Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 51 (1887)
- Issue
- Heft 29 (21.7.1887)
- Date
- 1887-07-21
- Page
- Seite 461 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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461 mit vielen Holzschnitten und den sehr getreuen Porträts 12 berühmter jüdischer Männer, wie z. B-: S. I. Fein vr. I. Rülf, vr. I. S. Bloch, P. Smolenski u. dgl. — sowie durch seine Mitarbeiter, die als Meister der hebräischen Sprache, sowie gründliche Kenner der jüdischen Geschichte und Literatur bekannt sind, wie z. B. vr. Harkavy, S. I. Fein, L. Gordon, S. Buber, I. Reifmann, vr. Oppenheim, K. Schulmann, vr. Berliner, vr. Mandelkern, eine der hervorragendsten Erscheinungen in der neuhebräischen Literatur. Einige Abhandlungen verdienen besonders hervorgehoben zu werden. Zuerst möge die sehr interessante und gründliche historische Monographie des „Jehuda Halevi" von vr. A. Harkavy erwähnt werden. Mit Benutzung einiger neuen Quellen werden die einzelnen Momente seiner Zeit mit Berücksichtigung seiner Vorgänger, seines Lebens und Wirkens ebenso ausführlich als geistvoll geschildert, seine Poesie ins klare Licht gebracht und seine Religionsphilosophischen Ideen, für welche er in seinen Schriften mit opfervoller Hingebung und Begeisterung gekämpft, veranschaulicht. Besonderes Interesse bieten ferner die Beiträge unter der Rubrik n'2 nämlich eine kritische wissenschaftliche Abhandlung über einen sog. hedn en~£, von dem berühmten Forscher der Midraschliteratur, Salomon Buber, und ~:z’r2iv "NnEmzv von Dr. Rab. Joachim Oppenheim (Thorn.) Es findet sich hier auch ein umfassender Abschnitt als besondere Beilage: nnnv, enthaltend unedirte Handschriften berühmter Autoren, die jüdische Wissenschaft betreffend, und eine ausführliche sowie korrecte chronologische Tabelle der jüdischen Geschichte unter dem Titel "nnrin Nnp", vom Redacteur, die sich durch ihre Ausführlichkeit sowie die planmäßige übersichtliche Bertheilung des Stoffes auszeichnet. Wenn wir noch das erschöpfende cultur-historische Essai der jüdischen Geschichte dieses Jahrhunderts von W. Jawez und das interessante historische ästhetische Essai über die Architectur und Skulptur in deu Synagogenbauten mit vielen Zeichnungen vom Ingenieur A. Tannenbaum, sowie Reichhaltigkeit des Jahrbuches an Biographien ausgezeichneter Glaubensgenossen mit deren Porträts, an kritischer Bibliographie, an anziehender Belletristik und Poesie, theils origineller, theils übersetzter aus dem Russischen, Deutschen u. s. w., und an historischen Notizen, den Jahresnekrolog und Jahreskalendarium erwähnen, so glauben wir durch das kurze Referat die Mannigfaltigkeit des Inhalts des Jahrbuches „Knesseth Israel" und seine literarische Bedeutung genügend hervorgehoben zu haben. — Eine sehr werthvolle Zugabe zu diesem trefflichen Werke für die Subscribenten bildet die Prämie nr/iSDn si'y. (Die Ansicht Jerusalems vom Oelberg aus), ein treffliches Oeldruckgemälde, angefertigt von der litographisch-artistischen Anstalt von M. Fajans in Warschau. (60x50 cm Bidfläche.) — Das Werk ist zu dem billigen Preise von 4 Mk. incl., der Prämie 5 Mark, vom Herausgeber (Warschau, Parwina 7/11) zu beziehen. Moses Feinkind. I e u i l l c i o u. Äus -en Studienjahren 1829 bis Ende 1832 in Sertin. in. Das Jahr 1830 brachte in vielen Köpfen eine große politische Veränderung zu Wege. An einem anderen Orte habe ich schon einmal die patriarchalischen Zustände geschildert, welche in politischer Beziehung in Deutschland bis 1830 herrschten. Bis in die höheren Claffen hinauf schlummerte das politische Bewußtsein im ganzen Volke. Die absolutistische Regierung war die altgewohnte und die Fürsten wurden, wenn sie sich nicht ganz besonders unliebsam und unerträglich machten, sehr verehrt. Zeitungen wurden nicht gelesen, und gab es derselben auch nur sehr wenige; große Landschaften mit bevölkerten Städten begnügten sich mit kleinen Blättern, die höchstens zwei Mal die Woche erschienen. In dem großen Berlin bestanden damals nur drei Tagesblätter, die nüchternen und sehr bescheidenen Vossische und Spener'sche Zeitung, und die Preußische Staatszeitung in dem noch ungewöhnlichen Format der Pariser Journale; das Blatt war besonders durch — das blaue Papier ausgezeichnet, auf dem es erschien. Die studentische Welt nahm an diesem Mangel alles politischen Bewußtseins Theil und kümmerte sich nur um ihre wissenschaftlichen Bestrebungen. Jndeß mußte sich doch unter der Oberfläche viel Leben verborgen haben, denn die französische Julirevolution entzündete mit einem Male die Geister. Man wurde sich klar, daß das Volk doch nicht blos zum Gehorchen und Steuerzahlen vorhanden sei, und daß Jedermann berufen und verpflichtet sei, an den großen Interessen des Staates, des Vaterlandes und der Menschheit überhaupt einen regen Antheil zu nehmen, sich eine Meinung zu bilden, und diese im gegebenen Falle zu bethätigen. Allerdings kam es in Deutschland zu keiner revolutionären Bewegung, außer daß man in Braunschweig und Cassel den Herzog und Kurfürsten sich zu entfernen nöthigte und jenen durch seinen Bruder als Herzog, diesen