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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-08-11 · Heft 32 (11.8.1887) · p. Seite 508

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 32 (11.8.1887)
Date
1887-08-11
Page
Seite 508 (sequence 12)
Language
German
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508 so wenig wie die Pariser, die Zeitschrift ohne Hilfe deutscher Gelehrten zu füllen, und für die letzteren ist es nützlich, da diese Zeitschriften unter dem Schutze reicher Mäzenaten erscheinen, wie sie in Deutschland nicht vorhanden sind. Pest, 29. Juli. (Literarische Notizen.) 2^ 'znya pyDDJO n'3^ 3’$> 'TilöD “232^ VillN TNE'“ “BW 2^ '*I2^> Aus Lion Gomperz' Nachgelassenen Schriften. Herausgegeben von Sigmund Gomperz. Wien 1887- Ch. D. Lippe. (102 S.) Wir haben es hier mit einer Schrift zu thun, welche der Pietät ihr Erscheinen verdankt: ein mit Glücksgütern gesegneter Mann will seinem gelehrten Vater durch die Veröffentlichung der von demselben hinterlassenen literarischen Prodnete ein Denkmal setzen. Lion oder Löb Gomperz, auch R. Löb Neumegen (Nimwegen) genannt, stammt in gerader Linie von dem reichen und am Hofe des großen Kurfürsten einflußreichen Elia Emmerich oder Gumperts (Gompertz), der später seinen Wohnsitz in Cleve nahm. Lion Gomperz war ein Urenkel des kurfürstlichen Lieferanten, ein Enkel jenes Elia Emmerich-Gompertz, der sich mit einer Enkelin des reichen und gelehrten R. Schamschon Wertheimer aus Wien verehelichte, und dessen Gattin, die fromme Miriam, nachdem ihr Mann wenige Jahre nach der Hochzeit spurlos verschwand, von Wien nach Preßburg übersiedelte, hauptsächlich um ihrem Sohn Lion eine fromme Erziehung zu geben. Lion Gomperz, der in Waag Neustadtl als angesehener Kaufmann lebte im Mai 1859 im Alter von über 76 Jahren starb, war ein Lieblingsschülec des R. Moses Sopher, ohne daß er dessen Richtung einschlug, er gehörte vielmehr zu den Aufgeklärten. Bewies er doch zum Staunen der fromme» Waag'Neustadtler, daß es erlaubt sei, am Chol Ha-Moed den Bart abzunehmen (S. 90—96.) Er wagte es, an den Gebeten Kritik zu üben, sich über die vielen zum Theil unverständlichen Selichoth abfällig zu äußern (S. 88) und die Rabbiner seiner Zeit zu tadeln, welche jeden Minhag für unantastbar und ewige Zeiten bindend erklärten. Gomperz, der im Rufe eines guten Darschan stand und in seinem Wohnorte öfters religiöse Vorträge hielt, war ein gerader Denker, das beweisen zur Genüge seine nachgelassenen Schriften, welche die Erklärung vieler schwieriger Bibelstellen, sowie einzelner Stellen im Talmud und Midrasch enthalten. Diese vorzüglich ausgestattete Schrift, der der greise Rabbiner Joseph Weiße in Waag-Neustadtl eine kurze Biographie des Vers. vorausgeschickt, hat Prof.vr. D. Kaufmann, der Schwiegersohn des Herausgebers, mit einer Einleitung und verschiedenen Noten versehen. Befremdend ist, daß für Herrn vr. Kaufmann der Pester Oberrabbiner Löb Schwab nichts als N^DJn iam~ ist, während er für andere; die Schwab an rabbinischer Gelehrsamkeit weit nachstehen, die Bezeichnung hat mNS>nh jni:n 2m! Immerhin gebührt ihm der Dank, die Herausgabe dieser interessanten Schrift gefördert, wenn nicht überhaupt angeregt zu haben. Kayserling. Pest, im Juli. (Literarische Notizen.) Mendelssohn's hebräischer Styl. Herr Professor vr. Grätz hat eine neue Entdeckung gamacht. „Mendelssohn hatte in den dreißig Jahren, seitdem er den Versuch zur Gründung einer hebräischen Zeitschrift gemacht hatte, in Folge seiner Beschäftigung mit den schönen Künsten und der Philosophie den hebräischen Styl, in dem er früher Gewandtheit und Purismus gezeigt hatte, bedeutend vernachlässigt" so ist zu lesen in der Grätz'schen Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums, Juliheft, S. 329. Mendelssohn, der 1769 seinen Commentar zu Koheleth, 1780 und 81 den zu mehreren Kapiteln des ersten und des zweiten Buches Moses, besonders den vorzüglichen Commentar zum Siegesliede (m'BO in elegantem Hebräisch geschrieben, soll den hebräischen Styl bedeutend vernachlässigt haben! Wie kommt Grätz zu dieser mehr als kühnen Behauptung? In der Sammlung der Schriften von C. G. Woide, gegenwärtig in Bibliothek der Bodlejana, hat Neubauer einen angeblich von Mendelssohn an Bischof Lowth geschriebenen hebräischen Brief aufgefunden, freilich „nicht das Original", wie Neubauer hinzufügt, „sondern eine nicht durchweg correcte Copie, von Woide wahrscheinlich für den Bischof veranstaltet, dabei befindet sich auch eine Inter-Lineare lateinische Uebersetzung". Aber selbst wenn der Brief echt wäre, wäre er nur interessant durch die Thatsache, meint Grätz, daß ein englischer Bischof der Hochkirche den jüdischen Philosophen so hochstellte, daß er ihm sein Buch „über die hebräische Poesie" und seine Uebersetzung des Jesaias zugeschickt hat. Davon steht in dem Briefe nichts. Den Satz, aus dem Grätz das herauslesen wollte, theilen wir hier mit; er kann zugleich als Stylprobe dienen: mjN!;nxn ps pn cnpj nD2 by i? nmn d5>bo pd3 rrey nx d’Jjipdi isin -22x2 Dirn •■tb' by dk D’D'ym D’ar:8:n inom uoy pb'n 2ion ■pin by OM Dion p'2 '213^ vn 'njop ib'n ^22 tnpn niNDn db£ jnun BnD2 TM'. Des Buches „über die hebräische Poesie", das Mendelssohn in der „Bibliothek" eingehend recensirt hatte, sowie der Uebersetzung des Jesaias geschehen hier allerdings Erwähnung; daß Lowth diese Schriften aber Mendelssohn zugeschickt hatte, wird Niemand darin finden. Würde wohl Mendelssohn mit dem Danke für die Zusendung der 1779 erschienenen Jesaias - Uebersetzung bis Mai 1781 — der Brief ist von Popp T'n n"n datirt — gewartet haben? Er mag dem Bischof Lowth mit seinem Pentateuch-Commentare aufgewartet haben, und dieses um so eher als er Lowth's hebräische Poesie in dem Commentare zum Siegesliede mehrfach citirt, den von Neubauer aufgefundenen Brief hat er nicht geschrieben. In seiner Corresondenz mit christlichen Gelehrten bediente er sich der deutschen, selten

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