Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-10-27 · Heft 43 (27.10.1887) · p. Seite 681

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 43 (27.10.1887)
Date
1887-10-27
Page
Seite 681 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3224737-3227663-3227707--44812-3267113
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

681 und heiligenden Macht des Evangeliums empfangen! Denn mit Recht können sie fordern: Beweiset uns euren Glauben mit euren Werken, da' der, welchen ihr euren Meister nennt, selbst gesagt hat, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!" Hierdurch hat er freilich die Aussicht auf die von ihm erwartete Zukunft sehr verdunkelt, und er wird es uns nicht verdenken, wenn wir unsererseits mehr Vertrauen auf die Prophezeihungen des Jesaias (Cap. 2), das Micha (Cap. 4), des Secharjah (14, 9) und der anderen Propheten auf die dereiustige messianische Zeit setzen, daß die ganze Menschheit den Einig-Einzigen bekennen und aubeten und ein Reich des Friedens in Liebe und Gerechtigkeit bilden werde.- Zu dieser Besprechung hat uns eben der Titel bestimmt, welchen der Vers, seiner Predigt gegeben. Inhaltlich trägt sie nichts Neues vvr und die Leser werden zum Schlüsse nur auf derselben Stelle sich befinden, wo sie vorher gestanden. — Die Lebensbeschreibung Moses Mendelssohns von Dr. M. Kayserling, welche „das Institut zur Förderung der israelitischen Literatur" und zugleich die Buchhandlung Hermann Mendelssohn in 4500 Expl. herausgab, hat einen so allgemeinen Beifall gefunden, daß eine neue Auflage erforderlich wurde. Wir können dieselbe als eine Zierde der jüdischen Literatur ansehen, da sie inhaltlich den verehrungswürdigen Weisen des 18. Jahrhunderts nach allen Beziehungen seines Lebens und Wirkens nach den zuverlässigsten Quellen und in unparteiischer Würdigung darstellt und dies in der angemessensten Form ausführt. Jetzt liegt uns die „zweite vermehrte und verbesserte Auflage" unter dem Titel vor: „Moses Mendelssohn. Sein Leben und Wirken." (Leipzig, Hermann Mendelssohn, 1888.) Der Vers, hat mit großer Sorgfalt Alles benutzt, was seit der ersten Auflage über M. M. veröffentlicht worden, und auch der Besitzer der ersten Auflage wird in dieser zweiten Neues und Interessantes finden, was ihm das Bild des unsterblichen Philosophen wesentlich ergänzt. Wir geben hierüber einige Auslassungen des Vorwortes: „die Liebe und Bewunderung für den edlen Mann, der sowohl in der Geschichte des deutschen Geisteslebens als auch in der Culturgeschichte der Juden einen so hervorragenden Platz einnimmt, hat mich über alle anderen literarischen Arbeiten von Zeit zur Zeit zu ihm und seinen Schriften, sowie zu den Persönlichkeiten, mit denen er in Beziehung stand, zurückgeführt. Es bedarf daher kaum der Versicherung, daß das in den letzten fünfundzwanzig Jahren zugänglich gewordene Material in dieser neuen Bearbeitung sorgfältig von mir benutzt worden ist. Die im Anhänge der ersten Auflage gesammelten und theilweise zum ersten Male veröffentlichten Briefe Mendelssohns wieder abzudrucken, hielt ich für überflüssig; wo dieselben in diesem Buche angeführt werden, habe ich auf die erste Auflage verwiesen. Mein Streben war in dieser Auflage darauf gerichtet, das Buch durch eine möglichst populäre Darstellung recht vielen zugänglich zu machen und muß ich es dankbar anerkennen, daß die geschützte Verlagshandlung alles gethan hat, ihm eine geschmackvolle Ausstattung zu verleihen. Das Portrait Mendelssohns ist nach dem besten Kupferstiche eines seiner Zeitgenossen photographirt und das seiner Frau die genaue Nachbildung eines Miniaturbildes, des einzigen, das von ihr existirt. Hierzu kommen noch ein bisher ungedruckter facsimilirter Brief und die Abbildung des Geburtshauses und Geburtszimmers Moses Mendelssohns. So sei denn dieses Buch allen denen gewidmet, welche an dem reichen dankerfüllten Leben und Wirken dieses unsterblichen Mannes sich erheben und an seinen Schriften sich bilden und erquicken. Möge er der aufstrebenden Jugend ein leuchtendes Vorbild und ein Sporn sein, Wissenschaft und Religiosität harmonisch in sich zu vereinen." — %>c\X<\\\x<pvx<xc Deutschland. Emden, im October. (Privatmitth.) Unter den wohlthätigen Bestrebungen wird stets die Erziehung verwaister und armer Kinder die Hauptstelle einnehmen, und wo dieselbe noch vernachlässigt ist, werden sich zur rechten Zeit die rechten Annehmer finden. Es gereicht dein Verein jüdischer Lehrer des Landrabbinatsbezirkes Emden zur Ehre, in seiner Sitzung vom 2. September 1886 beschlossen zu haben, einen Verein zu obigem Zwecke ins Leben zu rufen. Der Landrabbiner Dr. Buchholz nahm sich der Sache eifrig an, und so wurden jüngst Statuten ausgegeben, deren erste Paragraphen ' für die Erreichung des Zweckes sehr angemessen erscheinen und folgendermaßen lauten: „8 1. Zweck des Vereins ist: armen und verwaisten Kindern, denen es aus Mangel an Mitteln oder anderen Gründen an einer geeigneten Erziehung fehlt, zu einer solchen zu verhelfen. ß 2. Dieser Zweck soll angestrebt werden durch Unterbringung der betreffenden Kinder in einer Waisen-Erziehungsanstalt oder in Familien, bis die Mittel des Vereins zur Begründung einer eigenen Waisen - Erziehungsanstalt ausreichen. § 3. Die Familie, in welcher ein Kind vom Verein untergebracht wird, muß an einem Orte wohnen, in wel- 43

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.