Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 53 (1889)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1889)
- Date
- 1889-11-14
- Page
- Seite 730 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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730 R^Wsua ben Chananja einen Haken und wollte ihn nach unten (in die Wand) schlagen-), er ging aber nicht hinein, dann schlug er ihn nach oben, da ging er hinein. Er sprach: So kann ihm auch seine Lebensgefährtin (wörtlich: die Tochter seines Gestirnes, die mit ihm unter demselben Stern geboren ist) bestimmt worden sein?) (Darauf richteten sie folgende Frage an ihn:) Wird ein Mann, welcher (seinem Nächsten) Geld geliehen, aber es von ihm nicht wiederbezahlt erhält, ihm abermals leihen (und nicht vorsichtig durch das erste Mal gemacht sein)? Der Rabbi antwortete: Ein Mann ging auf eine Wiese (Wald), schnitt (ein Bündel) Binsen ab, vermochte es aber nicht auf seine Schulter zu heben. Da schnitt er noch mehr Binsen ab und legte sie darauf und wartete (mit dem Fortschaffen), bis ihm einer beistand und es ihm in die Höhe hob?) Darauf sprachen sie zu ihm: Nun sage uns etwas Lügenhaftes. Er antwortete ihnen: Wir hatten ein Maulthier, welches ein Junges gebar, an dessen Hals man eine Schuldverschreibung (Urkunde) hing, aus welcher geschrieben stand: Der und der ist meinem Vater- Hause 100,000 Sus schuldig. Sie sprachen zu ihnl: Statut denn ein Maulthier gebären? Er sprach zu ihnen: Das sind eben lügenhafte Dinge. Ferner fragten sie ihn: Wenn das Salz übelriechend (schlecht) wird, wodurch soll man es salzen (wodurch stellt man es wieder her)? Er antwortete: Durch die Nachgeburt eines Maulthieres. Darauf sie: Hat denn das Maulthier eine Nachgeburt? Darauf er: Wird denn das Salz übelriechend? (Weiter richteten sie an ihn die Forderung:) Bau uns ein Haus in die Luft der Welt!'') Er sprach den Schem (Gottesnamen)(i), erhob sich und schwebte zwischen Himmel und Erde und rief: Reicht mir Ziegeln und Lehm von da. Sie sprachen: Wer kann ihm das dahin reichen? j Darauf er: Wer kann ein Haus zwischen Himmel und Erde j bauen? Wieder fragten sie ihn: Wo ist der Mittelpunkt ber | Welt? Da richtete er seinen Finger ernpor und sprach: Hier^ ist er. Da sprachen sie zu ihm: Wer kann das sagen (wie! kannst Du das behaupten)? Er sprach: Bringt Seile und! messet. Ferner sprachen sie zu ihm: Wir haben auf der! Wiese einen Brunnen, bringe ihn uns herein! Da holte er Kleie und warf sie vor ihnen mit den Worten hin:. Drehet mir Stricke aus Kleie, so will ich ihn Euch hereinbringen. Darauf sie: Wer kann Stricke aus Kleie drehen? Darauf er: Wer kann einen Brunnen, der auf der Wiese ist, hereinbringen? Ferner richteten sie an ihn die Frage: Wir haben 2) In einen Ort, wo die Wand kein Loch hat. 3) So kann sich diesem auch die treffen, die ihm durch sein Horoskop bestimmt ist. Sinn: Was das erste Mal nicht gelingt, das kann das zweite Mal gelingen. 4) So verhält es sich auch mit dein Gläubiger, bei der ersten geringen Schuld wandte er nicht die nöthige Hilfe an, bei der zweiten Schuld dagegen wird er gewiß die Hilfe Anderer in Anspruch nehmen. 5) In den Weltraum. 6) D. i. das Tetragramm. zerbrochene Mühlsteine, nähe sie zusammen. Er brach ein Stück davon ab, warf es vor sie hin und sprach: Drehet mir Zwirn (Fäden) daraus, so will ich sie zusammennähen. Sie sprachen: Wer kann Zwirn aus einem Mühlsteine drehen? Darauf er: Wer kann denn Mühlsteine zusammennähen? Endlich fragten sie ihn: Womit mäht man eine Ebene, auf der Messer wachsen? Er antwortete: Mit Eselshörnern. Darauf sie: Hat denn der Esel Hörner? Darauf er: Giebt es denn eine Ebene mit Messern? Nun brachten sie ihm zwei Eier und sprachen zu ihm: Welches Ei ist von einer weißen und welches ist von einer schwarzen Henne? Da legte er ihnen zwei Käse vor und sprach: Welcher ist von einer weißen und welcher von einer schwarzen Ziege? Darauf sprachen sie zu ihm: Wenn ein Küchlein im Ei (in seiner Schale) stirbt, wo ist sein Geist herausgefahren? Er antwortete: Da, wo er hineingekommen ist. Weiter sprachen sie zu ihm: Zeige uns ein Geräth, was nicht den Schaden werth ist, den es verursacht? Bringet mir eine Bastdecke, versetzte er, und breitet sie aus. Sie ging aber nicht durch die Thüre. Da sprach er: Bringet eine Hacke und reißet (die Wände) ein. Da habt ihr ein Geräth, welches nicht so viel werth ist, als es Schaden verursacht. (Nach Beendigung der Discussion) ließ er jeden einzelnen auf sein Schiff kommen. Als jeder die 60 Polster (Kissen zum Sitzen) sah, glaubte er, daß seine Genossen dahin kommen würden. Darauf sprach er zu dem Capitän: Löse Dein Schiff (und fahre ab). Aus Vorsicht aber nahm er etwas Erde von ihrer Erde mit. Als er an jenen Strudel kam^), standen da drei Statuen, die eine hielt ihre Hand an den Kopf, die andere führte sie zum Herzen und die dritte zeigte mit ihrer Hand rückwärts. Da nahm er einen Krug Wasser aus dem Strudel mit. Als er sie (die Weisen) nun vor den Kaiser brachte, sah dieser, daß sie niedergeschlagen waren, da sprach er zu ihm: Das finb doch nicht dieselben (die Weisen des Athenäums)? Da nahm der Rabbi etwas von ihrer Erde und warf sie auf dieselben, da ergingen sie sich in harten Worten vor dem Kaiser (sie benahmen sich trotzig). Darauf sprach der Kaiser zu ihm: Verfahre (thue) mit ihnen, wie es Dir beliebt. Da ließ der Rabbi das Wasser holen, welches er aus dem Strudel mitgebracht hatte und schüttete es in ein Faß. Darauf sprach er zu ihnen: Füllet es, wenn es geschehen ist, so könnt ihr wieder (in Euer Land) gehen. Sie füllten, was sie aber zuerst hineiugoffen, wurde zuerst verschlungen. Sie füllten es so lange, bis ihre Schultern absielen (auseinander gingen) und sie aufgerieben wurden (starben). 7) Eig. An einen Ort der Verschlingung, Charybdis. Aach Raschi: In dem Ocean, in welchem alle Wasser, welche sich iu ihn ergießen, verschlungen werden.