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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-09-08 · Heft 36 (8.9.1887) · p. Seite 571

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 36 (8.9.1887)
Date
1887-09-08
Page
Seite 571 (sequence 11)
Language
German
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571 in seinem 10. Jahrgange erschienen (Bucuresti 1887). Es reiht sich seinen Vorgängern würdig an und enthält außer der, aus dem jüngst angezeigten Analele societatii istorice Jul. Barasch abgedruckten umfassenden historischen Arbeit über die Juden in Rumänien von M. Schwarzfeld, eine sorgfältig gearbeitete Cronica israelita in Romania von dessen Bruder, dem aus Rumänien exilirten, in Paris lebenden vr. E. Schwarzfeld, eine culturhistorische Studie über die Blutanklage von vr. M. Göfter, jetzt Chacham der portugiesischen Gemeinde in London, kleinere Aufsätze und Notizen von L. Saineau, vr. Lippe, M. Schwarzfeld u. a. m. Auch von dem „Jllustrirten jüdischen Familien-Kalender", herausgegeben von Julius Meyer (Halberstadt, H. Meyer) ist der 10. Jahrgang für das Jahr 5648 1888 erschienen. Derselbe bietet außer dem Kalendarium, dem Verzeichniß der Märkte und Messen u. a., im literarischen Theile Novellen und Poetisches von F. Rott und L. A. Nosenthal und eine Biographie des königl. polnischen Residenten Berend Lehmann von M. Lange. Berend Lehmann, über den von E. Lehmann in Dresden neulich eine Monographie erschienen ist, ließ den Talmud in Frankfurt a. O. neu auflegen nnd die Halberstädter Synagoge, eine der schönsten Deutschlands, deren Bild den Kalender schmückt, 1712 erbauen. Lange macht Lehmann zum Nachfolger Manasse ben Israels, dessen Todestag irrthümlich um zwei Jahre zu spät angesetzt ist. — Von der mit zahlreichen Noten versehenen ungarischen Uebersetzung des „More Newuchim", welche Herr vr. Mor. Klein, jetzt Oberrabbiner in Groß-Becskerek, im Jahre 1878 begonnen, ist nach einer längeren Unterbrechung das erste Heft des zweiten Bandes (Nagy-Becskerek, Jokly. 1887) erschienen. Dasselbe reicht bis Cap. 20. Es wäre zu wünschen, daß Herr. vr. Klein die nöthige Unterstützung fände, um sein patriotisches Unternehmen in rascher Folge zu Ende führen zu können. — Kayserling. Aeuil Das Degriibniß des vr. P. £. Frankl. Ueber die Trauerfeier des vr. Frankl erhalten wir folgenden Originalbericht: Potsdam, 28. August. vr. Pincus Fritz Frankl, Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Berlin, ist nicht mehr unter den Lebenden. Am 23. d. M. — am 3. Elul 5647 — ist derselbe in Johannisbad (Schlesien), wo er Kräftigung nach voraufgegangenem schweren Leiden zu finden hoffte, entschlafen und Freitag, den 26. d. M. — am 6. Elul — in Berlin auf dem Friedhofe in Weißensee zu Grabe getragen worden. Keinen ihrer Rabbiner hat bei dessen Hinscheiden die große Berliner Gemeinde in allen ihren Schichten tiefer beklagt, keinem ist die Trauerfeier mit so einhelliger, innig empfundener Wehmuth! gewidmet worden, wie dem Heimgegangenen vr. Frankl, an dessen Sarg in der Neuen Synagoge (Oranienburgerstraße), wo der erste Theil der Feier stattfand, wie auf dem Friedhofe am offenen Grabe, wo die Schlußfeier begangen wurde, die Menge in dichtgedrängten Reihen tief erschüttert stand. Wie viel Momente wirkten diesmal auch zusammen! Der Entschlafene war kaum ein Jahrzehnt im Amte, war seitens seiner Frau mit den angesehensten Familien der Gemeinde verwandt, durch den Adel seiner Seele und die Einfachheit seines Wesens in allen Kreisen beliebt. Ec ragte hervor durch Tugenden des Geistes und des Charakters, in Wissen und Gelehrsamkeit und hütete sein Amt l e t o n. mustergiltig zum Segen seiner Gemeinde. In der Blüthe der Jahre, im Alter von 39 Jahren und nach 7 jähriger glücklicher Ehe, schied er fern von seiner Gemeinde und der Stätte seines Wirkens aus dem Leben. Und dieser Stoff, so reich an erschütternder Tragik, hat in der Trauerfeier, welche Vorstand und Repräsentanten an der Spitze der Gemeinde dem Verstorbenen bereitet haben, die würdigste Darstellung gefunden. Das Gotteshaus ist dem Zwecke entsprechend hergerichtet. Am Fuße der Kanzel, von welcher herab des Entschlafenen Wort so oft und so gern gehört wurde, steht jetzt der Sarg aufgebahrt, der seine irdische Hülle umschließt, unter einer Fülle von Kränzen, Blumen und Palmen vergraben, welche Liebe, Verehrung und Dankbarkeit als letztes Zeichen der Huld gestiftet haben. Hundert-! facher Kerzenglanz wirft seinen Lichtschein auf die ernste Stätte. Das weite Gotteshaus ist bis in die entlegensten Ecken mit Andächtigen gefüllt; in vorderer Reihe nehmen die auswärtigen Rabbiner Platz, welche herbeigekommen sind, um dem entschlafenen Freunde, dem verdicnstvöllen Amtsbrudcr, die letzte Ehre zu erweisen. Wir bemerken unter ihnen den vr. Rosenzweig aus Teplitz, der bereits vor Monaten zum Mitglied des Rabbinatscollegiums in Berlin gewählt wurde und seine Stelle demnächst antreten wird; ferner die vrr. Bogelstein (Stettin), Cohn (Potsdam), Eckstein (Leipzig), Gelbhaus (Nordhausen), Porges (Karlsbad). Wedelt (Düsseldorf) und die Prediger der Reformgemeinde: die vrr. Ritter und Lewin. Um 10^/j Uhr begeben sich die Mitglieder des Vor- 36*

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