Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 51 (1887)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1887)
- Date
- 1887-10-27
- Page
- Seite 685 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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685 selben Jahres vom Feuerwehrrathe auf diesen neuen Posten berufen und vom Stadtverordneten-Kollegium in dieser Eigenschaft bestätigt, führte er fortan den Titel eines städtischen Brandnieifters. Die meisten Feuerwehren in der Umgebung von Teplitz sind von Herrn Horwitz eingedrillt worden und wurde von ihm den Kommanden bei Anschaffung von Requisiten mit Rath und That an die Hand gegangen. Herr Horwitz war auch Mitbegründer des Teplitzer Bezirks-Feuerwehr-Berbandes und Inspektor desselben und hat sich überhaupt um das Feuerwehrwesen viele Verdienste erworben. — Wir hatten in Nr. 40 in „Eine Wiener Reise" der liebenswürdigen Gattin des Prof. vr. S. Kaempf gedacht, und während dessen schied die verehrte Frau aus dem Leben. Ein Prager Blatt berichtet über das Leichenbegängniß in folgender Weise: Um die dritte Nachmittagsstunde fand gestern, vom israelitischen Badhofe aus, das Leichenbegängniß der Frau Franziska Kaempf, Gattin des Regierungsrathes Prof. vr. Kaempf unter zahlreicher Betheiligung statt. Oberrabbiner vr. Hirsch hielt der Dahingeschiedenen einen tiefempfundenen Nachruf. Unter den Leidtragenden bemerkte man eine größere Anzahl von Professoren, Doktoren, Großindustriellen und viele Damen. — Wie uns soeben aus Erfurt mitgetheilt wird, ist am 15. d. plötzlich der Direktor der Handelsschule, vr. M. C. Wahl verstorben. — Aus Pest wird uns geschrieben: Die Ofener israelitische Gemeinde beging am 16. d.M. die Grundsteinlegung eines neu zu erbauenden Tempels. — Aus Czernowitz, 15. Oktober, wird berichtet: Aus der Synagoge des bekannten Wunder- Rabbis zu Sadagura wurden während der jüngsten Feiertage kostbare Smaragde, Edelsteine von der Thora-Umhüllung gestohlen. Zwei Komplicen wurden, als sie die werthvollen Edelsteine bei der Sparkasse versetzen wollten, verhaftet und dem Strafgerichte übergeben. Ieuit l Leer, im October 1887.! Protokoll! über die dritte Conferenz des Vereins der jüdischen Lehrer und Cultusbeamten des Landradbinatßbezirks Emden. In der auf den 30. und 31. Aug. in Emden anberaumten Conferenz erschienen 14 Mitglieder, das Ehrenmitglied Herr Landrabbiner vr. Buchholz-Emden und als Gäste Nordheimer-Fürth und die Herren Schulvorsteher I. Pels und A. Nordheimer. Die Sitzung ward präcise 3>/-> Uhr eröffnet. Zur Verhandlung standen: 1) Das Lesebuch von Haesters-Richter-Blumenfeld für die Mittel- und Oberstufe: Ref. Heß-Wittmund. 2) Der Pentateuch in der Schule: Ref. Fink-Aurich. 3) Anregung bezw. Vorschlag zur Gründung eines allgem. deutsch -israel. Lehrerbundes: Ref. Wolff- Aurich. 4) Borstandswahl. 5) Anträge und freie Besprechungen. Der Vorsitzende Herr Levh-Norden begrüßte die Versammlung, verliest das Protocoll des Vorjahres, giebt einen kurzen Geschäftsbericht und theilt mit, daß der „Deutschisrael. Gemeindebund wieder einen Reisezuschuß für die Conferenzbesucher bewilligt habe. Die Versammlung beantragt, hierfür den Dank abzustatten. Alsdann erhält Herr Heßl e t o tt. Wittmund das Wort zu seinem Referate. Derselbe geht zunächst die Oberstufe des Lesebuches von Haesters-Richter- Blumenfeld durch und findet darin verschiedene specisischchristliche Lesestücke, die aus einem israel. Lesebuch hätten fern bleiben sollen. Eine zu wenig zusammenhängende Uebersicht betreffs der geschichtlichen Stücke hebt derselbe hervor. Die Mittelstufe des Lesebuches findet eine günstige Kritik Herr Fink-Aurich findet den Anhang der jüdischen Geschichte zu trocken und zu sehr mit Fremdwörtern gespickt. Herr Landrabbiner vr. Buchholz beklagt den wenig methodischen Fortschritt in den beiden Büchern, findet dasselbe nur darum brauchbar, weil kein besseres vorhanden, und stellt die Resolution: „das Haesters-R.-Lesebuch, welches Blumenfeld-Essen für jüdische Schulen bearbeitete, eignet sich für jüdische Schulen nur insofern, als das fpecifisch Christliche fast ganz entfernt ist, entbehrt aber fast jeder jüdischen Eigenthümlichkeit, die geeignet wäre, das Interesse der Kinder für die Lehre des Judenthums und jüdisches Leben zu wecken. Herr Wolff-Aurich wünscht eine Umarbeitung, das Schlechtere fortzuschaffen und Besseres zuzusetzen. Herr Rosenthal-Emden: „In Anbetracht, daß das H.-R.-Lesebuch weder vom pädagogischen noch vom jüdischen Standpunkt den Anforderungen, die an ein Lesebuch für jüdische Volksschulen zn stellen sind, keineswegs genügt, ist die Bearbeitung eines neuen Lesebuches durch eine Commission von Pädagogischen und rabbinischen Kräften dringend erforderlich. Herr Wolff wünscht zu der Resolution des Herrn Landrabbiner den Zusatz: „und ist eine Umarbeitung des genannten Lesebuches wünschenswerth."