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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-05-02 · Heft 18 (2.5.1889) · p. Seite 281

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 18 (2.5.1889)
Date
1889-05-02
Page
Seite 281 (sequence 13)
Language
German
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Feuilleton. Die Jude» in der Lukowma. Vom anthropologischen Standpunkte. (Schluß.) Da es für die anthropologische Wissenschaft von hohem Werth ist, den physischen Habitus nahe bei einander wohnender Volksgruppen vergleichend zu überschauen, so lassen wir weiter unten eine von vr. Weisbach verfaßte Charakteristik der Bukowinaer Rumänen, Ruthenen und Juden folgen und wollen nun nur noch bemerken, daß Major Himmel vurch Versendung ethnographischer Fragebogen auch ein sehr reiches, hochinteressantes Material gesammelt hat, das die Kenntniß von Land und Leuten der Bukowina gewiß wesentlich fördern wird. Unter den dem Major Himmel eingesandten, zumeist sehr eingehenden Arbeiten befindet sich auch ein mustergiltiges Memoire des Dr. Eisler, das die aus der Zips stammenden deutschen Colonisten behandelt. Es wird vielleicht spater Gelegenheit gegeben sein, besonders interessante Ergebnisse der ethnographischen Enquete im „Pester Lloyd" zu besprechen. Wir schließen nun mit dem den „Mittheilungen der anthropologischen Gesellschaft zu Wien" entnommenen Haupt refume I)r. Weisbach's, das die Resultate des Himmelscheu Werkes in eine kurze Reihe markanter Sätze zusammenfaßt: „Rumänen (1673 Mm. und 66.6 Kg.) und Ruthenen (1670 Mm., 66.7 Kg.) sind von fast gleicher Größe und gleichem Körpergewichte, die Juden (1657 Mm.) kleiner und Männer (15 pCt.), mehr unter den Ruthenen (37 pCt.), die meisten (43 pCt.) mit dunkler Haut aber bei den Rumänen Vorkommen. Der absolute Umfang des Kopfes ist bei allen dreien fast gleich (557 Mm. Ruthenen, Rumänen, 558 Mm. Inden), wird aber relativ zur Körperlänge bei den Juden (337) etwas größer, als bei den anderen (333). Wenn auch die Länge (Rumänen, Ruthenen 182 Mm., Juden 185 Mm.) nur sehr wenig, die Breite des Kopfes (Ruthenen 153 Mm., Juden 156 Mm., Rumänen 157 Mm.) etwas mehr difierirt, reiht der Läugenbreiten-Jndex (841 Ruthenen, 813 Juden, 863 Rumänen) doch alle drei Völker zu den Brachykephalen ein, bloß mit dem Unterschiede, daß die Rumänen mehr brachykephal als die einander hierin gleichen Juden und Ruthenen sind. Die Gesichtshöhe ist bei allen fast gleich (179 — 181 Mm.), trotzdem aber die Stirne (65 Mm.) und das Obergesicht (119 Mm.) bei den Juden höher, das Untergesicht (67 Mm.) niedriger als bei den Uebrigen. An Jochbreite übertreffen Ruthenen und Rumänen (139 Mm.) die Juden (136 Mm.), an oberer (96 Mm.) und unterer Gesichtsbreite (109 Mm ) die Ruthenen die beiden anderen; nach dem Index (Gesichtshöhe: Jochbreite) haben die Rumänen (776) und Ruthenen (775) breitere Gesichter als die Juden (755), bei welch Letzteren dasselbe auch zwischen den Unterkieferwinkeln das schmälste ist. Die Juden zeichnen sich unter diesen drei Völkern durch in allen Dimensionen größere Nasen aus; Ruthenen und leichter (63.9 Kg.); die Ruthenen haben den langsamsten Puls (68), Rumänen und Juden einen gleich schnellen (72). Unter den Ruthenen finden sich die meisten Licht- (47.5 pCt.) und wenigsten Dunkelhaarigen (52.5 PCt.), unter den Juden die wenigsten Licht- (27 PCt.), aber die meisten Dunkelhaarigen (73 pCt.); die Rumänen (37.5 pCt. lichte, 62.5 pCt. dunkle) stehen zwischen beiden; alle drei Völker haben also das Gemeinsame, daß die Mehrzahl ihrer Männer dunkle Haare besitzen. Mit der Farbe der Augen verhält es sich etwas anders, da nur bei den Rumänen die dunklen, bei den Ruthenen und Juden aber die lichten Farben überwiegen, und zwar weisen die Juden die meisten Individuen mit lichten (58pCt.), die welligsten mit dunklen (42 pCt.), die Ruthenen etwas weniger mit lichten (56 pCt.) und mehr mit dunklen (44pCt.), endlich die Rumänen die wenigsten lichten (47.5 PCt.), aber die meisten dunklen Augen (52.5 pCt.) auf. Bei allen drei Völkern trifft man lichte Augen viel häufiger, als lichte Haare. Obgleich alle drei stets viel mehr Individuen mit lveißer Haut, als mit dunkler (gelblich bis bräunlich) aufweisen, ist es doch auffallend, daß unter den Juden die wenigsten Rumänen gleichen hierin einander vollkommen. Mit Rücksicht auf die Körperlänge und Jochbreite haben die Juden den größten, die Rumänen ben kleinsten Mund, die Juden läugere Ohren als die beiden anderen. Die Juden haben den längsten und dünnsten, die Rumänen den kürzesten und dicksten Hals; die Ruthenen stehen in der Mitte, jedoch den Letzteren viel näher. Die obere Brustapertur ist bei den Juden am längsten und am meisten geneigt (24°), bei den Ruthenen kürzer und am wenigsten geneigt (21°), bei den Rumänen am kürzesten (Neigungswinkel 230). Die Juden haben die relativ schmälsten Schultern (228), zugleich auch den engsten Thorax (883 Mm., relativ 531) mit dem kleinsten queren (270 Mm.) und geraden Durchmesser (202 Mm.), welche letztere bei den Ruthenen (278 Mm. und 204 Mm.) am größten sind; ebenso ist die Taille der Juden (773 Mm., relativ 466 Mm.), schmächtiger als jene der beiden anderen Völker. Die Ruthenen haben den längsten (646 Mm., relativ j 387 Mm.), die Juden (636 Mm., relativ 383 Mm.) den kürzesten Rumpf. i Alle drei besitzen ein Becken von nahezu gleicher Breite,

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