Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-03-31 · Heft 13 (31.3.1887) · p. Seite 205

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 13 (31.3.1887)
Date
1887-03-31
Page
Seite 205 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3227663-3227677--44304-3266575
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Reclame weithin bekannt ist. — Aus Ma nnheim schreibt man uns: Am 9. ds. beging Herr David Aberle, langjähriger Präsident des Synagogenrathes und Vorsteher vieler wohlthätiger Anstalten seinen 70jährigen Geburtstag, und nahmen die Gemeinde, die Vereine und mehrere städtische Corporationen die Gelegenheit wahr, Herrn Aberle ihre Anerkennung und ihren Dank theils in Adressen theils in Ansprachen auszudrücken. Schon früher hat der Großherzog dem Gefeierten für seine Verdienste um den badischen Frauenverein den Zähringer Löwenorden verliehen. Nr. — Man berichtet aus Stuttgart: Am 15. ds. wurde hier Hermann Stern, Secretär bei dei der israelitischen Ober-Kirchenbehörde, Verwalter der israelitischen Centralkirchen casse und früherer, langjähriger Gemeindepfleger der israelitischen Cultusgemeinde beerdigt. Der Dahingeschiedene stand bei seinen Glaubensgenossen und allen, die mit ihm verkehrten, in hoher Achtung. — Das „Avenir du Tonkin“ berichtet, daß am 20. November das erste europäische (französische) Kind, und zwar ein israelitisches, in der Citadelle von Huö zur Welt gekommen sei, ein Sohn des Herrn Alcan, Officiers bei den anami- Jeuil Eine Scene im alten Nom. ii. Nach einigem Nachdenken erhob der Greis sein Haupt, blickte den Senator scharf an und sagte: „Die Völker, die du genannt, und bei denen du nach Einsicht suchtest, waren nach einander die Beherrscher dieser Welt, und du selbst gehörst der gewaltigen Nation an, in deren Händen jetzt die Herrschaft des Erdballs liegt. Hoch standen sie alle und stehet Ihr im Glanze und Mackt, und Wissenschaft und Kunst bekleideten sie mit dem Mantel der Pracht. Was sind wir dagegen? Ein kleines, wenig geachtetes Volk, zerstreut über alle Länder und gekommen aus einem engen Binnenlande, in welchem es durch unermüdlichen Fleiß ein beschränktes Dasein fristete. Und nun kämest du zu uns, um nach den Quellen der Erkenntniß zu forschen, und hofftest bei uns einfachen Männern zu finden, was Deinen Geist befriedigen könnte über die Höhen uud Tiefen der Welt! .. ." — „Dies ist es aber gerade", antwortete der Römer, „was den Unterschied begründet. Eghpter, Syrer, Griechen und Römer waren die herrschenden Völker. Aber wodurch wird diese Herrschaft erlangt und erhalten? Gerade als Römer weiß ich dies am besten. Durch Nichts als die rohe Gewalt, gepaart mit Schlauheit und Vorsicht. Man benutzt den Zwiespalt einer Nation, um mit Hilfe des schwächeren Theiles tischen Chasseurs. Es erhielt die Vornamen Daniel Abraham Huö. Die Mutter, Madame Alcan, war nach Hus gekommen, um mit ihrem Manne die Gefahren des Klimas zu theilen. — Die Arch. isr. theilen mit, daß der berühmte Afrikareisende Dr. Junker bei seiner Durchreise in Zanzibar erzählt habe: Unter den wenigen Europäern, welche mit dem Doctor Emin-Bay aus Vadeloi nach dem See Albert-Nyanza gekommen sind, befindet sich der Doctor Vita Chassan, egyp» tischer Militärarzt, Israelit ans Alexandrien, welcher viel Muth und Hingabe während der acht Jahre Gefangenschaft und der unaufhörlichen Kämpfe gegen die Horden des Mahdi erwies. Der Dr. Junker hat ihm angeboten, mit ihm zusammen nach Zanzibar zu reisen, um den Gefahren der Lage zu entgehen; aber der Dr. Vita hat vorgezogen, auf seinem Posten auszuharren, um die armen eghptischen Soldaten zu pflegen, welche die Armeen des Mahdi bekämpfen. — (Emin Bay, der in Afrika so großartig gewirkt hat, heißt mit seinem Familiennamen Schnitzler, und stammt von jüdischen Eltern aus einer schlesischen Stadt. Redaction der Allg. Ztg. d. I.) eton. den stärkeren zu überwinden und dann das ganze Land unter seine Füße zu bekominen. Nur durch die Zwietracht der Parteien in eurer Mitte gelang es uns im letzten Kampfe, auch Euch zu unterwerfen, und wenn Du, wie ich es glaube, mit der Geschichte Deines Volkes bekannt bist, so weißt Du, daß der Bruderzwist Eurer Fürsten dem Pompejus die Gelegenheit gab, in Euer Land einzudringen und Palästina zu einer römischen Provinz zu machen. Nein, nicht Wissenschaft und Kunst, nicht Philosophie und Rhetorik, sondern rohe Gewalt und diplomatische Schlauheit haben den Völkern und besonders uns Römern die Herrschaft über Länder und Meere verschafft. Aber Gewalt und Schlauheit sind nicht die Mittel, um die Erkenntniß des Höheren zu erlangen, sind nicht die Wege, auf welchen der Mensch dem sittlich Großen und Guten zuzuschrciten vermag. Ihr Hebräer aber lebtet viele Jahrhunderte allein mit der Natur, mit ihr aufs Nächste verbunden, angewiesen, ihr die Geheimnisse abzulauschen, um sie zu Eurem Vortheile zu verwenden, nicht zerstreut durch die Händel der Welt, durch das Verlangen nach den Schätzen dieser Erde, durch Prunk und Zerstreunngen, von den Sitten der Väter nicht abgelenkt, frei von Leidenschaften und Ausschweifungen. So erhielt sich in Euch die Weisheit der Väter, vermehrt durch weiteren Erwerb in jedem nachfolgenden Geschlechte. Du kannst es selbst sehen in dieser Stadt: was ist aus den Nachkommen jener glän-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.