Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 61 (1897)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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O auch'-ein solches nicht überall zur Hand sein dürfte, -sonst auch dev Doppel-Kalender für 1897 hier aufgeführt, aus dem zu ersehenistHaß' - ' . - -üc der 1. Sch'bat — 4. Januar ist, ' folglich ist 19.. 22. .. ' - Der 22. Januar ist demnach der Barmizwah-Tag. ' Karmizwast-KirlLndrr für 1897. -5644/5. 1897—5657 8. 1. Januar 3. Tebeth 1. Januar 27. Tebeth 28. „ 1. Sch'bat 4. 1. Sch'bat •13*, ' 1. Februar 6. I. Februar 28. „ ' |/, 27. „ i; Adar ,3. *. 1. Adar 'V 1'; ' - 1. März 4. „ 1. März 27. „ . 27. „ 1. Nissan - 5. 1. Weadar 1. April 6. „ 1. April 28. „ \ff 26. „ M 1. Mai 1. Jjar 3- ,, 1. Nissan 6. „ 1. Mai . 29. „ 25. „ 1. Sstwan 3. 1. Jjar V - 1. Juni 8. 1. Juni 1. Sstwan vis; ' 24. „ 1. Tammus . 1. Juli - 8. 1. Juli 1.. Tammus? 23. „ 1. Ab 30. ,, 1. Ab 1. August 10. „ 1. August 3. „ /:: 22. 1.- Elul 29. „ 1. Elul 1. September 11. „ 1. September 4. „ ifl 20. 1. Tischri (45) 27. 1 Tischri (5! \p •* 1. Oktober 12. „ 1. Oktober 5. „ 20. „ 1. Cheschwan 1. November 13. „ *l&. „ 1. Kislew 1..-Dezember 13. „ IS. „ 1. Tebeth 27. „ 1. November 26. 1. Dezember 26. 1. Cheschwan' 6. 1. Kislew > 6. „ 1. Tebeth ' L Anmerkung: Da im Jahre 1884 der 1. Januar auf den 3. -Tebeth, im Jahre 1897 auf den 27. Tebeth fällt, so hatten Diejenigen, welche zwischen dem. 1. und 24. Januar 1884 geboren fnid, ihre Barmizwah bereits tm Dezember 1896, wie dies auch aus der vorjährigen Tabelle zu entnehmen war. Sollte diese Barmizwah-Feier bis jetzt verabsäumt sein, so kann sie nachträglich an einem der nächsten Sabbathe vollzogen werden. - Daß zwischen dem jüdischeil und bürgerlichen Kalender eine so große Differenz (von 24 Tagen) entstehen konnte, hat darin seinen Grund, daß das gegenwärtige jüdische Jahr 5657 ein Schaltjahr ist, während das Jahr 5644 ein Gemeinjahr war. Nun liegen aber die Anfänge der Schaltjahre zwischen, dem 4. und 15. September (gregorianisch), während die Gemeinjahre zwischen dem 15. September und dem 5. Oktober ihren Anfang haben können. . Eine Differenz von 24 Tagen kam jedoch in diesem Jahrhundert nur noch zwei Mal vor; im Jahren 1899 wird sie aber gar 25Tage betragen.') ch Es sei gestattet, hier darauf hinzuweisen, daß in allernächster Zeit im Verlage von Poppelauers Buchhandlung, Berlin^ ein Merkchen unter dem Titel: „Ein neuer Maphleach" 1)12^ WNN NN2L2 erscheint, das, in ähnlicher Darstellung wie der obigen, die Möglichkeit bietet, alle derartigen Umrechnungen, innerhalb eines Zeitraumes von 1655 Jahren mit Leichtigkeit auszuführen. Es umfaßt nämlich die Zeit vom Beginn der festen jüdischen Zeitrechnung (unter Hillel II) bis 100 Jahre über die Gegenwart hinaus — von 345 bis 2000 der bürgerlichen Zeitrechnung. . . Sind die Juden vaterlmidstas? 7 . ' ' Von Dr. S. Goldschmidt in Kolberg. «um eisernen Bestand der Rüstkammer - unserer, guten, lieben Freunde, der reinen und unreinen, der'Radau- und Geschäfts-Antisemiten gehört bekanntlich auch die bösartige Beschuldigung,, die Juden seien aller Liebe zum Vaterlande bar und ledig, seien vaterlandslos. Und widerlegt man sie auch aus der Geschichte und beweist ihnen haarscharf, daß z. B. die. Nachkommen der aus Spanien im Jahre 1892 vertriebenen und seither im Orient lebenden Inden noch heute, nach Jahrhunderten, ihr 'altes Vaterland auf der Pyrenäischen Halbinsel nicht vergessen können, — daß ferner die aus Deutschland infolge der Kreuzzüge, des schwarzen Todes unter der Beschuldigung der Brnnnenvergiftmig, der Hostienschändung, des Blutmordes nach Polen vertriebenen Inden noch heute die Sprache ihres alten Vaterlandes reden, — thut nichts, der Jude wird dennoch verbrannt. Die Juden sind und bleiben in den Augen unserer guten, lieben Freunde v at erl a nd.s l o § > sie gehören in Pausch und Bogen zur „goldenen Internationale"! Nur zwei Worte, aber ebenso viel große Lügen! So wenig Juden als. solche sich international fühlen,- ganz ebenso wenig sind alle Juden, oder auch nur ein erheblicher Bruchtheil derselben, .lauter Großkapitalisten. Dem überwiegend größten Theil der Inden ist die Tafel des Lebens nur spärlich gedeckt, die meisten kämpfen mit ihren Mitbrüdern in den Tiefen des Lebens hart und schwer den heißen Kampf ums Dasein. Der Unverfrorenheit unserer Gegner gegenüber dürfen wir dennoch nicht müde werden, immer neue Beispiele ans der Geschichte zu suchen, welche den Beweis führen, daß die Juden zu allen. Zeiten, auch solchen, wo sie wirklich, nur leider in anderem Sinne, als unsere Gegner es uns zum Vorwurf machen, Vaterlands los waren und recht- und schutzlos nur als Stiefkinder des Vaterlandes betrachtet wurden, dennoch mit allen Fasern ihres Herzens ihrem Vaterlande anhingen und dasselbe opferwillig und -freudig liebten. Mir liegt ein Beispiel solcher Vaterlandsliebe ans der traurigsten Zeit unseres preußischen Vaterlandes, nach der Schlacht bei Jena und Auerstädt, wo es bekanntlich noch Schntzjuden, geduldete und nicht geduldete Juden in Preußen gab, die unter Ausnahmegesetzen standen, vor, — ein Beispiel, das heutzutage, wahrlich aus dem Grabe der Vergessenheit hervorgeholt und unserer Mitwelt in Erinnerung gebracht zu werden verdient. . Die Begebenheit wird im dritten Jahrgang des „Orient", einer Zeitschrift, die vor einem halben Jahrhundert'von dem Professor an der königlichen Universität zu Leipzig Dr. Julius Fürst herausgegeben wurde, in einer Korrespondenz aus Stolp in Pommern berichtet. Das Werk 'befindet sich in der königlichen und vielen anderen Bibliotheken zu Berlin, und die Geschichte kann von Jedem, beit sie interessirt, an Ort und Stelle im Jahrgang 1842, Seite 211, nachgelesen werden. Die Korrespondenz lautet wörtlich: Stolp, 16. Juni. „Zeitgemäße Rückerinnerung aus Preußens neuester Geschichte." ' „ 1806, nach der unglücklichen Schlacht bei Jena und Auerstädt, flüchtete unser hochseliger König hier durch Stolp; die hochselige Königin mit ihren Kindern durch Märkisch Friedland. Sie kam auf dem Markt dort an und" verlangte Vorspann. Die Bürger vermochten ihr^diesen nicht zu geben, sie hatten ihre guten Pferde in den Wäldern versteckt vor dem Feinde, und die zurückgebliebenen waren zu schlecht. Die Königin weinte, denn der Feind war nur drei Meilen entfernt. Da' machte Joseph Moses Stargard. Anstalt, und M ar q u ard (soll , wahrscheinlich heißen : M-arq u ald) und/ Mehrere