Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 53 (1889)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1889)
- Date
- 1889-12-26
- Page
- Seite 816 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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816 berit, durchschnitten von Zfyälexn mit sandigem Mergel, wohl geeignet für Getreide- und Weinbau. Hier befinden sich die drei jüdischen Colonien. Sie haben die Namen Bereinigung, Carmel und Rosenhain erhalten und bilden ein großes Dreieck, dessen Enden bis zu den Städten von Vineland, Milleville und Bridgcton reichen. Um die zuerst gekommenen vierzig Familien haben sich neue Familien gruppirt, ungefähr sechzig an der Zahl, die aus Rußland oder anderen Theileu der Vereinigten Staaten gekommen, so daß die Totalsumme der auf diesen drei Colonien lebenden Colonisten sich ungefähr auf Tausend beläuft. Tie ersten, für die Gründung der Colonie nöthigen Fonds waren von den Israeliten New-Iork's geliefert worden. . Später, als die Anzahl der Colonisten sich vermehrte, reichten diese Hilfsmittel nicht mehr aus und es wurde ein Comito in Philadelphia gebildet, um neue Fonds zu sammeln und sich mit allen Details zu beschäftigen , welche die Colonisten betreffen. Der Secretär dieses Comite's besuchte oft die Colonien und verhalt durch die mit Intelligenz vertheilten Unterstützungen den Colonisten, die ersten Jahre, welche die schwierigsten sind, ohne zu viele. Leiden durchzukommen. Im Winter, während die Ackerbauarbeiten unterbrochen wurden, verschaffte man den Emigranten Arbeit in beit Tabakmanufacturen, in den Hemdenfabriken u. s. w., schließlich suchte man durch alle möglichen Mittel sie zu ermuthigen und zu unterstützen. Eine Colonisation erfordert große Mittel. Das Comite von Philadelphia wandte sich an europäische Gesellschaften, welche für die russischen Juden Fonds gesammelt hatten. Ihre Anfragen wurden sehr gut ausgenommen, l'Alliance israölile, das Mansion- House-Committee sandten ihnen bedeutende Unterstützungen, welche ihm gestatteten, die Colonisation zu erweitern, gekaufte Länder zu bezahlen, Häuser zu bauen. Die Colonie Vereinigung zählt jetzt eine Bevölkerung von ungefähr 500 Personen in 32 getrennten Häusern und nimmt 1,300 Acres Land ein, wovon 700 in voller Cultur stehen. Sie besitzt ein Postbureau, zwei Synagogen, welche gleichzeitig Schulhäuser sind, und eine Bibliothek; sie hält einen Arzt und zwei Lehrer. Sie hat mehr als 6000 Obstbäume gepflanzt und verspricht die Baumzucht im großen Maße zu entwickeln. Die Colonie Carmel liegt ungefähr sieben Meilen östlich van Bridgeton und fünf Meilen nordwestlich von Milleville. Diese Colonie verdankt hauptsächlich ihren Ursprung den persönlichen Bemühungen des verstorbenen Michael Heilprin, dessen Wissen und Gelehrsamkeit sehr merkwürdig waren, der sich aber besonders durch seine seltene Hingabe für seine unglücklichen Glaubensgenossen und besonders für die russischen Auswanderer auszeichnete. Im Jahre 1882 etablirte Herr Heilprin, unterstützt von einer Anzahl seiner Freunde in New-Iork, darunter die Herren Jacob Schiff, Jeffe Seligmann und der verstorbene Julius Hallgarten, eine Anzahl russischer Auswanderer auf den Ländereien, welche Herrn W. H. Miller gehörten, dem jetzigen Vorsteher des Postbureaus von Carmel. Diese Ländereien waren früher von den deutschen Auswanderern, die Herr Miller hergeführt hatte, eingenommen gewesen, diese hatten sie aber schnell wieder verlassen, um nach Philadelphia zurückzukehren. Von den siebzehn, in Carmel durch H. Heilprin etablirten Familien ertrugen einige nicht die so harte Prüfung der zwei ersten Jahre, aber sie wurden schnell von geeigneteren Colonisten, die zuletzt herübergckommen waren, ersetzt. Der plötzliche Tod von Michael Heilprin beraubte bald die Colonisten ihrer Hauptstütze. Mau mußte Rath schaffen. Man gab ihnen zunächst zur Ernährung von der Ernte der Colonie Vereinigung, und um die moralische Entmuthigung zu verhindern, welche das Elend zur Folge hat, wurde ein neuer Aufruf an die europäischen Israeliten von Rev. Dr. Morais erlassen. Der Baron von Hirsch antwortete darauf durch eine Sendung von 5000 Dollars, welche unter den bedürftigsten Colonisten vertheilt werden sollten. Diese Hilfe genügte, dank der richtigen Vertheilung seitens des Comito's von Philadelphia, dem H. Moses Klein die beste Hilfe zu Theil werden ließ, und hewe kommt die Colonie ganz ohne Unterstützung aus. Für diejenigen, die sich von den Schwierigkeiten jeder Art Rechenschaft geben, welchen ein solches Unternehmen begegnet, ist dieses Resultat ein sehr befriedigendes. Carmel zählt jetzt 300 Emigranten auf einer Ausdehnung von 848 Acres Land, wovon 300 in voller Cultur stehen. Man sindet dort ein Postbureau, eine Synagogen-Schule, eine Bibliothek. Einen Arzt hat sie noch nicht. Rosenhain zählt ungefähr 1000 Einwohner, von denen 270 eingewanderte russische Emigranten sind. Es ist eine alte Colonie, und die israelitischen Colonisten haben fast alle ihre Ländereien mit ihren eigenen Mitteln erworben. Sie besitzen 1912 Acres Land, wovon 300 in voller Cultur stehen. Ganz merkwürdig ist die Schnelligkeit, mit welcher die junge Generation die Sprache, die Sitten, die Art zu denken dieses Landes annimm!. Es scheint sogar, daß die ethnologischen Charaktereigeuthümlichkeiten der Race sich unter dem Einfluß der Luft und Erde von New-Jerjey verwischen, und Knaben wie Mädchen von zehn Jahren, welche erst seit vier oder fünf Jahren hier sind, verrathen ihren Ursprung nicht mehr, nicht durch die leiseste Spur fremden Accentes. Am 23. October kamen ungefähr 70 Colonisten der Vereinigung, welche den erforderlichen Termin von fünf Jahren der Ansiedelung in der Republik erreicht hatten, bei dem Gerichtshof von Salem (New Jersey) um die Scheine