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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-09-19 · Heft 38 (19.9.1889) · p. Seite 602

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 38 (19.9.1889)
Date
1889-09-19
Page
Seite 602 (sequence 14)
Language
German
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602 Lieg auf einem Lumpensack. — Aber dort auch Nagt der Kummer, Scheucht des armen Reichen Schlummer . . . Müde ist mein Fuß vom Laufen, Freudig schlafe drum ich ein. Und sein Weibchen, Welch' ein Täubchen! An dem Kleide Sammt und Seide! Wer belog mich? Wer betrog mich? Mein Weib häßlich wie die Nacht! Doch Gedanken Ruhlos wandern, Denn die Schöne Scherzt mit andern. . . Komm ich heim zu meinem Zelte, Ach! — mein Weib ist immer da! Er hat Söhne, Herrlich schöne. Welche strahlen Gleich Opalen. Und ich Sünder! Dreizehn Kinder Mich umspielen schwarz gleich mir. Doch sie schänden Seinen Namen, Hohle Köpfe! Bilderrahmen! Meine Brust füllt sich mit Wonne, Meine Kinder Kinder sind. Hüben drüben Wohlthat üben, Ja, das sollt' er, Hat doch Gold er! Auch ich möchte! Wer mir's brächte! Doch vom Nichts verschenkt man Nichts. Kommt ein Bettler, Wird er stiller: Geben ist nicht, Nehmen will er! Ich darf preisen meinen Schöpfer, Denn mein Wunsch ist bald erfüllt. Freunde hat er, Viel Berather, Treu sie scheinen Sich zu einen. Wir sind heiter Mitarbeiter Die Collegen von der Zunft. — Doch sein Geld nur Jene lieben; Naht das Unheil, Sie zerstieben. Ob ich strauchle, ob ich falle: Meine Freunde harren aus. Millionen Bei ihm wohnen, Wenig giebt er, Doch viel liebt er! Bei mir — höret! — Jst's verkehret: Geb' viel aus, treib' wenig ein. Arm er bleibt, weil Nie zufrieden; Heißt „Herr Knauser", Geizt hinieden! Ich bin reich und ich bin glücklich, Denn ein wenig mir genügt. Himmelswonnen Ihm zerronnen, Weil auf Erden Nicht Beschwerden! Wo ich stehe: Schmerz und Wehe, Qual und Jammer bis zum Grab! Doch — Verderben! — Seht ihn beben! Muß einst sterben Und will leben! Bettler bin ich, drum ich harre, Und ich fürchte nicht den Tod. — (Übersetzt von Ad. Blumenthal. Vermischtes. , Die Juden im Peloponnes und in Sicilien. j Im Peloponnes (Morea), dieser südlichen Halbinsel! Griechenlands, wohnt jetzt kein einziger Jude. Anders war!es im Mittelalter, wo Benjamin von Tudela (reiste von 11159—1173) in vielen griechischen Städten blühende jüdische j Gemeinden fand, deren Familienzahl er anführt. Im Pelo-

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