Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 51 (1887)
- Issue
- Heft 45 (10.11.1887)
- Date
- 1887-11-10
- Page
- Seite 716 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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716 erschien nun: „Leitfaden der Metrik der hebräischen Poesie nebst dem ersten Buche der Psalmen nach rhythmischer Vers- und Strophenabtheilung mit metrischer Analyse von Prof. Dr. Julius Ley. Halle a. 2-, Buchhandlung des Waisenhauses 1887." In eine sachliche Kritik einzugehen, würde uns hier zu weit führen. Wir geben deshalb nur, wie der Vers, das von ihm angenommene Princip des Rhythmus in Z 1 formulirt: „Der Rhythmus in der hebräischen Poesie wird durch die Tonsylbe bestimmt, gerade wie im Deutschen. Die Tonsylben geben die Hebungen, die nicht betonten die Senkungen. Nur muß cs als eine- Eigenthümlichkeit der hebräischen Betonung bemerkt werden, daß sie eine gesangartige, eine stufenmäßig ansteigende ist, d. h. die zunächst vor der Tonsylbe stehende >oird um einen Takttheil höher gesprochen, als die weiter abstehenden. Man kann sich diese Art der Aussprache deutlich machen an deutschen Wörtern, wie: „Mitleiden", „Sammlungen", „grünende Saatfelder", „blühende Baumreihen" u. a., in denen bei natürlicher Aussprache die der ersten Tonsylbe zunächst nachfolgende mehr Tongewicht hat, als die zweit- und die drittfolgende; nur ist im Hebräischen das Verhältniß in der Betonung ein umgekehrtes, ein steigendes. In den genannten deutschen Worten senkt sich der Ton allmählich nach dem Ende hinab, im Hebräischen hebt er sich allmählich nach der Tonsylbe hinauf." — Wie es oft geschieht, daß sich auf demselben Gebiete die Arbeiten begegnen oder ergänzen, so erschien vor Kurzem: 0'~dd ’Dyü a Treatise on the Aecentuation of the 22 so-called prose Books of the old Testament by William Wiekes, D. D. (Oxford at the Clarendon Press. 1887. Der Verfasser hat in einem früheren Werke nDN 'oyta die Aecentuation der drei poetischen Schriften behandelt, welches von der Kritik sehr günstig ausgenommen wurde. Ieuiiieton. Der -euische Verein zur Erforschung Palästinas. Bon Prälat a. D. Dr. ti. Klaiber in Stuttgart. (Schluß.) Rein geschichtlicher Art sind die Ausführungen von Prutz über die Besitzungen des Johanniterordens in Palästina und Syrien, woran sich Herquet (Neues zur Geschichte des Johanniterordens aus den Arehives de l’Orient latin) anschließt und Röhricht, 8yria Sacra (mit immensem gelehrtem Fleiß und urkundlichem Nachweis, als ein Beitrag zur Kirchengeschichte des mittelalterlichen Syriens — namentliche Ausführung aller einschlagenden Kirchen, Erzbischöfe rc„ Klöster, Aebte, Canonici rc.). Ferner von Röhricht und Mcisner ein Auszug aus der Jerusalemsfahrt von Eckert und Grimminger im Jahre 1625 und ein Abdruck der Pilgerfahrt des Herzog Friedrich II. von Liegnitz und Brieg im Jahre 1507, sowie der deseriptio Teinpli Domini (d. h. der Kubetes-Sachra, des Felsendoms oder sog. Omarmoschee) von Philippus de Aversa. Leskien giebt eine aus dem Russischen übersetzte Pilgerfahrt des russischen Abtes Daniel in das h. Land im Jahre 1113—1115. Von Dechent finden wir eine Zusammenstellung aus alter und neuer Zeit über Heilbäder und Badeleben. Von Schick eine Studie über die Einwohnerzahl des alten Jerusalems. Von Steinschneider Beiträge zur Palästinakunde aus neueren jüdischen, sowie von Gildemeister aus arabischen Quellen. An eine „Kurze Uebersicht über die Münzgeschichte Palästina's" von Ermann reihen sich Nachrichten über mehrfache neu aufgefundene Münzen. Dem Linguisten wird dargereicht Jdrisi's Palästina und Syrien im arabischen Text von Gildemeister. Die Verhältnisse der Gegenwart behandelt eine Reihe von Artikeln. Klein (der Entdecker des Mesasteines, weilte 26 Jahre lang als Geistlicher der arabisch-protestantischen Gemeinde in Nazareth und Jerusalem) giebt Schilderungen über Leben, Sitten und Gebräuche der Fellachen, Eyjub Abela, Viceconsul des deutsches Reiches in Seida, über abergläubische Gebräuche in Syrien (wozu ein Nachtreg von Grünbaum) und Budde über hebräische Leichenklage (aus verschiedenen Zeiten). Gatt berichtet über Industrielles aus Gaza, sowie über technische Ausdrücke aus der Töpferei und Weberei daselbst. Anderlind verbreitet sich über den Einfluß der Gebirgswaldungen im nördlichen Palästina auf Vermehrung der wässerigen Niederschläge, sowie über Ackerbau und Viehzucht in Syrien. Fraas behandelt das Vorkommen von Schwefel im Jordanthal, sowie Ascherson Botanisches. Werthvolle, ganz zuverlässige Auskunft ertheilen die Darlegungen von Reinike über die evangelische Mission in Palästina, von Paulus über die Tempel-Colonien, von Schnabl (längere Zeit Rector des österreichischen Pilgerhauses in Jerusalem) über die römisch-katholische Kirche in Palästina, woran sich noch Beiträge von Stadtpfarrer Wolf „Zur neueren Geschichte Jerusalems" anschließen. Die Geographie und Topographie der Gegenwart berühren Arbeiten von Dr. Socin (Liste arabischer Ortsappellative), Hartmann (Ortschaftsliste des Paschaliks Jerusalem), Gatt (Bewohnte Ortschaften des Kaimakanije Gaza), Sand-