Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 51 (1887)
- Issue
- Heft 17 (28.4.1887)
- Date
- 1887-04-28
- Page
- Seite 268 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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268 thumskunde von A. Epstein (Wien, Lippe, 1887)" erhalten wir im ersten Theile den Niärascb Tadsche nach Handschriften. Voran gehen Abhandlungen in hebräischer Sprache über sehr mannigfaltige Gegenstände, wie über die israelitischen Monate und Jahre, über die drei Söhne Noah's und die vier Königreiche, die Ehrfurcht vor dem Alter und der Weisheit, das Buch Jezirah u. s. w., von welchen einige recht lesenswerthes enthalten. Den Midrasch versieht der Vers, mit einer passenden Einleitung und hat er sich durch Veröffentlichung des elfteren um die betreffende Literatur ein anerkennenswcrthes Verdienst erworben. — Bonn, 21. April. (Literarische Notizen.) Unter den in der neueren Zeit gemachten Funden hat der moabitische Mesa-Stein mit seiner Inschrift große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die bedeutendsten Semitologen erkannten ihn für echt an, aus dem 9. Jahrhundert vor der gew. Ztr. stammend. Für Schrift und Sprache wurden die wichtigsten Folgerungen gezogen, wie dies auch Nöldeke in seiner jüngsten von uns besprochenen Schrift gethan. Jetzt erhalten wir die „Loottish Review“ vom April 1887 (Alexander Gardner, Paisley und London), in der eine Abhandlung von Rev. A. Löwy, dem Secretär der Anglo-Jewish Association „The Apocryphal Character of the Moabite Stone“ Raum gefunden. Wie der Titel bekundet, erklärt Herr Löwy den Stein für unecht, für eine merkwürdige Fälschung, der alle historische Wahrheit fehle. Er gründet diese seine Behauptung auf die Art der Auffindung, welche den Betrug sehr wahrscheinlich macht, dann auf die Beschaffenheit des Steines, der verwittert war, während die Inschrift zum größeren Theile wohl erhalten geblieben, endlich auf die Analyse des Inhalts, welche die Absichtlichkeit in der Sprache und die Jrrthümer in derselben nachzuweisen sucht. Wir haben in diesem Blatte zur Zeit der Auffindung von der Erörterung des Einzelnen Abstand genommen und überlassen es auch diesmal den Fachgelehrten, die gründlich ausgeführten Einwendungen des Herrn Löwy zu prüfen. Jedenfalls wird diese Abhandlung in Erwägung gezogen werden müssen und sind wir auf die voraussichtlich sich anknüpfende Polemik und deren Resultate gespannt. Es würde durch den Erweis der Fälschung den Semitologen ein sehr erwünschtes sprachliches Mittelglied wieder genommen. — Herr Joseph Lenser in Tarnow legt den ersten Theil der Gutachten des R. Jakob Emden (st. 1776), welcher in Altona 1739 erschienen, wieder auf: py r6w Lemberg bei Salat. Es sind 172 (nach der Zahl von py Gutachten über verschiedene rabbinische Gegenstände. Angehängt sind Zusätze zu □w cr6 unter dem Titel an^n msp. Der Herausgeber wird den zweiten Theil dieser Gutachten folgen lassen, die 200 zählen und 1759 in Altona veröffentlicht wurden. (In dem uns zugekommenen Exemplar fehlt das erste Blatt, was wir bedauern.) — In Petersburg erscheint seit Januar eine hebräische Monatsschrift ’Dyp von I. L Kantor, mit Beiträgen von namhaften neuhebräischen Schriftstellern. Die Zeitschrift wird in national-jüdischem Sinne redigirt. Angehängt ist eine hebräische Uebersetzung des Daniel Deronda, ein Bogen jedem Hefte. Die Ausstattung ist trefflich. —Unter dem Titel i» rwra p itp erscheint in Krakau bei Josef Fischer eine hebräische Uebersetzung des Drama's „Die Entthronten" des Redacteurs dieser Zeitung. Der Uebersetzer ist Herr H. E. Teller, der schon lange durch glückliche Uebertragungen sich als neuhebräischer Dichter einen guten Namen erworben hat. Es liegt uns der erste Bogen vor, und ist nach unserer Meinung die Wiedergabe des Originals an Gedanken und Ausdruck sehr gelungen, ohne daß dem hebräischen Sprachgeist nicht volle Gerechtigkeit geworden wäre. Die Ausstattung ist sehr würdig. — Die Bewerbung um den Preis der ersten Michael-Beerschen Stiftung für Maler und Bildhauer jüdischer Religion ist in diesem Jahre für Bildhauer bestimmt. Die Wahl des darzustellenden Gegenstandes bleibt dem eigenen Ermessen des Concurrenten überlassen; die Composition kann in einem runden Werke oder in einem Relief, in Gruppen oder in einzelnen Figuren bestehen, nur muß dieselbe ganze Figuren enthalten, und zwar für runde Werke nicht unter 1 Meter, die Relieffiguren aber sollen nicht unter 70 Centimeter messen. Die Ablieferung der Concurrenzarbeiten an den Senat der Königlichen Academie der Künste in Berlin muß bis zum 15. October d. I., Nachmittags 3 Uhr erfolgt sein. Außer mehreren Bescheinigungen und Schriftstücken haben die Bewerber gleichzeitig einzusenden: l) eine in Relief ausgeführte Skizze: „Moses vertheidigt die Töchter Reguel's (2. Buch Moses Cap. 2, Vers 16—17); einige Studien nach der Natur, welche zur Beurtheilung des bisherigen Studiums des Bewerbers dienen können. Der Preis besteht in einem einjährigen Stipendium von 2250 Mark zu einer Studienreise nach Italien, unter der Bedingung, daß der Prämiirte sich acht Monate in Rom aufhalten und nach Ablauf der ersten sechs Monate über seine Studien an die Academie Bericht erstatten muß. Die Zuerkennung des Preises erfolgt im November d. I. — Die Bewerbung um den Preis der zwei - ten Michael-Beer'schen Stiftung, zu welcher Bewerber aller Confessionen zuzulassen sind, ist in diesem Jahre für Maler aller Fächer bestimmt. Die für die Preisbewerbung bestimmten Bilder müssen in Oel ausgeführt sein; die Wahl des darzustellenden Gegenstandes bleibt dem eigenen Ermessen des Concurrenten überlassen. Die Ablieferung der Bilder an den Senat der Königlichen Academie der Künste muß bis zum 22. October d. I., Nachmittags 3 Uhr, erfolgt sein. Außer den erforderlichen Bescheinigungen u. s. w. haben die Bewerber gleichzeitig mehrere Studien nach der Natur, sowie