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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-08-11 · Heft 32 (11.8.1887) · p. Seite 507

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 32 (11.8.1887)
Date
1887-08-11
Page
Seite 507 (sequence 11)
Language
German
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507 lautenden Artikel. Es wurde uns dies ausdrücklich von Petersburg berichtet. Die Red.) Rumänien. Bottuschan, 28. Juli. (Privatmitth.) Unsere israelitische Geschichte beweist es zur Genüge, daß zu allen Zeiten, sobald unsere Stammesgenossen irgendwo in Noth und Bedrängniß geriethen, der Hüter Israels immer aus ihrer Mitte begeisterte und mitfühlende Männer entstehen ließ, welche sie schützen und ihnen hilfreich beistehen sollen. Auch in unserer Zeit, bevor noch die Mildthätigkeitssonne des seligen Philanthropen Sir Moses Montefiore unterging, ging schon die segenspendende Sonne des zweiten philanthropischen Moses, Moritz Baron von Hirsch genannt, auf. Dieser hochherzige Mann möge mit seiner Mildthätigkeit als edles Vorbild unseren reichen Glaubensgenossen dienen udd itpjr pi inv! denn kaum vernimmt er von einem Unglück, welches irgendwo unsere Glaubensbrüder trifft, eilt er sofort den Verunglückten durch eine große Spende, Hilfe und Rettung zu briugen. Auch bei der schrecklichen Katastrophe, welche die hiesige Stadt am 15. Juni durch den wüthenden Brand betroffen hat und einen großen Theil derselben einäscherte, wobei Hunderte von Familien gänzlich verunglückt und in's tiefste Elend gestürzt wurden, erschien dieser edelherzige Philantrop mit einer bedeutenden Spende von 50,000 Goldsrancs, die er dem Bankhause Chalfon in Bukarest anwies, als rettender Engel, und zahlreiche verunglückte Familien aus ihrem Elende durch die erhaltene Unterstützung zu theilweisen Verbesserung ihrer traurigen Lage aufhalf. Mein hochverehrter Freund seine Ehrwürden vr. M. Beck in Bukarest, der in seinem heiligen Berufe als Rabbiner und Prediger, wie auch als Director der isr. rum. Hauptschule unermüdlich segensreich für unsere hierländischen Glaubensbrüder im Allgemeinen, insbesondere für seine Gemeinde wirkt, und der bei seinem früheren Hiersein als Abgesandter des würdigen wohlthätigen Vereins „Zion" das große Elend persönlich kennen lernte, kam am 13. d. M. mit dem talentvollen Herrn Salomo Semo, Neffe des erwähnten Herrn Chalfon, hierher, und mit Hilfe des hiesigen Local-Comite's die Spendenvertheilung, ohne Unterschied der Confession, durch die Dauer von acht Tagen vornahm, wobei zahlreiche Segenswünsche aus dem Munde der Unterstützten auf den Baron laut wurden. Am Sabbath darauf wurde auch in allen Bethhäufern nach Beendigung der Thoralvorlesung das von mir eigens zu diesem Behufe verfaßte ■paty 'D gebetet. Mögen alle diese Segenswünsche auf das edle Haupt des Baron von Hirsch vom Allmächtigen in Erfüllung gebracht werden und sein theueres Leben noch lange erhalten bleiben. Auf Einladung des Herrn Günzer, Präsidenten der hiesigen Freimaurerloge, besuchte Herr vr. Beck und Herr Semo das von der Loge erhaltene Musikinstitut für arme Kinder, in welchem auch Hebräisch, Rumänisch und Deutsch, Lesen, Schreiben und Rechnen gelehrt werden. Nachdem vr. Beck die Schüler geprüft und selbe seine Fragen entsprechend beantwortet hatten, spielten dieselben auf verschiedenen Musikinstrumenten, wobei ein sechsjähriger Knabe durch sein Musiktalent die Aufmerksamkeit der anwesenden Gäste auf sich lenkte. Beim Abschiede drückte vr. Beck Herrn Fleury. Leiter des Instituts, seine Zufriedenheit über die gute Disciplin und die Leistungen der Schüler aus. Auch noch andere wohlthätige Austalten wurden von den verehrten Gästen besucht. Hillel Kahane. Bukarest, 15. Juli. Die rumänische Regierung, d. h. der Alles beherrschende Bratiano, kann ihre feindselige Gesinnung gegen die Juden in keiner Weise zügeln. Es galt dieser Tage die Mitglieder der Handelskammer der rumänischen Hauptstadt zu wählen. In der vorbereitenden Versammlung wurden zwei Israeliten, die Herren Blank und Präger vorgeschlagen und einstimmig zu Candidaten gewählt. Die Regierung aber setzte alle Hebel in Bewegung, diese Wahl zu verhindern, was ihr natürlich auch gelang. Jndeß in Jassy wurde dennoch ein Israelit, Herr Leibowitz, zum Mitgliede der dortigen Handelskammer gewählt. Mau hatte in gouvernementalen Kreisen keine Ahnung, daß die christlichen Wähler Herrn Leibewitz den Vorzug geben würden. Bonn, 7. Aug. Notizen, vr. Jsaac Gregory d'Arbella, von welchem wir im Feuilleton einen Bericht über seine Audienz bei dem Könige von Italien gegeben, hat mit seiner Reise nach Europa den Dienst des Sultans von Zanzibar als dessen Leibarzt verlassen und ist zur ärztlichen Leitung der fünf israelitischen Colonien in Palästina, die unter dem speciellen Schutze des Barons Rothschild stehen, berufen worden. — Die Alliance isr. univ. hat von Herrn Loria zu Mailand ein Geschenk von 5000 Lire italienischer Rente zu 5°/o, ungefähr 100,000 Francs erhalten. — vr. Friedländer, früher Rabbiner in Kanitz (Mähren), dann in Gr. Jenikau (Böhmen), ist zum Rabbiner in Pisek gewählt. Bonn, 2. Aug. (Literarische Notizen.) In London wollen die Herren Claude Montefiore und Israel Abrahams eine englische Vierteljahrschrift gleich der Revue äesvtnäes Juives herausgegeben. Es ist gewiß löblich, daß die Herren auch in England eine den gelehrten Studien gewidmete Zeitschrift Herstellen wollen. Selbstverständlich vermögen sie es, 32*

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