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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-05-05 · Heft 18 (5.5.1887) · p. Seite 284

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 18 (5.5.1887)
Date
1887-05-05
Page
Seite 284 (sequence 12)
Language
German
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284 in der synagogalen Poesie eine bedeutende Rolle spielen, die culturhistorischen wichtigen Abschnitte der Entscheidungen deutscher Rabbiner des Mittelalters, die ältesten Gedenkbücher jüdischer Gemeinden publiciren; auch für sie ist die Gewinnung namhafter und bewährter Mitarbeiter gesichert. Die „Regesten" werden in Lieferungen von 6—8 Bogen in Quarto, die „Quellen" in Bänden von 15—30 Bogen in Octavo im Verlage des Herrn Leonhard Simion zu Berlin erscheinen, die erste Lieferung der Regesten sowie der erste Band der Quellen noch im Laufe des Jahres 1887. Dem ersten Band der Quellen wird eine von der kaiserlichen Reichsdruckerei hergestellte Tafel mit den Lichtdruck-Facsimiles der beiden ältesten und der jüngsten der hebräischen Urkunden der Kölner Gemeinde beigegeben werden. Der Subscriptionspreis ist auf 40 Pf. für den Druckbogen der Regesten, auf 50 Pf. für den Druckbogen der Quellen festgestellt worden. Der Gesammtpreis für Regesten und Qellen zusammen soll jährlich 20 Mark keinen Falls übersteigen, wird indessen voraussichtlich meistens wesentlich geringer sein. Die Fortführung der Unternehmungen der Historischen Commission wird wesentlich davon abhängen, inwieweit diejenigen, welche sich für ihre Zwecke interessiren und die unbefangene Würdigung der Geschichte der deutschen Juden an ihrem Theile zu fördern beabsichtigen, sich an der Supscription auf diese Publicationen betheiligen. Die Historische Commission fürchtet nicht, eine Fehlbitte zu thun, wenn sie an alle diejenigen, bei denen obige Voraussetzung zutrifft, die dringende Bitte zu solcher Betheiligung richtet. Ein Verzeichniß der Subscribenten wird jedem Bande der Publicationen voraufgeschickt werden." „Historische Commission für Geschichte der Juden in Deutschland. Prof. vr. H. Breßlau, Vorsitzender. Bonn, 26. April. (Literarische Notizen.) Nach Ueberwindung vieler Schwierigkeiten ist es A. M. Luucz gelungen, den zweiten Jahrgang seines Jahrbuches „Jerusalem zur Beförderung einer wissenschaftlich genauen Kenntniß des jetzigen und des alten Palästina" herauszugeben (Jerusalem, 1887, Verlag des Herausgebers), und glaubt derselbe'versprechen zu können, nunmehr sein Jahrbuch regelmäßig zu veröffentlichen. Der vorliegende Jahrgang enthält wieder recht interessante Aufsätze, in welchen theils Gegenstände und Fragen aus dem alten Palästina behandelt, theils Mittheilungen über gegenwärtige Zustände sowohl in volkswirthschaftlicher, topographischer als auch naturhistorischer Richtung gegeben werden. Stehen diese auch nicht immer auf wissenschaftlicher Höhe, so haben sie doch den Vorzug unmittelbar aus Autopsie entstanden zu sein. Dem Herausgeber ist es gelungen, recht tüchtige Kräfte für sein Jahrbuch zu gewinnen und wird dasselbe gewiß das Interesse, sowohl für die Kenntniß des heiligen Landes aus alter Zeit, als auch nach den jetzigen Zuständen erwecken oder verstärcken. Das Jahrbuch enthält einen deutschen und einen hebräischen Theil. Im ersteren beschreibt Laurence Oliphant Chaifa und Carmel, Baurath Schick Gilgal; der amerikanische Consul Merrill schildert die Vögel Palästinas; nach Moab führt uns Baurath Schick und Herr Merrill berichtet über neue Entdeckungen in Jerusalem, die zweite Mauer und neu aufgedeckte Gräber betreffend; t)r."Bcrliner liefert Beiträge zur hebräischen Typographie und Dr. Schwarz, Director des Rothschild'schen Hospitals, spricht über die sanitären Verhältnisse Jerusalems und giebt einen ärztlichen Bericht über dieses Hospital; es folgt Statistisches über Hospitäler und Krankenasyle, Schulen und Erziehungsanstalten und Export und Import im Jahre 1886. Im hebräischen Theile finden wir zur Geschichte der Juden in Palästina über neue Colonisationen durch Nachmanides 1267 bis zur Verbannung aus Spanien 1492 vom Herausgeber; Lector M. Friedmann behandelt die Grenzen Palästinas und Syriens nebst Erklärungen aller bezüglichen biblischen und rabbinischen Schriftstellen; der Herausgeber schildert die Reisen und Stiftungen Montefiore's im h. Lande; vr. David Kaufmann liefert mehrere Handschriften aus dem 16. Jahrhundert nebst Einleitung und Bemerkungen; I. M. Pines Erläuterung einiger biblischen und rabbinischen Schriftstellen und endlich wieder der Herausgeber einen Rückblick über den Zustand Palästinas während der letzten 5 Jahre. Es wird also in diesem Jahrgang eine Fülle des Anziehenden und Belehrenden geboten. — — Wie wir schon an anderer Stelle bemerkten, ist dem vor Kurzem erschienenen 5. Bericht der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin von dem Docenten an dieser, vr. P. F> Frankl, eine wissenschaftliche Beigabe vorausgeschickt worden: „Beiträge der Literaturgeschichte derKaräer." Der Vers, klagt einleitend über den Mangel an Interesse, der gegenwärtig auf der Geschichte und Literatur des Karäerthums laste. Seit dem Erscheinen der „Geschichte des Karäerthums" des sel. Fürst sei nichts für diese und das karäische Schriftthum geschehen, obschon anerkannt ist, daß die meisten Angaben in den beiden ersten Theilen jenes Werkes ganz unzuveilässig seien. Er hofft, daß sich die Aufmerksamkeit der Forscher auf diesen wichtigen Zweig des jüdischen Geisteslebens wenden werde. Die Beiträge, die er hier liefert, und die mit anerkennenswerther Gründlichkeit gearbeitet sind, befassen 1) Nachricht über das arabische Original des Muhtawi Josef al-Basir's. So gut auch die hebräische Uebersetzung in mehreren Beziehungen ist, so hat doch das arabische Original einen außerordentlichen Werth, da der Nebersetzer an nicht wenigen Stellen recht willkürlich mit dem Original umgegangen und nicht selten den Text mißverstanden hat, so daß man zur richtigen Ausfassung zum Original zurückgehen muß. Näher geht der Vers, hierauf in der 2) Charakteristik des karäischen Uebersetzers Tobija hammaatik ein. In einem

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