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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-08-08 · Heft 32 (8.8.1889) · p. Seite 503

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 32 (8.8.1889)
Date
1889-08-08
Page
Seite 503 (sequence 11)
Language
German
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503 Giovanni de Paoly angegeben, nach dessen Person, da mehrere der sich geschädigt fühlenden Gemeindevorsteher die Strafanzeige erstattet haben, bereits unsere Quästur Nachforschungen eingeleitet hat. Frankreich. Paris, 28. Juli. Eine Petition aus Algier an die Deputirtenkammer forderte, daß die eingeborenen Israeliten Algeriens zu den Hilfsleistungen der öffentlichen Armenpflege zugelassen werden. Diese Forderung ist in fast allen civilikirten Staaten, daß nämlich die Juden, wie sie zu den örtlichen Steuern beitragen, auch des Genusses der öffentlichen Armenpflege theilhaftig seien, wie selbstverständlich längst erfüllt. Die Untersuchungscommission der Deputirtenkammer hat diese Petition dem Minister des Innern übersandt. — Der Stadtrath von Paris läßt auf das Haus, wo Crsmieux gestorben ist, eine Inschrift setzen, deren Text jetzt festgestellt ist. Bonn, 4. August. (Notizen.) Aus Paris wird berichtet, daß die Jury der Weltausstellung dem großen holländischen MalerJosef Israel eine Ehrenmedaille zuerkannt hat. — Wie wir hören, wird am 28. August er. der Rabbiner Prof. Heidenheim in Sondershausen seine goldene Hochzeit feiern. Den vielen Freunden und Schülern des verdienstvollen Seelsorgers und Lehrers wird es angenehm sein, diese Mittheilung zu empfangen. I e u i l1 e t o n. Nürnberg, 22. Juli. Die Leichenfeier FranKenbnrger's. (Aus dem Frank. Curier.) „Ach, wir haben — einen braven Mai.n begraben, und uns war er mehr" — mit diesen Klageworten im Herzen werden gestern Vormittag die vielen Hunderte unserer Mitbürger und unserer Gesinnungsgenossen vom kranzumhüllten Grabeshügel Frankenburger's weggegangen sein. Eine so imposante Trauerkundgebung sah man noch selten in unfern Friedhöfen — kaum vermochte der israelitische Gottesacker die Menge der Leidtragenden von hier und auswärts zu fassen. Von Fürth, Erlangen, Schwabach, Roth, Neustadt, Altdorf, Lauf, Herskruck, Wassertrüdingen, Würzburg re. waren Vertreter freisinniger Vereine und Bürger herbeigeeilt, um dem gefallenen Kämpfer und Führer die letzten Ehren zu erweisen. Die hiesigen städtischen Behörden und Collegien, an der Spitze die beiden Herren Bürgermeister, die Richter, Staatsanwälte und Advocaten waren vollzählig erschienen, als Vertreter des kgl. Bezirksamts Hr. Regierungsrath Gareis, und auch die sonstigen Behörden und öffentlichen Stellen waren zahlreich vertreten. Alle Schichten der Bevölkerung betheiligten sich am Leichenconduct. Von auswärtigen jetzigen und früheren Abgeordneten nennen wir die HH. Bachmann von Kitzingen, Böhm von Altdorf, Geiger von München, Gunzenhäuser von Fürth, Jegel von Wendelstein, Krebs von Wassertrüdingen, Lampert von Ippesheim, Dr. v. Schauß von München. Würzburg war durch den früheren Abg. Commerzienrath Holzwarth und Rechtsanwalt vr. Stern vertreten. Zahlreiche andere Abgeordnete hatten sich, zumeist weil auf Erholungsreisen befindlich, entschuldigen lassen. Zahllos waren! die Kranzspenden, welche zumeist mit Ansprachen am Sarge niedergelegt wurden; von den übrigen nennen wir die der freisinnigen Genossen von Stein und vom Freisinnigen Verein zu Plauen. Schon eine Stunde vor Beginn der Beerdigungsfeierlichkeit war das Grab dicht umstellt, so daß nur sehr schwer durchznkommen war. Hr. Rabbiner vr. Ziemlich hielt folgende Grabrede: „Hochgeehrte Trauerversammlung! Es ist eine schwere Trauer, die an dieser Bahre, an der Bahre unseres Glaubensbruders, des Justizrath Wolf Frankenburger uns versammelt, es ist eine Trauer, die weit hinausreicht über den engen Kreis der Familie, der mit dem Tode des Verklärten die Krone gefallen ist vom Haupte, weit hinausreicht über unsere Glaubensgemeinde, die eines ihrer angesehensten und verehrtesten Mitglieder, ihren einstigen Vorsteher verloren, weit hinausleicht über die Grenzen unserer altehrwürdigen Stadt, deren Vertreter im Rathe der Stadt und des Landes er gewesen, es ist dies eine Trauer, die in weiten Kreisen des Vaterlandes einen schmerzlichen Widerhall findet. „Wenn ein weiser Mann stirbt — sagen unsere Alten —, dann erweitert sich sein Verwandtenkreis", denn ein echter Weiser ist ein echter Mensch, ihm fühlen sich alle Edeldenkenden seelenverwandt, sein Verlust geht ihnen nahe zu Herzen. Darum hat an dieser Bahre ein so weiter Trauerkreis sich gebildet, in welchem wir Männer verschiedenen Glaubens, Standes und Berufes erblicken, in welchem wir auch die Väter und Führer unserer Stadt, ihre Häupter und Behörden vertreten sehen; sie alle sind 12*

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