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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-08-15 · Heft 33 (15.8.1889) · p. Seite 518

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 33 (15.8.1889)
Date
1889-08-15
Page
Seite 518 (sequence 10)
Language
German
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518 erfreulichen, vielversprechenden Aufschwung genommen; die jüdische Schule nimmt allmählich auch in dieser Gegend in der öffentlichen Anerkennung den Rang und die Stellung ein, welche ihr die Kultur eingeräumt hat. Freilich versuchen es manche jüdische Gemeinden des Zempliner Komitats auch jetzt noch, ihre gewohnten Manöver fortzusetzen, und, trotz Gesetz und ministerieller Erlässe, jedes Jahr ein paar Lehrerfamilien brodlos zu machen. Solchen Gelüsten tritt aber der wackere königliche Schulinspektor mit Energie entgegen und mehrere Lehrer verdanken ihm die Wiedereinsetzung in! ihr Amt. So geschah es jetzt auch in Homonna, wo bie! jüdische Gemeinde dem Lehrer kündigte und ohne alle Umstände einen neuen Konkurs ausschrieb. Aber dank der Initiative des Herrn Schulinspektors wird diese Angelegenheit schon in der nächsten Sitzung des Verwaltungs-Ausschusses verhandelt und der Lehrer hoffentlich als definitiv angestellt erklärt werden. Aus Ungarn, im August. Von einem wackeren Priester, der die Worte der Nächstenliebe, die er predigt, auch in Thaten einzuprägen versteht, wird aus Doruvar in Ungarn berichtet. Im dortigen Hotel Slavonia, welches einer Wittwe israelitischer Religion, Frau Schrenger, gehört, brach vor wenigen Tagen plötzlich Feuer aus. Das ganze Hotel drohte ein Schutthaufen zu werden. Die fremden Insassen flüchteten und brachten ihr Gepäck in Sicherheit. Als die Feuerwehr Signal gab, ging gerade der katholische Caplan Herr Pava Androlies aus der Kirche. Er nahm rasch seine Kappe ab und vertauschte sie mit dem Feuerwehrhelm. So erschien der edle Priester im Ornat und Feuerwehrhelm als einer der Ersten auf der Brandstätte und arbeitete an der Pumpe aus Leibeskräften. Dem Beispiele des wackeren Caplans folgten auch die übrigen braven Feuerwehrmänner, so daß der Brand bald gelöscht werden könnte. Belgien. Antwerpen, 2. August. (Privatmitth.) Die hiesige israelitische Gemeinde beabsichtigt eine neue Synagoge zu bauen. Außer den zu diesem Zwecke, nämlich zum Ankäufe eines Grundstückes und zu den Kosten des Baues bereits vorhandenen Mitteln, sind noch ca. 120,000 Frcs. nothwendig. Durch ein Circular erläßt die Gemeinde die Aufforderung, Obligationen bis zur gedachten Höhe zu zeichnen, welche mit 90 auf 100 ausgegeben, mit 4pCt. verzinst und in 41 Jahren nach Verloosung im Nominalwerthe zurückgezahlt werden sollen. Der Zinsbetrag wird in das jährliche Gemeindebudget, welches nach dem Gesetze von der Stadt und der Provinz approbirt, eingestellt. Unter diesen Bedingungen wird die Zeichnung der geforderten Summe bald erfolgt sein. Rußland. Petersburg, 4. August. Eine neue Verordnung über das Aufenthaltsrecht der Juden ist, den „Mosk. Wed." zufolge, am 26. Juli vom Moskauer General-Gouverneur der Moskauer Polizei in einem Tagesbefehl zugängig gemacht worden, dem zufolge auf Grund eines Befehls des dirigirenden Senats diejenigen Juden, welche außerhalb des den Juden zum beständigen Wohnort angewiesenen Rayons verzeichnet sind, das Recht genießen, ihren Aufenthalt im ganzen Reiche zu wählen. Türkei. Konstantinopel, im Juli. Ueber die Aufnahme des neuen Gesandten Nordamerikas bei dem türkischen Hofe, des Herrn Salomon Hirsch, wird berichtet, daß der Groß-Vezir folgende Worte an ihn gerichtet habe: „Sie kommen aus einem freien Staate, wo man einen Religionsunterschied nicht kennt. Wir heißen Sie als Vertreter dieses großen Staates willkommen; aber ich kann Ihnen meine Freude nicht verbergen, zu sehen, daß abermals ein Sohn Israels zu einem so hohen Posten berufen worden. Wir haben Ihre Glaubensgenossen in unserem eigenen Lande kennen und achten gelernt, welchem sie mit Hingebung dienen, und Ihr Vorgänger, der auch Ihr Glaubensgenosse war, hat während seines kurzen Aufenthalts unter uns vollkommen unsere Freundschaft und Achtung erworben, so daß wir seine Abreise bedauern müßten, wären wir nicht sicher, daß ihm sein Nachfolger an Sympathie und Hochschätzung in Nichts nachstehe." Inner-Asien. Buchara, im Juli. (Privatmitth.) Vor Kurzem berichteten die Zeitungen, daß der Kaiser von Rußland einen Ukas erlassen habe, in welchem er eine gerechte und humane Behandlung der Juden in den Khanaten Kiwa und Buchara befahl. Es wird um so mehr interessiren, eine Schilderung der Juden in Buchara aus der Feder des kais. russ. Staatsraths Dr. Heyfelder in Buchara zu lesen, die wir Petermann's Geographischen Mittheilungen 1889, Heft VII, entnehme». Sie lautet: Die Juden haben das Gepräge ihrer Rasse wie überall in der ganzen Welt. Sie participiren an dem blühenden Aussehn der arischen Bevölkerung und unterscheiden sich weniger von der morgenländischen Umgebung als von der westländischen; sie erscheinen offenbar in der kleidsamen und ihrem Typus adäquaten orientalischen Tracht vortheilhafter als in der europäischen. Ihnen sind eigenthümlich längliche Gesichlsform, scharfe, gebogene Nasen, dunkle Augen, starker

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