Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 51 (1887)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1887)
- Date
- 1887-10-27
- Page
- Seite 684 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
- Vilnius 1× ep/1000947
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684 vokat bei dem obersten Gerichtshöfe und an demselben Stibbo Rath, in der Verwaltung der Kolonieen von Ostindien befinden sich Juden in allen Zweigen. Däneurark. Kopenhagen, 14. Oktober. (Privatmitth.) Die Correspondenz aus Hamburg in der jüngsten Nummer dieser Zeitung veranlaßt mich, Ihnen mitzutheilen, daß auch unsere verhältnißmäßig junge Gemeinde an Legaten und Stiftungen außerordentlich reich ist. Eine Beschreibung derselben mit den Anstalten und Stiftungen wurde im Jahre 1878 unter dem Titel l'ortssKnalss over dei defc mosaiske troessamfund i Kjobenhavn stiö'tede Legater herausgegeben und bildet einen Band von 300 Seiten. Das älteste Legat der hiesigen Gemeinde im Betrage von 12500 Rdl. datirt vom Jahre 1789, das jüngste in der Schrift verzeichnet vom Jahre 1877, und seit der Zeit hat sich die Zahl der Stiftungen noch bedeutend vermehrt. 1 Rußland. Petersburg, 8. Oktober. Auf Grund einer Verfügung des Ministers des Innern wird in Odessa durch die Handels- Delegation eine Liste aller auswärtigen jüdischen Kommis, die in den Handelshäusern Odessas angestellt sind, zusammengestellt. Ihre Ausweisung soll unverzüglich erfolgen. Einige Prinzipale kaufen für die lange Jahre bei ihnen bediensteten Kommis Patente für die erste Gilde, um denselben auf diesem Wege das weitere Verbleiben zu ermöglichen. — In Kie w bemühen sich die jüdischen Handwerker, welchen das Recht zusteht, in der Stadt zu wohnen, bei den Behörden zu erwirken, daß ihren ausländischen Glaubensgenossen der Aufenthalt daselbst nicht gestattet werde, weil letztere den bereits ansässigen Handwerkern fühlbare Konkurrenz machen. — Die Odessaer Universitäts-Behörde hat auf die Petition eines nicht aufgmommenen jüdischen Kandidaten geantwortet, daß Juden nur in dem Maße als „Hospitanten" zugelassen werden können, daß auf je einen jüdischen Hospitanten zehn christliche kommen. — In Moskau wurden jüdische Pharmaceuten von der Universität gänzlich ausgeschlossen. Die Abgewiesenen haben an den Kultusminister appellirt. Kiew, 9. Oktober. In Angelegenheit der 64 Israeliten, welche zur griechischen Staatsreligion übergetreten sind, um die Zulassung zu den Universitätsstudien zu erlangen, hat das Kultusministerium eine für dieselben günstige Entscheidung getroffen, so daß sie immatrikulirt werden konnten. Die in diesem Sinne gehaltene Verfügung des Kultusministeriums ist an alle Universitätskuratoren ergangen. Lodz, 13. Oktober. (Privatmitth.) Der Vorsteher unserer Gemeinde, Herr Posnanski, dem sie den endlich vollendeten Bau der Synagoge zu verdanken hat, erklärte, als er Jom - Hakipurim beim Gottesdienst vor die Bundeslade citirt wurde, um bei der Vorlesung der bezüglichen Thorastelle zu assistiren, vor versammelter Gemeinde den Betrag von 3000 Rubel zur Gründung einer israel. Handwerkerschule zur Verfügung zu stellen. Seinem Beispiel folgte Herr S.und offerirte zu demselben Zwecke 300 Rbl., und Herr Herz die Kosten der Aufrechterhaltung einer Klasse während eines Jahres. Diesen Spenden schlossen sich noch vier Andere an, und man darf hoffen, daß die Schule in nächster Zeit eröffnet werden wird. Warschau, 14. Oktober. Den polnischen Blättern meldete man übereinstimmend, daß die russischen Behörden in rücksichtslosester Weise gegen die Juden Vorgehen. Die jüdischen Einwohner, welche sich zum Religionswechsel nicht entschließen können, werden schonungslos ausgewiesen. Dem gegenüber wird aus Wilna berichtet, der dortige General- Gouverneur Kochanow habe mittelst Rundschreiben erklärt, die Regirung wolle den Juden wie den Protestanten volle Religionsfreiheit gewähren, nur müsse sie darauf achten, daß die russischen Unterthanen ohne Ausnahme der russischen Sprache in einer dem Staatswesen angemessenen Weise sich bedienen. Schon in ihrem eigenen Interesse sollten sich die Juden und Protestanten die russische Sprache aneignen und von dem Gebrauche der deutschen Sprache ablasseu. Bonn, 23. Oktober. (Notizen.) Wir haben heute vom Hiilscheiden eines Glaubensgenossen zu berichten, der sich in Teplitz auf einem speziellen Gebiete um die Stadt und deren Umgegend viel Verdienste erworben hatte. Die „Teplitzer Zeitung" vom 14. Oktober schreibt hierüber: „Am Mittwoch Nachmittag fand das Leichenbegängniß des am Montag Abend verstorbenen Herrn Josef Horwitz finti. Außer einem nach Hunderten zählenden Publikum hatte sich die hiesige freiwillige Feuerwehr, deren langjähriges, thätige^ Mitglied der Verstorbene war, in der Stärke von 70 Manu betheiligt, ferner war der Teplitzer Bezirks-Feuerwehr-Vem band durch zwei Ausschüsse und einen Juspektor, der Kar bitzer Bezirks-Feuerwehr-Verband durch seinen Obmann und 14 Nachbarfeuerwehren durch Deputationen (etwa 70 Manu) vertreten. Auf dem Friedhofe hielt Herr Obercantor Lazarus eine tiefergreifende Grabrede. Der Verstorbene, welcher da- 44. Lebensjahr erreicht hatte, ist der Feuerwehr als Mn glied der Steigermannschaft am 24. August 1867 beigetreteu, wurde in der Generalversammlung am 21. Oktober 187 L zum Oberkommandanten - Stellvertreter gewühlt und behielt diese Ehrenstelle bis zu der im Jahre 1878 erfolgten Errichtung eines Brandmeisterpostens. Am 12. Dezember des-