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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-08-18 · Heft 33 (18.8.1887) · p. Seite 525

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 33 (18.8.1887)
Date
1887-08-18
Page
Seite 525 (sequence 13)
Language
German
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525 eine Gefahr für die Religion. So erklärten sie den Herrn Marco Majocas, den Direktor oder Redacteur des Telegraf, für unwürdig, ein jüdisches Journal zu leiten und brachten es zu Wege, daß das Journal den 25. Jjar behördlich suspendirt wurde. Nach drei Monaten wurde das Verbot durch die Gnade des Sultans wieder aufgehoben, so daß ei Telegraf den 4. Ab wieder erscheinen konnte. Darüber herrscht nun großer Jubel unter den intelligenten und fortschrittlichen Juden in der Türkei. Marokko. Aus Marokko, im Juli. (Privatmitth.) Ein am schlechtesten organisirter Staat ist der marokkanische und ein noch wahrhaft barbarisches Volk das marokkanische, das noch dazu von einem unbändigen mohammedanischen Fanatismus beseelt ist. An Gesetzmäßigkeit ist hier nicht zu denken; ein Theil des Landes ist immer in Aufruhr gegen den jeweiligen Sultan; die wilden Stämme der Berge und Grenzen machen immerfort Raubeinsälle, plündern, brandschatzen und morden und endlich regieren die Statthalter und ihre Beamten nach ihrem Belieben. Es wäre längst Zeit, daß eine europäische Großmacht diesen schmählichen Zuständen ein Ende machte. Warum sollte Marokko nicht so gut wie Egypten, Tunis und Algier den Europäern unterworfen und dadurch der Civilisation zugänglich werden? Da Spanien im Lause der Geschichte erwiesen hat, daß es Colonien nicht festzuhalten vermag, wohl auch nicht die nöthigen Kräfte hat, um Marokko zu unterwerfen, so sind die Franzosen allein dazu berufen und schon als Grenznachbarn Marokkos. Freilich wird diese Eroberung nicht so leicht wie die von Tunis sein, und es giebt da wirkliche Krumier. Wie dem aber auch sei, die unglücklichsten der unglücklichen Bewohner Marokkos sind die Juden. Nicht allein, daß sie häufigen Mordthaten unterliegen, die Niemandem zu bestrafen einfallen, nicht allein daß die aufrührerischen Stämme, wenn sie eine marokkanische Stadt überfallen, in welcher Juden wohnen, diese mit unerschwinglichen Lösegeldern belegen, wenn sie sie nicht niedermetzeln sollen — die Regierung selbst übt den furchtbarsten Druck, so daß grade im Innern des Landes der Aufenthalt für die Juden unerträglich wird. Alle Vorstellungen und Protestationen von Vertretern europäischer Mächte, alle Versprechungen und selbst Fermane des Sultans helfen zu nichts; sie bleiben im nächsten Augenblick unbeachtet. Auch hier bleibt den Juden nichts weiter übrig als — das Land zu verlassen. Seit längerer Zeit sind deshalb die Einwanderungen in Tanger und Tetuan sehr stark und machen sich täglich fühlbarer. Nach Tanger gehen diejenigen, welche noch die Hoffnung und die Mittel haben, hier einen ordentlichen Erwerbszweig zu finden. Nach Tetuan begeben sich diejenigen, welche das Land verlassen und nach Amerika oder wenigstens nach Lissabon auswandern wollen. Diese Zustände werden so lange währen, bis durch arge Feindseligkelten die Franzosen gezwungen sein werden, um Algerien zu sichern, in Marokko einzurücken. Man kann ein solches Ereigniß nicht früh genug herbeiwünschen. Das Julibulletin der „Alliance" meldet: Der Sultan habe der jüdischen Gemeinde von Marokko einen Theil der Summe zurückgezahlt, welche er von ihr zur Zeit der großen Hungersnoth 1873 geliehen hat, und den Juden zu Temnat gestattet, ein neues Mollah entfernt vom arabischen Quartier, zu bauen, um vor den Angriffen der Araber mehr geschützt zu sein. Bonn, 14. Aug. (Notizen.) In Gelatz (Rumänien) ist der neue israelitische Chvrtempel abgebrannt, ein stattliches und schön ausgeschmücktes Gebäude, worüber eine allgemeine Bestürzung herrscht. — Die Stadt Zelwa in Samogitien, größtentheils von Juden bewohnt, ist der „Kreuz- Zeitung" zufolge abgebrannt. Eine Anzahl Menschen sind verbrannt. Schaden und Noth sind groß. — Man schreibt aus Wien: In Wien sind soeben die ersten Scheidemünzen eingetroffen, welche die neugegründeten jüdischen Colonieu in Palästina als „Petach Tikwah", „Mikwah Israel", „Rosch Pinah", „Rischon Lezion" u. s. w. unter Garantie! der Alliance Israelite in Paris herausgegeben werden. Diese Scheidemünzen sind aus Bronze angefertigt und haben den Werth von einem ganzen, einem halben und einem Viertel- Piaster. Auf der Rückseite befindet sich der Name der betreffenden Colonie mit hebräischen Buchstaben, während die Vorderseite die Buchstaben „A. I. U.* (Alliance Israelite Universelle) und den Werth der Münze in Ziffern aufzuweisen hat. (Den außerhalb Paris wohnenden Mitgliedern des Centralcomite's ist weder von einem Beschlüsse der All. isr. univ., solche Scheidemünzen prägen zu lassen, noch von diesen selbst etwas bekannt. Es verhält sich die Sache also entweder anders, oder die Scheidemünze ist eine Ente. — Ieuilleton. q. . •fl**' «.•! Ramses II., der bei den Griechen Sesostris hieß, ein gea>0 tr&llSIt QlOna&mundl.! waltiger Eroberer in Syrien, Aethiopien und Libyen, der die Der Pharao, der Israel in Egypten zu Knechten machte Welt mit seinem Ruhme und mit seinen Schrecken füllte, und die neugeborenen Knaben in den Fluß zu werfen befahl — er ist jüngst in seinem Grabe gefunden, herausgenommen

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