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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-11-10 · Heft 45 (10.11.1887) · p. Seite 712

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 45 (10.11.1887)
Date
1887-11-10
Page
Seite 712 (sequence 8)
Language
German
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712 welcher sich auf seine Abstammung von jenem jungen Jerusalem, dessen Selbstmord Goethe den Borwurf zu „Werthers Leiden" gab, nicht wenig zugute that, war der Führer der Leipziger Antisemiten und machte sich als solcher durch eine geradezu cxaltirte Haltung bemerkbar. (Es wäre ganz angemessen, einmal die Liste der antisemitischen Agitatoren zusammenzustellen, welche dem Strafrichter anheimgefallen sind — es ist eine stattliche Zahl, und geht daraus recht augenfällig die Moralität dieser Agitation hervor. Redact.) Königsberg, 30. October. (K. H. Z.) Am Dienstag, dem 25. d. M-, tagte hier im Saale des Artushofes die 7. ordentliche Generalversammlung des Verbandes der Synagogengemeinden Ostpreußens, nachdem derselben am Abende vorher eine mehrstündige Sitzung des Berbandsauschusses im Conferenzzimmer des Israelitischen Waisenhauses für Stadt und Provinz Hierselbst vorangegangen war. Nach der gegen 11 Uhr Vormittags erfolgten Eröffnung der Generalversammlung durch den bisherigen Verbandsvorsteher Elösser-Jnsterburg begrüßte der Deputirte des Vorstandes der hiesigen Synagogengemeinde, Kaufmann Samuel Magnus, die Versammlung in einer kurzen Ansprache, wünschend, daß die Verhandlungen von dem besten Erfolge begleitet sein und dazu dienen mögen, die angestrebten Ziele zu erreichen. Seitens des Ausschusses des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, dessen Vorsitzender Geh. Sanitätsrath vr. Kristeller in Berlin am Erscheinen behindert war, war dessen Delegirter Rabb. vr. Bamberger-Königsberg beauftragt worden, den Verband zu begrüßenund den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund zu vertreten. Nachdem der Verbandsvorsteher den Dank der Versammlung für diese Begrüßungen und Glückwünsche ausgesprochen, wurde die Präsenzliste festgestellt, und ergab sich, daß von den 42 Verbandsgemeinden dreizehn, und zwar: Allenstein, Bartenstein, Bischofsburg, Gerdauen, Insterburg, Johannisburg, Labiau, Lötzen, Lyck, Ortelsburg, Rastenburg, Wartenburg und Werlau, vertreten waren. Bei der hierauf erfolgten Constituirung des Bureaus wurden Stadtrath Elösser- Jnsterburg zum Vorsitzenden, Samuel Magnus und vr. Friedländer-Königsberg zu Beisitzern, Secretär Klein und Joseph Simonsohn-Königsberg zu Schriftführern ernannt. — Gemäß der vom Ausschuß aufgestellten Tagesordnung trug der Verbandsvorsteher Elösser den Geschäftsbericht in Verbindung mit dem Kassenabschluß für 1886/87 vor. An den mit allseitiger Befriedigung aufgenommenen Verwaltungsbericht knüpfte sich eine weitere Debatte nicht. Zu Revisoren der vom Verbandskassierer Eichelbaum-Jnsterburg gelegten Rechnung wurden Lachmanski und Moser-Königsberg gewählt. Hierauf erstattete der Vorsitzende der Schulinspection, vr. Bambergcr Königsberg, Bericht über die Ausführung des Schulinspectionsplans im verflossenen Verwaltungsjahre. Derselbe wurde auf das Beifälligste ausgenommen und dem Vorsitzenden und den Mitgliedern der Schulinspection der wärmste Dank des Verbandes für ihre selbstlose Mühewaltung durch Erheben von den Sitzen votirt. — Ein hierauf folgender Vortrag von Klein-Königsberg versuchte die noch nicht allseitig anerkannte Nothwendigkeit von Organisationen jüdischer Gemeinden zu Verbänden darzuthun und bewies, daß der in unserer Provinz eingeschlagene Weg gerade der richtige zur Beseitigung der vorhandenen Nothlage und Uebelstände in den einzelnen Gemeinden sei. Auf die in's Leben gerufene Schulinspection und die Hilfskasse für Gemeindebeamte und deren Hinterbliebenen dürfe der Verband, wenn auch letztere Institutionen insbesondere noch des weiteren Beitritts von Beamten und Gemeinden bedürfe, mit voller Befriedigung blicken. Der Vortrag fand das ungetheilte Jntereffe der Versammlung, und sprach der Vorsitzende dem Redner den Dank der Versammlung aus. Nach einer etwa halbstündigen Pause wurde die Versammlung mit dem Berichte der gewählten Rechnungsrevisoren wieder eröffnet, welche auf den erfolgten Befund der Richtigkeit die Dechargirung der Rechnung beantragten. Dem Anträge wurde stattgegeben. Hierauf fand eine eingehende Berathung des Antrages der Gemeinde Allenstein, die Besteuerung der Staatsbeamten betreffend, statt. Rechtsanwalt Gutfeld-Ortelsburg mvtivirte den Antrag und befürwortete, seitens des Verbandes den Gemeinden zu empfehlen, ihre Statuten dahin zu ändern, daß Staats- und Communalbeamte nur die Hälfte des auf sie entfallenden Gemeindebeitrages zu zahlen haben sollten. Der Antrag erhielt in dieser Allgemeinheit nicht die Zustimmung der Majorität; es wurde vielmehr beschlossen, den Verbandsgemeinden zu empfehlen, auf Antrag der Betreffenden von Fall zu Fall durch Gemeindebeschluß — Vorstand und Repräsentantenversammlung — eine Ermäßigung eintreten zu lassen. Sodann wurde der vom Verbandsausschuß vorgelegte Etat für 1887/88 angenommen, aus welchem wir insbesondere die Positionen für Ausbildung von Lehrern, für Hebung des Schulwesens, Beitrag zur Hülfskasse und Subvention an schwache Gemeinden hervorheben. Bei der hierauf folgenden Neuwahl des Ausschusses wurden die Herren A. Elösser-Jnsterburg, Isaak Eichelbaum- Jnsterburg, I. Hertz-Gerdauen, A.Jacoby-Rastenburg. S. Salzmann-Allenstein, M. Davidsohn-Lötzen, Rechtsanwalt Gutfeld- Ortelsburg, Alexander-Lyck, Julius Fürst-Königsberg, Lublinski- Johannisberg wieder- und an Stelle der durch Tod und Verzug ausgeschiedenen Mitglieder Schwarz- Gutstadt und Alexander-Goldap die Herren Heideman-Bartenstein und Joseph Simonsohn-Königsberg neugewählt. Der bisherige Verbandsvorsteher Elösser wird sodann einstimmig zum Verbandsvorsteher für das nächste Jahr wiedergewählt. — Die bisherigen Mitglieder des Schiedsgerichts: vr. Bamberger-Königsberg,

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