Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 51 (1887)
- Issue
- Heft 11 (17.3.1887)
- Date
- 1887-03-17
- Page
- Seite 172 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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172 rüstiger 82er, war itt der Nacht unerwartet entschlafen. — Aus Wien wird gemeldet: In Damboritz (Mähren) starb vor einigen Tagen Frau Fanni Jellinek im Alter von 103 Jahren. Sie hinterließ 5 Kinder, 23 Enkel, 60 Urenkel und 5 Ururenkel. Der am 6. Februar d. I. in Padua verstorbene Enr. Luzzatto Dina hinterließ verschiedenen Wohlthätigkeitsanstalten 400,000 Lire. — In dem großen Tempel in Livorno wird eine neue Orgel errichtet. — Ans Altofen (Ungarn) wird uns geschrieben: Das hiesige Oberrabbinat soll wieder besetzt werden. Von den sechs Rabbinern, welche Probepredigten gehalten haben, wurde Herr vr. Julius Klein, gegenwärtig Rabbiner in Szigetvar, für die erledigte Stelle als einziger Candidat ausgestellt. Turek, (Rußland) 20. Febr. (Literarische Notizen.) "qq.N-„ Jllustrirtcs hebräisches Jahrbuch, III. Jahrgang für das Jahr 5647 , herausgegeben von N. Sokolow, Redacteur des hebräischen Tageblattes „Hazefirah" in Warschau (S. 030. gr. 8. Selbstverlag). Dieses historisch-literarische Jahrbuch ist bereits ans dem jüdisch-wissenschaftlichen Gebiete durch seine beiden Vorgänger in rühmlichster Weise bekannt, und der eben erschienene dritte Jahrgang zeichnet sich wieder durch die Fülle und Gediegenheit, wie durch die Mannigfaltigkeit seines Inhalts, als auch nicht minder durch seine geschmackvolle Ausstattung aus. Neben den Portraits berühmter zeitgenössischer und früherer Celebritäten, wie I. L. Gordon, H. Rabinowitz, A. B. Gottlober, Moses Mendelssohn, Lebenssohn, Herz Weisel u.- A. m. folgen ihre Biographien. Freunde der jüdischen Wissenschaft und der hebräischen Sprache werden hier gewiß an den belehrend wissenschaftlichen Artikeln und gelehrten Notizen von hervorragenden Männern auf den betreffenden Gebieten, wie Prof. Dr. Kaufmann, vr. Oppenheim, vr. Mandelkern, I. Reifmann, vr. Güdemann, Schur, Zweifel, Gottlober, Slonimski, vr. S. Bernfeld, vr. I. Frenkel, vr. Malunowski, Rakowski, Scherechewski und anderen, und besonders an den Artikeln nvjiä’nn mornm v«; ’nü an von I. H. Weiß, □'N'q'j Vix Tip von vr. M. Güdemann, ■MD'* ncDnz inti’B'i von M. Rabbinowitz und einer Uebersetzung vr. Jellinek's Broschüre „der jüd. Stamm in nichtjüd. Sprichwörtern" von Wechsler, die auch auf ein größeres Publikum rechnen dürfen, viel Freude finden. Recht reichhaltig ist noch der belletristische Theil, der mit einer vollständigen, vortrefflich gelungenen Uebersetzung Ihrer Novelle: Spanien und Jerusalem*) von Sch. Dicker (S. 481—564)**) eröffnet wird. Es ist zu wünschen, daß auch der diesjährige treffliche, inhaltreiche Almanach die weiteste Verbreitung finden möge. Die Abonnenten obigen Sammelwerkes erhielten noch als Prämie die von der „besonderen Commission zur Verbreitung der Kenntniß der hebräischen Sprache und ihrer Literatur" des „Vereins zur Verbreitung allgemeiner Bildung unter den Juden Rußlands zu Petersburg", soeben herausgegebene Broschüre in neuhebräischer Sprache "^oion,,, redigirt von vr. L. Kantor (Druck v. I. Goldmann, Warschau, S. 142, 8), welche für die jüdische Wissenschaft, außer den gelehrten Beiträgen der Herren vr. Kantor und vr. Katzenelssohn, noch die musterhaften Uebersetzungen der griechischen „Sibyllinen" mit reichen Noten von dem Lexieographen und Grammatiker O. Steinberg in Wilna, und der Heineschen Dichtung „Jehuda Halevi", von dem ebenso als talentvoller neuhebräischer Dichter wie als Ingenieur bekannten S. Luri in Petersburg enthält, die zu den besten Leistungen gehören, welche die bezeichnete Literatur in de» letzten Jahren aufzuweisen hat. Das Jahrbuch „Haassif" ist für 4 Mark! und der „Hameassef" für 2 Mark inet. Porto von der Redaetiou des Jahrbuches zu beziehen. Von vr. L. Kantor, Redaeteur des „Hajom" zu Petersburg, ist in diesen Tagen das erste Heft (Januar 1887, S. 84. gr. 8.) seiner neuen hebräischen Monatsschrift "qs.> erschienen, welches außer den Artikeln von Baron D. Günzburg, vr. A. Harkavt) und D. Frischmann Uebersetzungen des englischen „Daniel Deronda" und „Grätz Geschichte der Juden" 8. Theil mit neuen Noten vom Verfasser enthält. — Wir wünschen dem ebenso interessanten wie gediegenen neuen Journal aus vollem Herzen den besten Erfolg. Moses Feinkind. *) Ich füge zugleich die Mittheilung hinzu, daß diese interessante Erzählung auch in einer polnischen Uebersetzung unter dem Titel: „Hiszpanja i Jerozolima" schon vor ea. 20 Jahren erschienen (Druck v. F. Baumritter, Warschau 1867, S. 84, 8.)- Der Uebersetzer wird nicht angegeben. — M. F. **) Seite 484 Z. l, wird irrthümlich das Jahr 144b statt 1145 angegeben. M. F. Jeuilleion. Von der Vererbung. i lich sittlicher Fehler und Mängel statt. Diese sucht Jeder-! mann ängstlich vor den Anderen zu verbergen und bei sich Viele Menschen gefallen sich im Selbstanklagen oder | selbst zu entschuldigen, zu rechtfertigen. Dies thut der Selbst- Selbstbcklagen. Am wenigsten findet dies allerdings Hinsicht-! erkenntniß und Besserung großen Schaden; aber an sich ist