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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-01-11 · Heft 2 (11.1.1887) · p. Seite 22

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 2 (11.1.1887)
Date
1887-01-11
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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22 ren ist dadurch besiegelt. Gewiß wird die weitere Forschung noch manches Interessante aufsinden. Aber noch Eines wird durch die Vergleichung jener Inschriften auf's Vollständigste klar gemacht, nämlich der tiefgehende Gegensatz zwischen den Israeliten und allen übrigen Nationen in religiöser Beziehung: der Monotheismus der Israeliten und der Polytheismus und die Götzenbildnerei aller anderen Völker. Auch Cyrus war durchaus Polytheist. Diejenigen unserer Leser, welche noch mehr Details kennen zu lernen wünschen, müssen wir auf das ebenso belehrende wie anziehende Buch selbst verweisen. — Deutschland. Bonn, 2. Januar. (Privatmitth.) Der Schluß des 50. Jahrganges der „A. Z. d. I." ist nicht ohne Beachtung vorübergegangen. Das seltene Vorkommniß, daß ein und derselbe Rcdacteur diese Zeitschrift begründete und ein halbes Jahrhundert hindurch leitete, und daß sie während dieser Zeit in einem und demselben Verlage erschien, war immerhin bemerkenswerth. Wir haben nun vor allem dem hochwürdige» Rabbinat der Gemeinde zu Berlin, den Herren vvr. Ungerleider, Frankl und Maybaum, sowie dem Vorstande des Verbandes deutscher Rabbincn, den Herren vvr. Joel, Ungerleider, Bamberger, Frankl, Gutmann, Rahmer, Schwarz, Vogelstein und Werner, für die herzlichen Worte des Glückwunsches und der Anerkennung zu danken, die sie an uns gerichtet haben. Der Ausschuß des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes beehrte uns mit einer inhaltlich ausgezeichneten und schön ausgestatteten Adresse, unterzeichnet von den Herren Geheimerath Or. Kristeller und Professor vr. Lazarus. Wir fühlen uns diesen hochwürdigen Körperschaften für diese Kundgebungen der Thcilnahme und Würdigung auf's Innigste verpflichtet. Ist in ihnen doch der Gedanke an die von uns gemeinsam vertretene heilige Sache der Religion, der Humanität, des Rechtes und der höheren Civilisation enthalten und bethätigt! Nicht mindere Befriedigung verschaffte uns eine Zuschrift des Verlegers dieser Zeitung, des Herrn vr. A. Baumgärtner, begleitet von einem vorzüglichen Prachtwerke zum Andenken, und dann die Ueberraschung, daß durch seine Anregung und Ausführung eine Geschichte dieser Zeitung aus dem verflossenen halben Jahrhundert, aus einer namhaften Feder geflossen, als Beilage zu No. 1 des neuen Jahrgangs gegeben wurde. Wir hatten von derselben keine Ahnung, bevor wir sie gedruckt vor Augen hatten. Wir bemerken dies ausdrücklich, um etwaigen Mißverständnissen vorzubeugen. Fünfzig Jahre standen wir mit dieser Verlagshandlung in enger Verbindung, und gingen aus derselben zahlreiche Schriften hervor, aber während dieses langen Zeitraumes kam zwischen Verleger und Autor niemals auch nur die geringste Differenz j vor, sondern von beiden Seiten wurde stets das Bestreben! bethätigt, die übernommenen Pflichten zu erfüllen. Wir glauben, unsere Leser werden es zu würdigen verstehen, welche Befriedigung in dem Rückblick auf ein solches Verhältniß liegt. Der Rcdacteur vr. Ludwig Philippson. Berlin, 29. Dezember. (Privatmitth.) Gestatten Sie mir, nachträglich ans die Chanukkafeier einen Blick zu werfen, wie sie sich hier insbesondere für die ärmere Klasse unserer jüdischen Bevölkerung immer mehr gestaltet. Es versteht sich, daß in einer Gemeinde von mehr als 60,000 Seelen die Dinge zu einem immer größeren Maßstabe heranwachsen. In diesem Jahre bildete sich ein Ausschuß von 12 Damen, darunter die Frauen der hiesigen drei Rabbiner Ungerleider, Frankl und Maybaum, um den armen Kindern eine Chanukkafeier zu bereiten. Sie sammelten zunächst Beiträge an Geld, Stoffen und anderen geeigneten Gegenständen, und sahen bald über 10,000 Mark und einen reichen Borrath an wollenen, ja seidenen Stoffen von bester Qualität in ihren Händen. Dann suchten sie die Kinder unbegüterter Familien heraus und vertheilten sie unter sich in Gruppen von 60 bis 80. So wurden über 800 Kinder an der Feier betheiligt, ihnen das Fest erklärt und reiche Geschenke gespendet. Gewiß werden die edlen Damen von dem schönen Erfolge ihrer Bemühungen sich ermuntert fühlen, dieselben in den folgenden Jahren fortzusetzen. Es lag nahe, daß man die Bekleidungsgegenstände insbesondere von jüdischen Handwerkern anfertigen ließ, um auch diesen zum Feste einen Verdienst zu beschaffen. Es ergab sich dabei, wie groß die Anzahl der jüdischen Handwerker in Berlin jetzt ist, da z. B. die Schuhe von ca. 120 jüdischen Schuhmachern geliefert wurden, und zwar waren die gelieferten Sachen auf's Beste und sogar Eleganteste gearbeitet. — Zu welchen Mitteln die Antisemiten greisen müssen, um sich nur etwas über Wasser zu halten, ersieht man aus folgendem Berichte der „Freis. Z.": In der unter der Ueberschrift „Diskret" versandten „Antisemitischen Korrespondenz" erklärt Max Liebermann von Sonnenberg denjenigen für einen Schurken, „welcher sein Exemplar jedesmal Herrn Eugen Richter aushändigt". In der betreffenden

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