wenigsten platzgreifen. Sie ist doch das? Sichtbarwerden des Ueberirdischen, und liegt hierin ihre Verbindung., mit dem Irdischen. Außerdem giebt es genug Sätze, die der kabod wie im Himmel so auf Erden ihren.Platz anweisen. Es mag auch: streitig sein, ob jener Begriff der höhere und der Majestät Gottes entsprechendere ist,^ der Gott vom Irdischen geschieden sein, ihn seinen Sitz im Himmel nehmen läßt, oder jener, der sein Walten im.,' Himmel wie auf Erden setzt. Die kabod als Erscheinung setzt letzteres voraus. . : i Die Begriffe des Seins, der Erhabenheit und Allgegenwart j sind die bei der kabod Gottes zu Grunde liegenden. Soll die - kabod erfolgen, muß Gott als das Seiende, Erhabene rc. an- \ erkannt werden. Das sind Ringe einer Kette, die nicht gelöst. werden dürfen. Welcher Ring als der erste anzusehen ist, ist hier nicht von Belang. Setzen wir das Sein als das erste, hilft es f uns so lange nicht und kann kabod nicht eiutreten, als die An- < erkennung von dessen Erhabenheit nicht hinzutritt. Diese Begriffe - gehen in Jesaia und Jeremia neben einander. Jes. 3, 8; 6, 3; - 29, 13. Jerem.: das Sein 2, 11; Erhabenheit 14, 21; Atlgegen- . wart 59, 19. Kabod als Erscheinung tritt zumeist bei Ezechiel zu - Tage: 1, 28; 3, 23; 8, 4; 9, 3; 10, 4, 18, 19; 11. 22, 23. Allgegenwart: 43, 2, 5; 44, 3. Es ist für Ezechiel bezeichnend, daß bei ihm mit der kabod die geläufigsten, volksthümlichsten Begriffe verbunden werden. Hierzu gehört, außer den genannten, noch der einzige Begriff, den er mit der kabod bei Gott verband, der der Macht: 28. 22; 39, 13, 21. Natürlich setzt er das Sein und Erhabenheit Gottes voraus. Ezechiel war es weniger um Einprägung abstrakter, erhabener Gedanken zu thun, als dem Volke des Exils die allgegenwärtige Macht Gottes vor Augen zu rücken. Für diese naheliegenden Begriffe durfte er auf Verständnis rechnen und auf nachhaltige Wirkung hoffen. Mit tiefem Verständniß für die augenblicklichen Bedürfnisse sind die Begriffe von Erscheinung, Macht und Allgegenwart gewählt. Er sagt dem Volke des Exils: Gott erscheint nicht nur auf heiligem, er erscheint auch auf fremdem Boden, er ist hier wie dort gegenwärtig, hier wie dort zeigt sich seine Macht. Ezechiel hat damit den Begriff der kabod nicht materialisirt. Sie ist das Sein und Wesen Gottes. Nur ist das Auge der kabod, also Gottes, auf das Treiben des Menschengeschlechtes gerichtet, seine Macht thut sich kund, beeinflußt nicht nur, sondern schafft alles Irdische. * Wenn auch vielfach bereits erwähnt, sei im Einzelnen noch hervorgehoben, daß im Pentateuch bereits die kabod als Gottes Sein und Wesen deutlich hervortritt. Exod. 33, 18, 19, 22. Sie steht hier nicht nur direkt au Stelle Gottes, ihr werden auch die erhabensten Begriffe die wir mit Gott verbinden, an die Seite gestellt: Güte, Liebe, Erbarmen (V. 19.) Ebenso begegnen wir hier den anderen grundlegenden Kabodbegriffen. Gottes Allgegenwart Exod. 29, 43; 40, 34, 35. Num. 14, 21. Anerkennung Lev. 10, 3. Der kabod als Erscheinung begegnen wir: Ex. 16, 7,10; 24, 16, 17. Num. 14, 10, 22; 16. 19; 17, 7. Lev. 9, 6. 23. Deut. 5 21. Vergleicht man die kabod als Erscheinung im Pentateuchlmit der in Ezechiel, so muß man der im Pentateuch eine entwickeltere Auffassung zusprechen. In diesem tritt der Gedanke der sTheophonie klar zu Tage. Das Erscheinen oder die Erscheinung wird kabod genannt. „Ihr werdet sehen die kabod Gottes" und ähnliche Ausdrücke. Dieser Klarheit begegnen wir in sämmtlichen vier Büchern des Pentateuch. (Im Genes, erscheint die kabod nicht.) Während wir also der kabod, als per sichtbaren Hülle der göttlichen Gegenwart, im Pentateuch ohne irgend eine Angabe über Form und Gestalt begegnen, sehen wir sie in Ezechiel in den meisten Fällen in Verbindung mit dem Thron, der Ofanim, über oder zwischen den Cherubim. Als entwickeltere Form der kabod wird man das nicht ansehen. Es seien weitere Bedeutungen der kabod neben den genannten in anderen Büchern skizzirt. Die kabod als Gottes Sein und Wesen findet in Ps. 26, 8, dessen Alter nicht genau zu bestimmen ist. prägnanten Ausdruck. Die kabod als Anerkennung: Jes. 7, 19; 1. Sam. 2, 30; 6, 5; Jes. 42, 12; 43,23, in dem wahrscheinlich nachexilischen Ps. 50, 23, wie in den vi-el späteren Sprüchen 3, 9. Die sittliche Erhabenheit: Jes. 42, 8; 48.11; Ps. 24. 7; 29, 2, 9; 66, 2; 106, 20; Spr. 25. 2. Hiermit verbunden der Begriff der Gehobeuheit: Ps. 29. 3; 113, 4; die Allgegenwart: Ps. 57, 6, 12; 72, 19; Chag. 2,-7;. 2. Ehr. 5, 4; 7, 12; 108, 6. Erscheinung: Jes. 40. 5; 60, 1. 2. Macht und Ruhm: Jes. 58, 8; 66, 18; Sach. 2, 19; in wahrscheinlich späten Psalmen: 63, 3; 96, 3; 97, 6; 102,16; 145, 11,12. Anerkennung der Gottesmacht: Ps. 22, 24; 50, 15; 1. Ehr. 16, 24 gleich Ps. 96, 3. Der Begriff der Vergeltung kommt ausschließlich in den späteren Psalmen, Sprüchen und der Chronik vor. Ps. 15, 4; 84, 12» 91, 15; 112, 9; Spr. 8, 18; 1. Ehr. 17. 18; 2. Chr. 1, 11, 12; 26, 18; letzteres mit dem Nebenbegriff der Weihe. Aus dem Vorstehenden ergiebt sich, daß im Pentateuch, Jesaia und den Psalmen, vereinzelt in Jeremia, die kabod mit den höchsten Begriffen verbunden ist. Kabod als das Wesen Gottes und Gott selbst kommt in der vielgenannten Stelle Exod. 33, 18 ff. am deutlichsten zum Ausdruck. Die kabod erscheint dem Einzelnen, der Gesammtheit Israels wie den Völkern. Der Ort der Erscheinung ist: der Sinai, der Tempel (Stiftshütte), die Welt: Erde und Himmel. Ex. 33. Num. 14, 21; Jes. 6, 3; 40, 5; 59, 19; 66, 16, 19; Ez. 39, 21; 43. 2; Ps. 18, 16; 24, 7, 8, 9, 10; 29, 3; 57, 6, 12; 72, 9b; 97, 6; 102, 16. Ps. Jes. Es wär iiify unn Den Got zwis lasse bmfc deut schie fasst wer' Wä ober wo bleil geht übei Au; schei schli schie aug Auc uns schei kleii dazi So wen als Au; wir! tretl und dazi Die Verbindung der kabod mit schein und kisse scheint / späten Ursprungs zu sein. Kisse. auf Gott bezogen, begegnen wir > oft in der heiligen Schrift; dagegen nur selten, wie es mit kabod? verbunden ist. Kisse-kabod nur zweimal auf Menschen bezogen: - 1. Sam. 2, 8 und Jes. 22, 23; zweimal auf Gott: Jerem. 14, 21 und 17, 2. Spät tritt uns auch der Gebrauch des schem als; Bezeichnung für den Gottesnamen in Verbindung mit kabod ent- - gegen. Es kommen hier zumeist bie Psalmen in Betracht. Nur vereinzelt kommt die Verbindung der Nomina schärn.kabod vor: in Mal. 2. 2 und 1. Chr. 16, 29. Das letztere kann als ein Selbstständiges nicht angesehen werden, da es eine Entlehnung aus schei als wüi daß Jas behl des körj gett und

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