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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-09-19 · Heft 38 (19.9.1889) · p. Seite 600

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 38 (19.9.1889)
Date
1889-09-19
Page
Seite 600 (sequence 12)
Language
German
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600 diesem Jahrbuche sind zwei sich einander ergänzende Arbeiten über die Volksliteratur der Juden und den jüdisch-deutschen Dialect, welche die Herren M. Schwarzfeld, den Redacteur des Jahrbuchs, und den zum Professor an einem Gymnasium in Bukarest ernannten Dr. Lazar Saineanu zu Verfassern haben. Ersterer schildert auch in einem größeren Artikel die gegenwärtige Lage der Juden in Rumänien, W. Schwarzfeld behandelt die jüdischen Unterrichtsanstalten in Jassy und der fleißige vr. C. Lippe in Jassy beschäftigt sich mit der Fortdauer der Seele nach dem Tode nach Bibel und Talmud. Auf Lippe's jüngst erschienenes Buch „Das Evangelium Matthäi vor dem Forum der Bibel und des Talmud (Jassy 1889)" kommen wir demnächst zurück. In dem rumänischen Jahrbuch finden sich noch Artikel von vr. Gaster in London, einige Novellen und Verschiedenes. — Die Arbeit „The Elohistic and Jehovistic Proper Names of Men and Women in the Bible“ von Revd. A. Löwy, welche zuerst in einer biblisch-archäologisch englischen Zeitschrift erschien, liegt uns als besonderes Schriftchen vor (London 1889) und machen wir auf dasselbe gern aufmerksam; es bietet zu weiteren Forschungen auf diesem Gebiete manche Anregung. vr. Kayserling. I e u i i l c f o u. -leuhebraische Gedichte. (Schluß.) „Ach, sie ziehen!" Ich, ich kenne nicht den Zweifel, Meine Hand, sie bleibt mir treu, Abraham B. Lebensohm Geb. 1789 in Wilna, gest. 1874 das. Einer der bedeutendsten unter den neueren hebräischen Poeten. Der rlng« Bettler. Warum — saget! — Jener raget Reich im Streben, Reich im Leben? Und ich Neider Arm bin leider, Nur das Elend ist mein Loos! Doch er zittert, Nichts ihn freuet, Denn sein Gut ist Weit zerstreuet. — Mich beschleicht nicht Furcht noch Bangen, Meine Mühsal bleibt bei mir! Er hat Knechte, Echte, rechte, Seiner Güter Mehrer, Hüter! Ich, ich weine, Bin alleine. Nur die Hand mir Sclave ist. Doch er zaget. Daß sie fliehen, Stets er klaget: Seine Tische: Braten, Fische Und die süßen Leckerbissen! Meine Brocken, Ach, so trocken! Knapp mein Brot ist und so alt! Doch welch' Wirrwarr Ihm im Magen! Kann die Speisen Nicht vertragen . . . Ich dagegen schnell verdaue, Ein Gang leichter sich verdaut. Auf den Becher Schaut der Zecher, Trinkt auch „Echtes" Und nicht schlechtes! Soll ich klagen? Leer mein Magen! — Wein und Becher kenn' ich nicht. Doch das Trinken Läßt ihn kranken; Fehlt der Tropfen, Will er wanken — So kann niemals krank ich werden: Wasser ist mein Lebenssaft. Stolz mit Blicken! Feist sein Rücken!

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