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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-07-04 · Heft 27 (4.7.1889) · p. Seite 424

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 27 (4.7.1889)
Date
1889-07-04
Page
Seite 424 (sequence 12)
Language
German
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424 Russe in seiner Trägheit. Er baut weder steinerne Häuser, noch richtet er Feuerwehren ein, noch geht er vorsichtiger mit dem Feuer um. Nitschewo!" Wir fügen hinzu: Man hat öfter gefragt, warum die Leute sich nicht versichern und dadurch dem Elend und dem Bettel entgehen würden? aber schwerlich möchten die Versicherungsgesellschaften in diesen Städten bei solcher Beschaffenheit der Baulichkeiten Versicherungen annehmen, oder doch gegen so hohe Prämien, daß dieses arme Volk sie nicht erschwingen könnte. Türkei. Konsiantinopel, 21. Juni. Herr Salomon Hirsch, der kürzlich als Vertreter der Vereinigten Staaten beim Sultan ernannte Gesandte, wird morgen mit dem Orientzuge hier eiutreffe». Sein Vorgänger, Herr Strauß, (bisheriger Gesandter, ebenfalls Israelit) der am Montag das Goldene Horn zu verlassen gedenkt, ist bereits vom Sultan in Abschiedsaudicnz empfangen worden. Bei dieser Gelegenheit hat ihm der Großherr T. L. 200 für die Berunglückten in Pennsylvanicu überreicht. (Bekanntlich findet bei dem Regierungsantritt eines neuen Präsidenten der nordamerikanischen Bereinigten Staaten ein Wechsel der Personen in der diplomatischen Vertretung statt. Deshalb geht Herr Strauß nach Amerika zurück und Herr Hirsch tritt an seine Stelle.) Bonn, 7. Juli. (Notizen.) Man schreibt uns aus Stuttgart vom 25. Juni: Anläßlich des heute stattgefundenen 25jährigen Regieruugsjubiläums Sr. Maj. des Königs Karl erhielt Kirchenrath Rabbiner vr. v. Wassermann die Krone zum Ehren Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone; der Privatier Ernst Pfeifer den Olgaorden und Oberkirchenvorsteher Alexander Pffaum hier den Titel eines Geheimen Commerzienrathes, Kaufmann Landauer in Gerabronn die landwirthschaftliche Medaille. Die Israelitische Oberkirchenbehörde überreichte eine kunstvoll gefertigte Adresse, ebenso die israelitischen Lehrer gemeinschaftlich mit den Lehrern anderer Confessionen des Landes. Sämmtliche Tagesblätter bringen Berichte über die gottesdienstliche Feier des vaterländischen Festes in den Synagogen. — Man schreibt uns aus Pest, d. 25. Juni. In der heutigen Sitzung der Rabbiner-Seminar-Commission wurde für die am hiesigen Rabbiner-Seminar vacante Professur für Talmud und biblische Exegese Hr. Di-. C. Blau, ein früherer Zögling des Seminars, mit großer Majorität gewählt. — Aus Groß-Becskerek wird geschrieben: In der Gemeinde Pade wurde der Grundbesitzer David Reiner, ein Israelit, einstimmig zum Richter gewählt. Pest, 10. Juni. (Literarische Notizen.) Im vorigen Jahre faßte Herr vr. Jmanuel Löw in Szegedin, wie auch in dieser Zeitung mitgetheilt wurde, den Entschluß, die im „Ben-Chananja" und anderen Zeitschriften zerstreuten Abhandlungen seines sel. Vaters zu sammeln und in 0 Bänden ä 30 Bogen herauszugeben. Der 1. Band der „Gesammelten Schriften von Leopold Löw" liegt nunmehr mit bibliographischen Zusätzen des Herausgebers in schöner Ausstattung vor (Szegedin, Alex. Baba, 1889). Wir beschränken uns darauf, von den 16 Abhandlungen, welche dieser 471 Seiten umfassende Band enthält, nur die größeren zu nennen: Die Lebensbetrachtung des Judenthums, Jüdische Dogmen, Die Aussprache des vierbuchstabigen Gottesnamens, Die Tradition, Geschichtliche Erläuterung der Wochen Daniels, Die große Synode. Jede dieser Abhandlung bildet ein kleines Buch. Man mag mit Löw's Ansichten übereinstimmen oder nicht, reiches Wissen und staunenswerthe Belesenheit muß ihm jeder zugestehen. Seine Arbeiten sind von bleibendem Werth und die „Gesammelten Schriften" werden die weiteste Verbreitung hoffentlich auch finden. — „iror 'o Grammatik der hebräischen Sprache von R. Joseph Kimchi" wurde von Hrn. Dr. Wilhelm Bacher auf Grund dreier von ihm benutzten Handschriften zum ersten Male herausgegeben. Diese Edition, welche unter diesjährigen Schriften der „M'kize Nirdamim" erschienen (Berlin 1888), schließt sich in ihrer gründlichen und sorgfältigen Bearbeitung den früheren Arbeiten des gelehrten Verfassers an. vr. Kayserling. I e u i l i e f o n. Erinnerungen aus der Selngerung von Metz 1870. Aon Hyppolite Levy. (Lchluß.) Eine Folge dieser Invasion war, daß eine große Menge Bewohner der umliegenden Ortschaften in unsere Stadt strömte und unsere bisherige Bevölkerung sich um das Doppelte dadurch vermehrte. — Unsere Glaubensgenosse» aus den Gemeinden der Vorstädte, welche ihren Heerd, ihr Besitzthum, ihre Existenzmittel aufgaben, waren nicht die einzigen, welche in unseren Mauern eine Zuflucht suchten; von allen Seiten kamen sie; ganze Gemeinden verpflanzten ihr

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