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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-04-02 · Heft 14 (2.4.1897) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 14 (2.4.1897)
Date
1897-04-02
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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: i ) ) c it 3 t. e 3 r d s d l, d lcil - - 3 Morgens Herr Goldberg feierlichst nach 41 jähriger, segensvoller Thätigkeit in Gegenwart des Schulvorstandes und des königlichen Kreisschulinspektors, Schulrathes Dr. Füchte, entlassen und ihm an dem- ' selben Tage seitens der Gemeinde und Stadt Steele ein Abschiedssest gegeben werden. % Homburg v. d. H«, 29. März. Der Israelitische Holz- V er.ei-n^(gegründet 1818) und Verein zur Aus sta ttu ng i sra eliti sche r M äd ch en (gegründet 1866) veröffentlicht seinen Rechenschaftsbericht für das Jahr 1896. Der Holzverein vermochte nicht nur-die Hilfesuchenden am hiesigen Platze bis in den Sommer-hinein mit deim nöthigen Feuerungsmaterial zu versehen, sondern er sorgte auch für die oft sehr bedauernswerthen Armen des platten Landes in der Umgegend. Neuerdings dehnt er diese Wohlthat sogar auf die durch die neue Bahnverbindung uns näher gerückten Ortschaften des Taunus aus. — Es wurden hier in Homburg an zehn Familien und drei alleinstehende Personen 40 Centner Nußkohlen und 490 Centner melirte Kohlen zur Vertheilung gebracht, sodann 87 Centner Nußkohlen, 16 Raummeter Buchenholz und 3 Centner Kiefernholz an die Armen auf dem Lande. Der Mädchenausstattungs-Verein hat im verflossenen Jahre ein glänzende Probe seiner Leistungsfähigkeit abgelegt. Er konnte einem darum ansuchenden Mädchen behufs Ermöglichung seiner Verheirathung mit einem braven, kaufmännisch gebildeten jungen Manne eine Mitgift von 3500 Mark auszahlen. Außerdem zahlte dieser Verein für ein begabtes junges Mädchen, das sich zur Lehrerin ausbildet, die sehr mäßige Pension, monatlich 30 Mark, in einem Frankfurter Mädchen heim'; die Aufnahme in dasselbe hatte er bereits 1898 erwirkt. Dabei ist er im Stande gewesen, den eisernen Kapitalstock um.917,82 Mark gegen das Vorjahr zu vermehren und den angreifbaren Fonds auf eine Höhe zu bringen, die es gestatten wird, in Verbindung mit den hoffentlich nicht geringeren Erträgnissen des laufenden Jahres gleich großen Anforderungen wie im Vorjahre entsprechen zu können. Der Holzverein konnte seinen eisernen Fonds um 246,78 Mark erhöhen, und dessen angreifbarer Fonvs wird im Jahre 1897, da derselbe 90 pCt. aller Einnahmen des Vorjahres beträgt, allen Gesuchen, die von hier und der Umgegend an ihn gerichtet werden, bestens willfahren können. Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. März. Dem Museum der Gesellschaft für Sammlung und Konservirung von Kunst- und historischen Denkm älern des Jud enthums, sind seit dem Herbste vorigen Jahres zahlreiche Geschenke von Freunden und Gönnern zugekommen. Der Vizepräsident, Universitätsprofessor Politzer in Wien, hat abermals werthvolle Zeichnungen, Kupferstiche und Radirungen, Porträts sowie Darstellungen aus der heiligen Schrift gespendet. Außerdem sind Geschenke zu verzeichnen: von Herrn Kultusvorsteher Dr. Alfred Berger in Wien Photographien, alte Kupferstiche sowie eine Menorah mit dem Porträt- Medaillon Kaiser Josefs II., von Dr. S. Hajek in Wien eine achtzackige Sabbathlampe; von Frau Flore Bermann in Wien eine reich verzierte Menorah aus Bronzeguß mit zwei dazugehörigen Leuchtern; von Robert Kolisch in Wien eine Megillah Esther aus Jerusalem; von Frau Johanna Fröhlich-Goldschmid in Wien Porträts und historische Darstellungen; von Frau Regierungsrath Fanny Gintl in Wien Porträts; von Herrn Baurath Stiaßny Abklatsche von Grabsteinen auf dem alten jüdischen Friedhof zu Lichtenstadt; von Herrn Sigmund Stiaßny photographische Aufnahmen dieses Friedhofes; von Herrn Stadlbaumeister Rudolf Breuer in Wien Fragmente von jüdischen Grabsteinen, welche in der Spiegelgasse im I. Wiener Gemeindebezirk anläßlich eines Hausbaues gefunden wurden; von Herrn Kommerzialrath Pollak Ritter von Rudin Denkmünzen und Photographien; von Herrn Moriz Waizner ein Porträt Dr. Adolf Fischhofs; Bücherspenden sind eingelaufen von den Herren: Mathias Versöhn in Warschau (werthvolle Publikationen dieses Gelehrten); Kommerzialrath Pollak von Rudin; Universitätsdozent Dr. James Moser, ferner von Frau Dr. Arnold Hirsch. Herr Rabbiner Dr. Moritz Lewin in Malaczka spendete eine sehr werthvolle Hamburger Bibel von.Jacobus Wolflus aus dem Jahre 1588. — Die Generalversammlung dieser Gesellschaft wird in den ersten Tagen des Monats Mai stattfinden. — Der soeben erschienene Bericht des Kuratoriums der Baron Hirsch-Stiftung pro 1896/96 ist nicht blos ein nüchterner Geschäftsbericht, er kann mit Fug und Recht auch vom kulturhistorischen Standpunkte als ein werthvoller Beitrag betrachtet werden. Mit Beginn des Schuljahres 1895/96 wurden 10 neue Schulen eröffnet; . i die Zahl der Stiftungsschulen beträgt also jetzt 35. Die Zahl der Schüler betrug im abgelausenen Schuljahre 5439, die der Lehrkräfte 68. Was die Leistungen und die Entwickelung der Stiftungsschulen anbelanat, so hat der galizische Landesschulrath sich hierüber folgendermaßekLeäußert: „Die Schulen haben sich schon bei der Bevölkerung eingebürgert. Die gegen dieselben anfangs sich geltend machenden Vorurtheile sind schon / überwunden.. Diese Anstalten haben demnach alle Bedingungen für eine gedeihliche Entwickelung." Mit Schluß des Schuljahres J894/95 ver- :! blieben in der Lehre bei Handwerkern 245 Knaben (darunter in Wien 79). Von diesen wurden im Schuljahre 1895/96 112 Knaben freigesprochen. Die Schlofferwerkstätte in Rzeszow hat endlich nach " % mehrjährigem, ihr von der dortigen Genossenschaft aufgenöthigten Kampfe // sich eine legale Basis errungen. Im Laufe des Sommers sind sämmt- / liche Zöglinge bis auf einen nach absolvirtem-dreijährigem Kurse als Gesellen freigesprochen worden. An deren Statt wurden zu Beginn des laufenden Schuljahres 12 neue Zöglinge aus den verschiedenen Stiftungsv / schulen in die Werkstätte ausgenommen. Von den 14 Stipendisten ver- / schiedener Gewerbeschulen haben 13 mit Ende des Schuljahres ihre / Studien absolvirt. Bon den in der Gärtnereischule in.Ahlem unter- /? gebrachten 14 Zöglingen wurden 6 im dritten.Jahrgang befindliche Frequentanten zu Ende des Schuljahres 1896/97 die Anstalt absolvirt haben, und besteht die Absicht, den einen oder anderen dieser Knaben an j jenen Orten, in welchen die Stiftung eigene Schulhäuser mit großen . Gartenkomplexen besitzt, zur Anleitung der Stiftungsschüler in der -! Gärtnerei zu verwenden. Das ist in kurzem Umrissen der Inhalt des ,1 Rechenschaftsberichtes, der ein Bild rastlosen, freudigen und ergebnißreichen Strebens bietet. Zum Schluffe sei noch die erfreuliche Mittheilung erwähnt, daß auch im abgelaufenen Schuljahre die Vorbereitungen zur Gründung fünf neuer Schulen getroffen wurden. B. Budapest, 14. März. Die Verhandlung des Voranschlages für das Kultus- und Unterrichtsministerium gab dem Unterrichtsminister Dr. Julius Wlassics Gelegenheit, sich über mehrere wichtige Reffortfragen zu äußern. Nach der Besprechung mehrerer Kultur- und Kultus fragen / erörterte der Minister die Frage der theologischen Anstalten. ■ „Ich lege sehr großes Gewicht darauf," sagte der Minister, „daß der Staat auf die Ausbildung der Seelsorger selbst wenigstens insofern Einfluß ausübe, daß er es ermögliche, die Theologen aller Konfessionen — i bei Respektirung der konfessionellen Autonomie — an den Univer- - sitäten an Stelle der heutigen isolirten Seminarien und sonstigen Anstalreu zu erziehen und eine geistig höhere Ausbildung zu Theil werden zu lassen." Die unausbleibliche Folge dieser Reformen dürfte die dringend nothwendige Reorganisation der Preßburger orthodoxen Rabbinerschule, die niemals auf der Höhe ihrer Aufgabe stand, sein. — Die Ruthenen-K ommission, die sich zur Aufgabe machte, der wirthschaftlichen Nothlage der Nuthenen abzuhelfen, richtete an die Negierung ein umfangreiches Memorandum, in dem geeignete Maßregeln vorgeschlagen wurden, welche nicht nur aus die Lage der Rutheneu, sondern . - i auch auf jene sämmtlicher Einwohner des nordöstlichen Oberuugarns von wohlthuender Wirkung sein dürften. Die Negierung nahm jene Vorschläge, die geeignet sind, das Wohl sämmtlicher Einwohner zu . ' ' fördern, mit Freuden an, wies aber jene Maßregeln mit Entschiedenheit - zurück, welche gegen „die ungeheuere (?) Judeneinströmung, die aus Rußland über die galizische Grenze den Charakter einer vollständigen größeren Völkerwanderung besitzt", in Vorschlag gebracht wurden. Die Negierung erkannte die Bedeutungslosigkeit der. Judeneinrvanderung und stellte nur einige polizeiliche Verfügungen in Aussicht und will außer anderen Verfügungen durch Vermehrung der staatlichen Volksschulen dem Mangel an jüdischen Schulen in dieser Gegend abhelfen. Einige statistische Daten werden die dringende Nothwendigkeit der letzteren Verfügung näher beleuchten: Von 143 465 schulpflichtigen jüdischen Kindern besuchten.28 910 keine öffentliche Schule. Zwei Drittel dieser -H Kinder entfallen auf den nothleidenden nordöstlichen Theil des Landes, wo sich keine einzige jüdische Volksschule befindet, während im anderen Theil des Landes 540 jüdische Schulen mit 996 Lehrkräften der allgemeinen Volksbildung ausgezeichnete Dienste leisten. — Im Interesse einer humanen Anstalt richtete Erzherzogin Klotilde einen warmen Aufruf, in dem sich Ihre kaiserl. und königl. Hoheit an die „christlichen"

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