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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-05-16 · Heft 20 (16.5.1889) · p. Seite 310

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 20 (16.5.1889)
Date
1889-05-16
Page
Seite 310 (sequence 10)
Language
German
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310 mit der Widmung: „Zu Ehren und zum Andenken an den sel. verstorbenen Landammann Augustin Keller." Zürich u. Baden, im April 188V. H. Guggenheim, Fürsprech in Baden. Di*, jur. Hermann Guggenheim in Zürich. Adolf Guggenheim in Baden." „P. S. Beiträge sind beförderlichst an H. Guggenheim, Fürsprech, in Baden zu übermitteln. Ein Verzeichnis der verehrten Subscribenten wird denselben mit einem Rechnungsabschluß zugesandt werden." — Der Gedanke, die Emanzipationsrede Kellers wieder abdrucken zu lassen, war ein glücklicher, und wünschen wir, daß sie in recht Vieler Hände komme — es thut der Gegenwart noth. China. Hong-Kong, 20. December. Der Hong-Kong Telegraph enthält eine Notiz über die Juden in Ka^fong-Fu, der Haupte stadt der Provinz Honan, welche Mittheilungen die „^reb. i8r." wiedergeben. Seit mehr als einem Jahrhundert haben christliche Missionäre über die in einigen chinesischen Städten angesessenen Juden Berichte erstattet, die jedoch sehr mangelhaft waren. Die folgende Notiz aus dem angeführten Telegraph giebt ebenfalls nur geringfügigen Ausschluß. Da sie aber immerhin ein interessantes Bild von dortigen Zuständen giebt, stellen wir sie hierher. Mitte Mai 1888, so schreibt ihm ein Correspondent, besuchte ich die Stadt Ka'i'- fong Fu, die Hauptstadt der Provinz Honan, wo, wie man versichert, sich Juden seit mehreren Hundert Jahren befinden. In Begleitung von zwei Chinesen erreichte ich bei Einbruch der Nacht die östliche Vorstadt dieser Stadt, aber die Stadt' thore waren geschlossen. Am anderen Morgen mit der Morgen: öthe waren zwei von uns bereit, in die Stadt zu dringen und mit wenigen Schritten waren wir von der Herberge aus, wo wir die Nacht verbracht hatten, angekommen. Wir wollten eben langsamen Schrittes hineingehen, als wir auf einen Posten von Soldaten stießen, welche uns verboten, weiter zu gehen. Ich kehrte zur Herberge zurück und beauftragte den Tartaren, welcher mit mir war, Erkundigungen über die gegenwärtigen Verhältnisse der Juden des Ortes einzuziehen. Er kam zurück und berichtete, daß er bis zu der Straße gedrungen war, die in dieser Stadt und selbst in der Umgegend unter dem Namen der Straße der Tmdkin-Kiaio (oder der Secte, welche die Spannader ausschneibet) bekannt ist. Dies ist eine Straße, an deren Ende nach Osten die Ueberreste der Synagoge sich befinden. Denken Sie sich ein weites und schmutziges Terrain, in der Mitte ein Bau aus Steinen. Mein Abgesandter gebrauchte ein lange Zeit, um die chinesischen Buchstaben zu entziffern, welche auf dem Stein eingeschrieben sind. Man sprach ihm von einer Familie Namens Chao, die dieser Secte angehören soll; er führte sich bei ihr ein und setzte seine Nachforschungen fort; die Familie bestand aus einer alten Frau nebst einem Sohne und einer Schwiegertochter; ihr Haus lag ganz dicht neben dem Terrain der Synagoge, und wenn es überhaupt Leute gab, die einige bezügliche Auskunft geben konnten, so waren sie es. Und doch sprach die Frau vom Himmel wie von Gott. Von dieser Familie ging er zu einer anderen, Namens Kao, welche dicht neben einem Tempel, Zal King genannt, wohnte; der Mann trieb Handel mit künstlichen Blumen und war gerade vom Hause abwesend; die Frau war mittheilsam, ein Onkel war Rabbiner gewesen; man erzählte noch von zwei anderen Familien, die aber ein anderes Viertel bewohnten; aber er besuchte sie nicht, weil er fürchtete, daß eine zu lange Abwesenheit mich beunruhigen könne; aber er erfuhr nichts über die zehn jüdischen Studenten, welche die Protestanten vor ungefähr zwanzig Jahren nach Peking zu ihrer Ausbildung geführt hatten. — Auf diese Berichte, welche der Tartar erstattete, wäre ich gern selbst in die Stadt eingedrungen, um die wenigen dort zerstreuten Israeliten zu sehen oder sie zu bewegen, mich aufzusuchen; aber die Localbehörden drängten unseren Wirth, sich unserer zu entledigen, und da wir gern Unannehmlichkeiten vermeiden wollten, entschieden wir uns, nach Hongkong abzureisen, trotzdem wir nur oberflächliche Nachrichten über die Juden von Ka'i-fong-Fu erhalten hatten. Die alten Leute erinnerten sich, eine hübsche Synagoge dort gesehen zu haben und sprachen von einem der Angehörigen derselben, einem wohlhabenden Manne, der viel für sie gethan hatte, bis zu dem Tage, wo er durch ein Uebertreten des gelben Flusses ruinirt worden. Aber es ist mir unmöglich, daran zu denken, nach dieser Stadt zurückzukehren. Ich versuchte, durch ein anderes Thor hineinzukommen, aber ich wurde ebenso abgewiesen und man zeigte mir einen Erlaß, daß an jedem der fünf Thore der Stadt mein Name und mein Signalement eingeschrieben sei, um jeden offenen oder heimlichen Versuch einzudringen, zu vereiteln. Afrika. Johannesburg (Transvaal), 6. April. (Privatmitth.) Seit 18 Monaten haben die hiesigen Israeliten, die sich bereits auf tausend Seelen belaufen, eine Gemeinde konstituirt, eine Chevrah kadischah gebildet und den Bau einer prachtvollen Synagoge begonnen und vollendet. Sie wählte sich Rev. Harris, der bereits seit 18 Jahren das Rabbineramt

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