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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-04-16 · Heft 16 (16.4.1897) · p. Seite 184

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 16 (16.4.1897)
Date
1897-04-16
Page
Seite 184 (sequence 4)
Language
German
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Anmeldungen an das Centralbüreau des Kongresses (Verein „Zion" Wien, II., Rembrandtflraße 11) gerichtet werden. Die Angemeldeten werden die Eintrittskarten rechtzeitig erhalten. Für Unterkunft der Kongreßtheilnehmer in München wird auf Wunsch Vorsorge getroffA werden. Die offizielle Einladung zum Kongresse wird, von sämrntlichen Einberufern unterfertigt, an Vereine und Körperschaften verschickt werden, sobald die Tagesordnung endgiltig feststeht. ( Den Kongreß wird der Alterspräsident eröffnen. Hierauf erfolgt die Konstituirung. Die Verhandlungen sollen nach den Grundsätzen einer vernünftigen und würdigen Redefreiheit geleitet werden. Für jeden Punkt der Tagesordnung wird ein Referent aufgestellt, an den schon jetzt direkt oder durch Vermittelung des Vereines „Zion" in Wien Mittheilungen gerichtet werden können. Die bisher bestimmten Referate sind: a) die Lage der Juden in den einzelnen Ländern (ein Spezialreferent für jedes Land), ökonomische, soziale und politische Zustände, Referent Herr Dr. Max Nord au, Paris (34 Avenue de Villiers), b) die Kolonisation, ihre bisherigen Ergebnisse und ferneren Aussichten. Agrarische, industrielle, kommerzielle, technische Fragen, Referent Herr Willy Bambus in Berlin (W. Bülowstraße 89), c) die Aufgaben der jüdischen Wohlthätigkeit in Palästina, Referent Herr Dr. Hirsch Hildesheimer in Berlin. ä) Finanzfragen, Referent Herr Dr. B odenheimer, Köln a. Rh., e) die Judenfrage und der nächste diplomatische Kongreß, der Großmächte. Referent Dr. Theodor Herzl, Wien, (IX., Berggasse 6), I) eine Beschickung der Pariser Weltausstellung 1900 mit jüdischen Kolonialprodukten. Die weiteren Punkte der Tagesordnung sind später zu publiziren. Die offiziellen Delegirten der eingeladenen Vereine und Körperschaften werden zur Kongreßzeit in München eine besondere Berathung ab halten und deren Ergebniß dem Kongresse mittheilen. Viele praktische Fragen, welche den Kongreß beschäftigen werden, enthalten ein Element von Aktualität und können deshalb nicht Monate vorher formulirt werden. ' Findet es der Kongreß für nöthig, so wird er ein Exekutivkomitee zur Führung der jüdischen Angelegenheiten bis zu seinem nächsten Zusammentritt einsetzen. So erhalten die gemeinsamen Bedürfnisse ein Organ. Es wird in Zufluchtsort für die Wünsche und Beschwerden unserer Brüder geschaffen. Die Judensache muß dem Belieben vereinzelter Personen — wie gutwillig diese auch seien — entrückt sein. Es muß ein Fprum entstehen, vor dem Jeder für das, was er in der Judensache thut und läßt, zur Rechenschaft gezogen werden kann. Dem wird sich kein redlicher Mann widersetzen. Wir sind der Theilnahme aller Menschen gewiß, die unseren Gedanken richtig verstanden haben. Es handelt sich darum, eine dauernde, gesicherte Heimath für diejenigen Juden zu schaffen, welche sich an ihren jetzigen Wohnorten nicht assimiliren können oder wollen. Der Kongreß, zu München wird zeigen, was der Zionismus ist und will, daß er etwas ist und daß er etwas will. Dr. Theodor Herzl, Wien, IX., Berggasse 6 im Namen der vorbereitenden Kommission. * Die Zeitung „Nowostji". welche stets für die jüdische Sache in Rußland nach Möglichkeit gewirkt hat und deshalb auch über Vorgänge im jüdischen Kulturleben stets gut unterrichtet gewesen ist, hat die Nachricht gebracht, daß ein französischer Senator demnächst nach Petersburg kommen werde, um dem Ministerium der Volksaufklärung im Aufträge der verwittweten Baronin Klara Hirsch eine sehr bedeutende Summe zur Gründung einer höheren technischen Lehranstalt für Angehörige mosaischer Konfession zur Verfügung zu stellen. Daß das Entstehen einer solchen Lehranstalt von der jüdischen Intelligenz Rußlands mit der größten Freude begrüßt werden würde, ergiebt sich schon daraus, daß in allen russischen Lehranstalten der zulässige Prozentsatz von Lernenden mosaischer Konfession ein sehr beschränkter ist. Die „Nowoje Wremjä", welche bekanntlich immer sehr stark in Antisemitismus macht, begnügt sich aber nicht nur damit, gegen die allerdings sehr unglücklich ausgefallene Wahl des betreffenden Senators als Vermittler in dieser Angelegenheit zu protestiren, sondern sie nimmt auch gegen das ganze Projekt in sehr scharfer. Weise Stellung. So schreibt das Blatt u. a. an hervorragender Stelle: „Erstlich dürfte es doch ein bischen kitzlich sein, sich mit einem solchen „berühmten Ausländer" über höhere Bildung zu unterhalten, und Frau Hirsch könnte uns ganz gut einen Vertreter von besserer Qualität schicken. Zweitens aber haben wir noch so wenig russische technische Institute, daß man mit hebräischen noch warten kann. Jedem ist doch klar, daß wir andererseits unsere technischen und industriellen Unternehmungen mit jüdischen Technikern-überschwemmen würden." Dem gegenüber läßt sich wohl doch nur die Frage aufwerfen: Haben die Juden Rußlands wirklich kein Recht auf höhere Bildung, selbst wenn sie, die gleich allen anderen Unterthanen ihre Steuern zahlen, die Kosten hierfür ganz allein aus der eigenen Tasche bestreiten? Argr und Herr wort Festt sprec von Nur gehe, und Feiei feit i Moh denn wort kraft weis der l Sabbathfeier und Sonntagsgottesdienst. ie Anregung, welche Herr Rechtsanwalt Plotke durch seinen Artikel gegeben, wirkt fort und hat uns eine Reihe von Zuschriften gebracht/ die sich alle mit diesem Thema pro oder eontru beschäftigen. Wir geben heute selbstverständlich dem Autor der Schrift selbst, auf die der Artikel Plotke's als Antwort diente, zuerst das Wort, müssen aber von vornherein betonen, daß wir mit seiner Grundanschauung durchaus nicht Überemstimmen, sondern vielmehr den Ausführungen des Herrn R.-A. Plotke und des folgenden Mitarbeiters, Herrn B. Levy uns onschließen können. Herr Gustav Lewinstein schreibt nun: Unter obiger Aufschrift sendet Ihnen Herr Rechtsanwalt Julius Plotke eine Kopie des Briefes, den er die Liebenswürdigkeit hatte, unterm 8. März an mich zu richten. Es ist dieser Brief die Antwort auf eine Frage, die ich unter Darlegung der Gründe, welche nach meiner Ansicht zur Verlegung des siebenten Tages drängen, und die ich in einer kleinen Broschüre zusammengefaßt hatte, an Ihren Herrn Korrespondenten richtete. Ich hatte zu gleicher Zeit an eine Reihe Prediger der größeren jüdischen Gemeinden und andere durch Stellung und Namen, aber sonst in ihren Gesinnungen mir nicht bekannte Mitglieder derselben diese Broschüre gesandt. Die 36, theilweise ausführlich motivirten Erwiederungen, die auch durch den Einblick in die Gemeindeverhältnisse von großem Interesse sind, geben wohl in ihrer Gesammtheit einen adäquaten Ausdruck der Stimmung unserer Glaubensgenossen oder wohl jedenfalls der führenden Theile derselben. Drei meiner Korrespondenten fühlen sich nicht befugt, ihr Urtheil zu geben. Bon fünfzehn Laien sprechen sich drei gegen die Verlegung aus, zehn treten rückhaltslos für dieselbe, zwei bedingungsweise für sie ein. Die Letzteren verlangen die Aufrechthaltung des Sonnabend-Gottesdienstes, Bon 18 Rabbinern spricht nicht einer zu Gunsten meines Vorschlages, sechs indessen befürworten einen speziellen Gottesdienst am Sonntage. Ich trete wohl den so eminent toleranten und hochgeschätzten Rabbinern unserer Glaubensgemeinschaft nicht zu nahe, wenn ich mir die Bemerkung erlaube, daß, wie die Uniform in einer Hinsicht, der Talar in einer anderen ihre Träger allgemeine, in das Leben einschneidende Fragen nicht mit demselben unbefangenen Blick beurtheilen lassen, wie er denen zu Theil wird, die mit dem alltäglichen Leben ihrer Mitbürger in engeren und mehrseitigeren Beziehungen stehen. Rede jeder Neue möch die s veget dem ande Auft Pred ange Thal Rech Jude etwa ruhei verbi siebe: wenL der <i nur verle unser achtu Feier Tag ihn j beme Sabl jenig den»! Herr düng Zuscr

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