Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 53 (1889)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1889)
- Date
- 1889-04-25
- Page
- Seite 264 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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264 fittonen. Dr. Stebbins hielt das Schlußgebet. Nun wurde der Versammlung gestattet, an der Vorderseite des Altars das Schiff entlang zu gehen, um auf den hochverehrten Todten einen letzten Blick zu werfen. Der letzte Abschied der Kinder des verstorbenen Rabbiners von ihrem edlen Vater war herzzerreißend. Der Sarg wurde sodann nach dem Leichenwagen gebracht und der Leichenzug setzte sich nach dem Friedhofe in Bewegung. Ein Extrazug wartete, welcher die Traucrversammlung gleichfalls dorthin führte. Rev. M. S. Levi aus Oakland sprach die Gebete am Grabe, und als der Sarg hinabgesenkt wurde, hielt vr. Vorsänger das Schlußgebet und sprach dann den „Kaddisch" hebräisch, in welchen die ganze Gemeinde einstimmte. Die sterblichen Reste der vor 9 Jahren verstorbenen Gattin des Dr. E. Cohn waren gestern von dem alten Gottesacker abgeholt und im neuen beigesetzt worden, um einem kurz vor seinem Tode ausgesprochenen Wunsche des seligen Rabbiners zu genügen, der an der Seite seiner Frau ruhen wollte. Es wird ferner berichtet, daß die bedeutendsten jüdischen Geschäfte und Engros Häuser der Hauptstraßen geschlossen waren, und selbst bis in die fernsten Gäßchen sich die allgemeine Trauer kund that. Palästina. Jerusalem, 8. April. (Privatmitth.) Das hiesige jüdische Schulwesen, namentlich die Handwerkslehranstalt, nimmt unter dem energischen Patronat der Alliance isr. univ. den erfreulichsten Fortgang und verspricht für die Zukunft eine ausgezeichnete Wirksamkeit. So hat die -Allianz jüngst beschlossen, 12000 Francs für Anschaffung von Material für die Werkstätten und 134 000 Francs auf den Ankauf des Hauses Valero zu verwenden, um der Schule und namentlich den Werkstätten eine größere Entwickelung zu ermöglichen. Bonn, 24. April. (Notizen.) Man schreibt uns: In der schlesischen Stadt Militsch feierte vor vierzen Tagen Herr Lehrer emer. Herzberg seinen siebzigsten Geburtstag und wurden dem um seine Gemeinde wohlverdienten ehemaligen Beamten sowohl von Seiten des Gemeindevorstandes, der ihm ein Sparcassenbuch als Ehrengabe überreichte, als auch von einzelnen Familien ehrende Aufmerksamkeiten zu Theil. — Die vor Kurzem in London verstorbene Miß Anna Maria Goldsmid hat testamentarisch 3200 L.-St. (64,000 M.) zur Errichtung eines Seminars für jüdische Lehrerinnen, 1000 L.-St. (20,000 M.) für jüdische Taubstumme u. A. vermacht. Außerdem hat sie 3000 L.-St. dem Prediger der Londoner Reformgemeinde Prof. Marks, und 2000 L.-St. der Schulvorsteherin Miß Harris vermacht, welche letztere jedoch schon vor der Erblasserin verstorben war. — Man schreibt aus Colberg: Das jüdische Curhospital Hierselbst weiß durch seine segensreiche Entwickelung und strebsame Verwaltung in den weitesten Kreisen immer mehr Freunde und Gönner sich zu erwerben. Der bekannte Menschenfreund, Herr Ferdinand Reichenheim in Berlin, der durch die Stiftung des interconfessionellen Instituts „Mädchenheim" in Berlin sich einen Namen erworben hat, hat seine Gunst auch dem hiesigen jüdischen Curhospital zugewendet, indem er seinen edlen Namen durch die Stiftung eines Curbettes und Einzahlung eines Stiftungscapitals in Höhe von 3600 M. auch in dieser Anstalt verewigte. Derselbe hatte erst vor einem halben Jahre durch Zuwendung einer Schenkung von 300 M. in derselben Anstalt das Recht der „immerwährenden Mitgliedschaft" erworben. — Ein zweiter Wohlthäter, Herr Julius Schiff aus Berlin, hat ebenfalls in dieser Woche eine Schenkung von 300 M. demselben Curhospital gemacht und ist damit in die Reihe der „immerwährenden Mitglieder" eingetreten. — Schließlich ist dem jüdischen Curhospital auch noch in Folge eines Vermächtnisses des vor zwei Jahren verstorbenen Herrn Leo Gabriel in Berlin in dieser Woche ein Legat von 300 M. ausgezahlt worden. — Wir wünschen dieser gemeinnützigen Anstalt auch weiter Glück auf dem Wege seiner segensreichen Entwickelung. — Der emeretirte Rabbinatsverweser und Religionslehrer M. Mannheimer in Darmstadt, der auch den Lesern unserer Zeitung durch Aufsätze und Mittheilungen rühmlich bekannt ist, begeht am 11. Mai d. I. seinen 80sten Geburtstag. Derselbe hat sich als Schriftsteller durch ein Lehrbuch der israelitischen Religion, die Schriften: die Judenverfolgungen in Speyer, Worms und Mainz im Jahre 1096, der Mosaismus und das Egypterthum u. a. Verdienst erworben. Ieuille 1 on. Die Juden in der Bukowina?) Vom anthropologischen Standpunkte. Der Major H. Himmel wurde Ende 1887 von der! Czernowitz garnisonirte, seine Aufmerksamkeit den Hauptstämmen der Bukowinaer Bevölkerung, d. i. den Ruthenen, den Rumänen und den Inden zu widmen und anthropoloj gische Untersuchungen und Messungen zu unternehmen. Der anthropologischen Gesellschaft zu Wien ersucht, da er inj^ erfüllte diese Aufgabe mit der größten Sorgfalt und I) Nebenland von Galizien mit der Hauptstadt Czernowitz. gebrauchte hierzu aus dem Infanterieregiment Nr. 41 200