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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-03-12 · Heft 11 (12.3.1897) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 11 (12.3.1897)
Date
1897-03-12
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Sitzung noch nicht zur Verabschiedung. Der Referent, Herr Isidor Sachs, führte aus, daß der Erlaß eines Beitrages in Höhe von Vs des Umsatzes am 18. Oktober 1892 von der Versammlung auf Grund der damaligen schlechten Zeiten bewilligt worden sei. Der Ausschuß sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß diese ungünstigen Zeitverhältnisse nicht mehr beständen. Gleichzeitig solle aber auch die Gemeinde dafür Sorge tragen, das Koscherfleisch vor allen Dingen billiger zu beschaffen; es variire um 0,20 Mark gegen den Marktpreis des anderen Fleisches, obwohl es in den einschlägigen Bestimmungen heiße: „der Preis des Koscherfleisches richtet sich nach den jeweiligen allgemeinen Fleischpreisen, über welche von den Koscherfleisch-Händlern nicht hinausgegangen werden darf". Der Ausschuß beantrage, die weitere Erhebung der Beiträge zum Fonds beschließen zu wollen. Herr Breslauer findet einen Widerspruch in den Ausführungen des Referenten. Wenn die Preise um ca. 20 Pfennig differiren, andererseits der Vorschlag gemacht wird, die weitere Erhebung der Beiträge zu beantragen, so liege doch darin eine Vertheuerung des Fleisches. Die Frage der Preisverhältnisse des Koscherfleisches sei eine so wichtige, daß er, bevor man fich über den heutigen Antrag schlüssig mache, bitte, eine Kommission von fünf Mitgliedern zu ernennen, um darüber eine Enquete zu veranstalten. Die Versammlung stimmt diesem Anträge zu und beruft die Herren Bodenstein, Neufeld, Isidor Sachs, Blumenthal und Süskind. Der letzte Punkt der Tagesordnung ist die Vorlage betr. Reglement des Erzieh un gs hanses in Pankow, zu welcher Herr Manh eimer das Referat übernommen hat. Die Kommission schlage vor, den Namen Erziehungshaus in ein Waisenhaus umzuwandeln und in das Reglement die Bestimmung einzusetzen, daß der Vorstand erst nach Anhörung des Direktors die Aufnahme beschließen dürfe. Zum Schlußpassus des Reglements, in dem bestimmt wird, daß Bücher und Belege dem Vorstand eingereicht werden müssen, wäre wohl hinzuzufügen vergessen worden, daß Decharge ertheilt werden muß. Der Vorsitzende, Herr Landsberger, bemerkt, daß die Repräsentantenversammlung nur den Abschluß als richtig anzuerkennen habe, sie könne die Decharge wohl empfehlen, aber nicht ertheilen. Während Sanitätsrath Blumenthal die Angelegenheit des Reglements dem Ausschuß III überweisen will, ist Justizrath Ti kt in der Ansicht, daß das Provisorium, welches bis jetzt bestanden hätte, endlich einmal ein Ende nehmen müsse. Er schlage deshalb vor, eine Kommission zu ernennen, bestehend aus vier Repräsentanten, zwei Vorstandsmitgliedern und zwei Mitgliedern des Kuratoriums, behufs definitiver Regelung der Rechtsverhältnisse im Erziehungshause zu Pankow. Der Kommissar, Herr Bamberg er, vertheidigt die Aenderung des Namens, weil man unter Erziehungshaus meist eine Besserungsanstalt verstehe. Auswärtige frühere Schüler des Instituts müßten sich uunöthigen Fragen aussetzen, wenn die Korrespondenzen aus dem Erziehungshause bei ihnen einliefen, Die Anhörung des Direktors wäre vor der Aufnahme durchaus erforderlich, er solle ja nur seine Bedenken geltend machen, wozu ja ein Erforderniß insofern vorliege, als die Schüler vorzugsweise zu Handwerkern herangebildet werden. Der Antrag Tiktin wird darauf mit großer Majorität angenommen. In die beantragte Kommission werden die Herren Baginsky, Lewin, Tiktin und Leonhard Sachs gewählt. Zum Schluß der Sitzung giebt Juftizrath Meyer der Versammlung zunächst Kenntniß von dem authentischen Wortlaut der bekannten Verfügung, welche von der staatlichen Unterrichtsverwaltung bezüglich des jüdischen Religionsunterrichtes getroffen worden ist. Er betont das Bedenkliche des Erlasses, welches darin liege, daß der Gemeindevorstand die betreffenden Kinder mit ordnungsmäßigem Religionsunterricht in ihrem Glauben versorgen und den Nachweis darüber zu erbringen habe. Zweckmäßiger wäre es wohl, wenn dieser Zwang durch die Schulbehörde zur Ausübung käme. Gleichzeitig macht er der Versammlung die Mittheilung, daß Herr Rabbiner Dr. May bäum offiziell zur Centenarfeier eingeladen worden sei. Damit schließt nach zweistündiger Tagung die öffentliche Sitzung. 2X2 Berlin, 9. März. Eine stattliche Anzahl von Damen und Herren hatte sich am Sonnabend Abend im Sitzungssaals der Repräsentanten-Versammlung der jüdischen Gemeinde zusammengefunden, um als Delegirte hiesiger Wohlthätigkeits-Anstalten dem an sie ergangenen Rufe des Vorstandes der Gemeinde folgend, dem Plane ihre Mitwirkung zu leihen, einen Verband der jüdischen Wohlthätigkeits-Anstalten ins Leben zu rufen. . Den Anfang zu einem solchen Unternehmen hat der Vorstand mit. der von ihm geschaffenen „Centralstelle für die Wohlthätigkeits-Anstalten der jüdischen .Gemeinde", gemacht, welche demnach durch das neue Unternehmen eine Erweiterung nach außen hin erfahren soll. Diesen Gedanken führte Herr Martin Simon, welcher den Vorsitz führtenach seiner Entstehung und seinen Zielen der Versammlung vor, wobei er von vornherein den Mißdeutungen entgegentrat, welchen der Plan bei manchen Glaubensgenossen begegnet sei, namentlich derjenigen, welche eine Beschränkung des Wohlthuns von der Neugründung befürchtet. Das vornehmste Ziel der Unternehmung sei, die wirkliche Armuth in erhöhtem Maße zu unterstützen und der berufsmäßigen Bettelei ein Ende zu bereiten. Dies sei nur möglich, wenn die jüdischen Wohlthätigkeits-Jnstitute zu dem gleichen Ziele sich eng mit einander verbinden, zu welchem Zwecke die Versammlung berufen sei. Herr Julius Grünwald erstattet alsdann einen, die Versammlung außerordentlich befriedigenden Bericht über die bisherigen Leistungen der Centralstelle und die für den Verband in Aussicht genommene Thätigkeit. Die überwiegende Mehrzahl der entsandten Delegirten war mit den Ausführungen wie mit den vorgelegten Satzungen einverstanden, und kleine Bedenken, welche sich bemerkbar machten, traten im Laufe der Debatte immer mehr vor dem Gedanken an die Fülle des Guten zurück, das sich den Zuhörerinnen und. Zuhörern so klar und verständlich als das Resultat ergab. An der Debatte betheiligten sich außer den Genannten noch die Herren Rabbiner Dr. Maybaum, Wedell, E. Rosenstiel, Dr. H. Meyer-Cohn, I. E. Jsaac, R.-A. Holz, H. Landsberger, Louis Sachs, Dr. Albert Levy, O. Rathenau, Jul. Weinberg. Es wurde schließlich fast einstimmig die Gründung des „Verbandes für jüdische Wohlthätigkeitspflege" beschlossen und die Ausführung des Planes einer weiteren Versammlung Vorbehalten, in welcher die Feststellung der Satzungen und die Wahlen für den Vorstand des Verbandes vorgenommen werden sollen. Inzwischen werden die Delegirten ihren Anstalten Bericht erstatten. *** Berlin, 3. März. Die „Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schulmänner", über deren segensreiche Wirksamkeit zur Hebung des Lehrerstandes in diesen Blättern schon öfter berichtet wurde, beging am 6. d. Mts. in Cassels Hotel ihr zweites Stiftungsfest, das, von fast sämmtlichen Mitgliedern mit ihren Damen wie auch einer stattlichen Anzahl von Gästen besucht, zu einer erhebenden Feier sich gestaltete. Nachdem Herr Redakteur Flanter Namens des Festkomitees die Gäste begrüßt hatte, hielt Herr Rektor Dr. Adler die Festrede, in der er die Leiden und Freuden des jüdischen Lehrers schilderte, die Nothwendigkeit des Zusammenschlusses aller Lehrer zu einem großen Bunde betonte und endlich die erfreuliche Mittheilung machte, die wir heute an anderer Stelle publiziren. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß diese Mittheilung mit großem Beifall und Dankesworten an Den, der sich um die Erlangung dieser Zuwendung bemüht hat, ausgenommen wurde. Es folgten Gesangs- und deklamatorische Vorträge, von denen das vom Kantor Friedmann komponirte und vorgetragene Bundeslied sowie zwei von Frau H. vorgetragene Kompositionen von William Wolf besonders erwähnt zu werden verdienen. In der Kaffeepause gelangten die Herren Gustav Jacobsohn und Lehrer Remak zu ihrem Recht, deren Tafellieder nicht wenig zur Erheiterung der Gesellschaft beitrugen. Bald lösten humoristische und ernste Toaste einander ab, und als die Kaffeetafel aufgehoben wurde, Mar es ergötzlich, zu sehen, wie unsere sonst ernsten Schulmänner im frohen Tanze sich drehten und den unschuldigen Freuden des Festes sich Hingaben. Berlin, 9. März. Zwei auch weitere Kreise ' interessirende Anstellungen von Gemeindeschullehrerinnen bringt die dieswöchentliche Nr. 10 des „Gemeindeblattes der Haupt- und Residenzstadt Berlin" zur amtlichen Kenntniß; in dem einen Falle handelt es sich um die Anstellung der jüdischen Lehrerin Fräulein Minna N., die bereits im Jahre 1894 (!) von der städtischen Schuldeputation dem Provinzial- Schulkollegium zur Anstellung präsentirt worden war. Die königliche Behörde verweigerte damals, wie s. Z. in der Stadtverordneten - Versammlung berichtet wurde, die Bestätigung der Vokation, aus der Nachweis erbracht worden sei, daß die Anstellung einer neuen jüdischen Lehrkraft an den Berliner Gemeindeschulen ein Bedürfniß sei. In Verfolg der neuen Interpretation der Verfügung des Kultusministers hat nunmehr Frl. N. die Vokation mit der Dienstaltersberechnung vom 1. Juli 1894 erhalten. Der zweite Fall betrifft die Anstellung einer Lehrerin, die gl, fügun, Unter zu leb 2 Sank einem sich zu nomm daß d Betrie des b kapita auf d 340 % zinst 3 günsti allen ist vo anerkc 5 der be Opp Wahl, Herrn für « zur B warm schiede Dr. 8 stituts daß d höhte, (19 41 reiche, im ve jetzt S Herre Alexa Dr. I butzki- Rahel Anfta der s angesi c deren 1. M eine 9 Fachk Bishe Aber war, judisc eignet vesuck Unter litisch von i Relig artig, intere herzo Tod. rüden eröff,

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