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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-12-19 · Heft 51 (19.12.1889) · p. Seite 803

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 51 (19.12.1889)
Date
1889-12-19
Page
Seite 803 (sequence 7)
Language
German
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803 seinem Christenthum nicht zweifeln lassen, noch dazu, da er in einem früheren Roman portugiesische Juden zu seinen Helden erwählt hatte. Wofür wir Ebers dankbar sind, ist. daß er Moses gänzlich im Hintergründe läßt und es so nicht versucht, diesen großen Genius mit seinen Malerfarben zu übertünchen. — % cituu ncj O'wa-cfj zicfj tm. Deutschland. Berlin, 8. Dec. Der Ausfall bei der am 28. Nov. stattgefundenen Wahl der Hälfte der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde, bei welcher 2803 Stimmen abgegeben wurden, bedeutet den vollständigen Sieg des Centralvereins zur Vorbereitung der Repräsentantenwahlen. Man erwartet, daß nunmehr die von den Wählern dringend geforderte Aenderung des veralteten Wahlsystems, zu welcher die bisherige Vertretung sich nicht entschließen konnte, ernstlich ins Werk gesetzt werden wird. Die dieses Mal ungewöhnlich schnelle Zählung der Stimmen war nur dadurch möglich geworden, daß der Gemeindevorstand der dringenden Forderung des Centralvereins nachgegeben und 5 Locale zur Abnahme der Wahlzettel in den verschiedenen Stadttheilen eingerichtet hat. Straßburg i. E., 4. Dcc. Nach einer auf amtlichen Erhebungen beruhenden Statistik befinden sich gegenwärtig in Elsaß-Lothringen 35 höhere Schulen mit einer Schülerzahl von 8967. Davon sind 4097 Katholiken. 3972 Protestanten und 898 Israeliten, also 10 Procent. Vor 5 Jahren, am 1. November 1884, waren es im Ganzen 8499 und zwar 3718 Katholiken, 3942 Protestanten und 839 Israeliten gewesen. Es haben also in diesen 5 Jahren die Katholiken um 397, die Protestanten nur um 30, und die Israeliten um 59 zugenommen, und während damals die protestantischen Schüler der höheren Schulen 224 mehr als die Katholiken gewesen waren, haben die letzteren gegenwärtig um 125 die Mehrzahl. Gnesen, 6. December. Man schreibt von hier: „Unsere Stadt hatte gestern Gelegenheit, einem ihrer ausgezeichnetsten Bürger, dem Herrn Beigeordneten Wollenberg, für dessen 25jährige umsichtige, hingebende und uneigennützige Thäligkeit im Dienste der Commune den wohlverdienten Dank abzuflatten. Herrn Wollenberg, welcher 25 Jahre hindurch als Stadtverordneter, Stadtrath und jetzt als Beigeordneter der städtischen Verwaltung angehört, ist ein hervorragender Antheil an allen jenen Einrichtungen zuzuschreiben, welche das kräftige Emporblühen der Stadt und des Gemeinwesens zur Folge hatten. Gern haben deshalb Magistrat und Stadtverordnete die Gelegenheit wahrgenommen, dem verdienten Jubilar in feierlicher Form, durch eine Deputation, Dank und Glückwunsch darzubringen und zugleich als sichtbares Zeichen der allgemeinen Anerkennung einen kostbaren silbernen Tafelaufsatz Namens der Stadt zu überreichen. Auch andere Vertretungen und Vereine haben es sich nicht nehmen lassen, dem Jubilar ihre Dankbarkeit an diesem Tage zu bethätigen. So erschienen die Borstandsdamen des israelitischen Frauenvereins, dessen Curator der Herr Jubilar seit Bestehen des Vereines ist und überreichten ein Album mit Ansichten der Stadt Gnesen. Die Vertreter der israelitischen Gemeinde, deren erster Vorsteher der Jubilar gleichfalls seit vielen Jahren ist, erschienen unter Führung des Herrn Rabbiner Dr. Ehrenfeld, welcher, in gehaltvoller Rede, die Verdienste des Herrn Jubilars hervorhebend, eine kunstvoll gearbeitete Adresse übergab. Hieran reihten sich Deputationen anderer Vereine und der Gemeinde-Lehrer. Abends veranstalteten die Vertreter der Stadt zu Ehren des Jubilars im Hotel de l'Europe ein solennes Festessen, welches unter all' gemeiner Betheiligung einen glänzenden Verlauf nahm und durch das geschmackvolle Arrangement dem hierzu gewählten Comits alle Ehre machte. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch recht lange in voller Kraft seines Amtes zum Besten der Stadt Zu walten!" Bochum, 10. Dcc. (Privatmitth.) Die Zeitungen und auch dieses Blatt meldete jüngst wieder von Beschlüssen der Antisemiten, um hier und in Essen ihre Führer in j den nächsten Reichstag zu bringen. Würden eben die Zeij tungen nicht davon sprechen, so würde kein Mensch diese j Dinge beachten. Fürwahr, in unserem Lande haben wir j jetzt so schwer lastende Zustände, so viele Besorgniß erregende Vorgänge, daß man sich mit den Gaukeleien der Antisemiten nicht weiter beschäftigt. Der wieder ausgebrochene Streit zwischen den Bergwerksbesitzern und den Bergarbeitern und die Tyeuerung der Lebensmittel, welche letztere allmählich auf Gewerbe und Handel stockend einwirkt, nehmen Allen die Lust, sich noch mit den kindischen Rodemontaden der Antisemiten zu beschäftigen. Leipzig, 8. December. (Eingesandt.) Mißtrauen sucht und findet nur zu leicht bei den einfachsten, natürlichsten Handlungen und Vorkommnissen unlautere Motive, welche es dann nicht selten als betrübende Thatsachen der ahnungslosen Mitwelt aufzutischen beliebt. Sollte es aber nicht mehr als solch krankhaft gesteigertes Mißtrauen, sollte es nicht vielmehr Böswilligkeit sein, wenn in der jüngsten Nummer

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