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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-01-18 · Heft 3 (18.1.1887) · p. Seite 37

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 3 (18.1.1887)
Date
1887-01-18
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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37 genug ist, verfaßt (wer es verfaßt hat, weiß ich nicht, da der Vorakt fehlt) und den Juden die Auswahl überlassen. Den Behörden aber sollte es als Anhaltspunkt dienen, um etwaigen Täuschungen zu entgehen. Der Curiosität halber lassen wir das Verzeichniß der Namen folgen: Männernamen: Abadias, Abel, Abdiel, Abdon, Absolon, Abias, Abiram, Abadon, Abraham, Achitophel, Adam, Alexander, Aminadab, Ananias, Andreas, Angelus, Ariel, Amon, Aron. Balthasar, Barnabas, Bartholomeus, Baer, Beerman, Benedikt, Benesch, Benjamin, Bernard Damian, Dan, Daniel, Darius, David. Eleasar, Elias, Elisäus, Emanuel, Enos, Efraim, Ezechias, Ezechiel. Falkman, Friedman. Gabriel, Gideon, Gottlieb, Gutman. Habakuk, Hebron, Heilman, Henoch, Herschman. Jacob, Jafet, Jason, Jeremias, Joachim, Johannes, Job, Jonas, Jonathan, Joram, Josafat, Josef, Josias, Josua, Jesaias, Jsak, Jsmael, Israel, Juda. Kabriel (?) Koppelman. Leser, Lazar, Lewi, Liebermau, Lippman, Löw, Lucas. Mathes, Mathias, Manasses, Marcus, Methusalem, Michael, Mose. Nebucadnosor, Nathan, Nathaniel, Nehemias, Naftali, Nicanor, Noa. Ochasias (!) Osia. Paul, Philipp. Rafael. Salomon, Samson, Samuel, Seligman, Sem, Seth, Simon, Sisra, Serubabel. Thadäus, Thomas, Tobias. Veit. Wolf. Zebulun, Zacharias, Zachäus. Weibernamen: Abigail, Agate, Agnes, Amalia, Anna, Aspasia, Athalia, Barbara, Cäcilic, Clara, Demuth, Dorothea, Elisabeth, Esther, Eva, Johanna, Jphigenia, Judith, Julie, Lea, Libussca, Lucic, Magdalena, Maria, Martha, Nicolaja, Paula, Rebecka, Rachel, Regina, Rosa, Rosel, Rosalia, Sara, Semiramis, Sibylla.') 1) Wie aus diesem Namensvcrzeichnisse hervorgeht, gab es unter den Frauennamen eine weit größere Zahl nichtjüdischer Naincn als dies bei den Männern der Fall war. Dieses Berhältniß scheint auch früher bestanden zu haben. Wir veröffentlichten im 2. Heft der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" S. 177 einen Artikel: „Berzeichniß der Prager Juden, ihrer Frauen, Kinder und Dienstboten im Jahre 1848". Unter den Männernamen finden sich zwei nichtjüdische: Leo und Lucas und ein czechischer Vlk---Wolf. Unter den Frauennamen jedoch befinden sich folgende: Anna, Dorothea, Libussca, Marianne, Matrona, Regina, Tyni, Viktoria, und zwei czechische Dobra (— die Gute, Gitel, Buonaju nd Pilka, wel- Der mährisch-schlesische Landrabbiner Gerson Abraham wendete sich hierauf am 10. November 1787 an die Hofkanzlei mit folgenden Bitten: 1. Es möge gestattet werden Namen, „die im Deutschen nicht bekannt sind", wie Koppel, Elkan, Schendel (Bella), Jüttel beizubehalten. 2. Zunamen eines Ortes zu wählen. 3. In Particularbriefen hebräisch zu unterschreiben. Die erste und zweite Bitte wurden genehmigt; die dritte jedoch abgeschlagen. Die Behörden scheinen also damals Einsicht in die Privatcorrespondenz genommen zu haben, was allerdings zu jener Zeit nicht verboten war. Wie wir übrigens glauben, wurde dieses Moment nicht praktisch geübt, außer wenn es sich etwa um politische Dinge handelte, in welchem Falle man auch in späterer Zeit das Briefgeheimniß nicht respectirte. Hingegen wurde darauf gesehen, daß Urkunden , Contracte und dazu gehörte auch der Ehecontract (Kethuba) in deutscher Sprache verfaßt seien. Als im Jahre 1788 eine Trauung in Wien stattfand, bei welcher die Kethuba deutsch und hebräisch gelesen wurde, machte die Polizei die Anzeige hiervon und die Juden erhielten am 20. Juni 1788 neuerdings die Weisung, bei öffentlichen Handlungen nur die deutsche Sprache zu gebrauchen (vergl. mein: Die jüdischen Friedhöfe in Wien S. 19). Mehr Schwierigkeiten als die Vornamen verursachten die Zunamen und erschien 1802 die Verordnung, daß die Juden nicht die Beinamen hochadliger Geschlechter (Lichtenstein, Schwarzenberg rc.) annehmen. Mehr jedoch als Gesetz und Verordnung, die, was die Vornamen betrifft, nie zur Geltung kamen (es haben sich Juden weder Nebuchadnosor, noch Jordan oder Hebron genannt), hat das praktische Leben gewirkt. Was Galizien betrifft, so steht allerdings ein großer Theil der Juden daselbst bis auf den heutigen Tag außerhalb der Strömung der Zeit und des Lebens. Berlin, 4. Januar. Der deutsche Kronprinz über Gewissensfreiheit und Duldung. Es ist in diesem Blatte bereits über die Rede kurz berichtet worden, welche der deutsche Kronprinz in der Freimaurerloge „Zum treuen Herzen" in Straßburg am 12. Sept. v. I. gehalten hat. Die hohe Stellung des Redners und die ebenso nachdrückliche wie klare Sprache machen es wohl zum Bedürfniß, etwas Ausführlicheres darüber zu vernehmen. Wir erhalten hierüber folgende Correspondenz aus Berlin: ches bedeutet die Säge. In diesem Verzeichnisse kommt auch der biblische Name Tamar vor, der jetzt meines Wissens nicht üblich ist.

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