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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-04-11 · Heft 15 (11.4.1889) · p. Seite 232

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 15 (11.4.1889)
Date
1889-04-11
Page
Seite 232 (sequence 12)
Language
German
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232 Anzahl von Zöglingen ausgenommen und in guten Werkstätten untergebracht, die Zahl der Stipendien vermehrt und die Religionsschule mit einer Classe erweitert worden. Die Anzahl der Handwerkszöglinge betrug: zu Ende des Jahres 1887 138 im Laufe des Jahres 1888 wurden ausgenommen 99 Zusammen 237 Von diesen wurden im Jahre 1888 nach Beendigung ihrer Lehrzeit freigesprochen 31 vom Vereine entlassen 20 Mit Ende 1888 verblieben^M" Diese Daten beweisen, in welchem Maße die Wirksamkeit auf diesem Gebiete im abgelaufenen Jahre gesteigert wurde, und daß insbesondere die Anzahl der Handwerkszöglinge eine solche Höhe erlangt hat, welche seit dem Bestände dieses Vereins noch nie erreicht wurde. Von diesen Zöglingen sind 46 Schlosser, 25 Tischler, 22 Spengler, 16 Drechsler, 12 Mechaniker, 10 Buchbinder, je 9 Schriftsetzer und Goldarbeiter, je 8 Handschuhmacher und Metallgießer, 7 Täschner, je 6 Schildermaler und Schnürmacher, 5 Bildhauer, je 3 Buchdrucker, Porzellandrechsler und Porzellanmaler, je 2 Eisendrechsler, Faßbinder, Sattler, Uhrmacher und Wagner, je 1 Büchsenmacher, Bronzearbeiter, Glasmaler, Hutmacher, Korbflechter, Kupferschmied, Kürschner, Metalldrucker, Maurer, Zimmermann, Xylograph und Zinkograph. Dazu kommen noch 17 Stipendisten der Kunst-Industrie- und der Gewerbe-Mittelschule, 2 Oeconomiezöglinge und 1 Zögling der Winzerschule. Die Gesammtsumme der ordentlichen Ausgaben des Vereins beträgt nach Abrechnung der transitorischen und der im abgelaufenen Jahre vorgekommenen außerordentlichen Ausgabeposten, 7491 fl. 56 kr., von welchem Betrage auf die Bekleidung der Zöglinge, als dem bedeutendsten Posten 3289 fl. 67 kr. entfallen; ebenso bietet auch die Erhöhung der übrigen Ausgabeposten einen Beweis für die zunehmende Thätigkeit des Vereins. Das Gesammtvermögen des Vereins beträgt 46,566 fl. 43 kr. nach der Kirche zu begeben, aber unter der Bedingung, daß sie nicht in den israelitischen Tempel gingen. Man kann sich den Unwillen vorstellen, den diese Forderung in dem liberalen Lager hervorries. Die Journale brandmarkten das Vorgehen des Bischofs, der übrigens in Mantua als ein Fanatiker ersten Ranges bekannt ist; der Präfect erbat sich Instructionen vom Ministerium, das ihm antwortete, er solle sich von jeder Theilnahme am Gottesdienste beider Culte fern halten. Der Maire machte es besser. Wenn wir der „Gazzetta di Mantova" vom 13. d. Glauben schenken dürfen, die wir vor uns haben, hat er entschieden, sich nicht nach der Kathedrale zu begeben, aber dem israelitischen Gottesdienste beizuwohnen. Monseigneur Sarto, das ist der Name des intoleranten Prälaten, kann sich über seinen Triumph freuen! Großbritannien. London, Ende März. (Privatmitth.) Tie A. Z. d. I. hat stets ein dankbares Andenken den Männern gewidmet, welche im Kampfe um die Gleichberechtigung unserer Glaubensgenossen, um die Befreiung derselben aus ihren bisherigen Beschränkungen sich wesentliche Verdienste erworben haben. Zu diesen gehörte in England der in diesen Tagen im 78. Lebensjahre verstorbene John Bright, ein Volkstribun vom lautersten und humansten Charakter, der auch zwei Mal, wenn auch kurze Heit, im Ministerium gesessen. Er, welchem neben Cobden die Abschaffung der Getreidezölle zu verdanken ist und welcher in allen Stadien seines Lebens für die Erhaltung des Friedens eingetreten, hat auch eine ausgezeichnete Rede für die Emancipation der Juden im Unterhause gehalten und ganz entschieden zum Erfolge beigetragen. Gewissermaßen hat er selbst practisch den Eintritt von Juden in das Parlament eingeleitet. Denn als er zum ersten Male in das Unterhaus gewählt war, verweigerte er als Quäker den Eid, der die 39 Artikel der anglikanischen Kirche einschloß, zu leisten und wurde deshalb nicht zugelassen. Es ist derselbe Eid, der abgeschafft werden mußte, um Juden und Katholiken zu ermöglichen, die Schwelle des Parlamentes zu überschreiten. Italien. Turin, Ende März. Man berichtet den „Arch. isr.“ aus Mantua Folgendes: In Mantua ist es Sitte, den 14. März, den Geburtstag des Königs Humbert, nicht nur durch militärische Revues und Illuminationen wie in anderen Städten zu feiern, sondern auch durch Gottesdienst. Die Behörden wohnten dem Ts Osrrm in der Kathedrale bei, dann gingen sie in die Synagoge. In diesem Jahre hatte der Erzbischof einen seltsamen Einfall. Er schrieb an den Präfecten und ersuchte ihn, sich mit den anderen Behörden Japan, Aus Japan, im März. Dieses merkwürdige Land im Nordosten Asiens, bis vor Kurzem wie sein Nachbarstaat China für alle Fremden abgeschlossen, hat sich unter seinem jetzigen Herrscher der europäischen Cultur mit Riesenschritten genähert. Namentlich ist es deutsche Wissenschaft, die sich in Japan heimisch gemacht und das größte Vertrauen erworben hat. Aber der gegenwärtige Mikado Mutsuhito ist weiter gegangen: er hat am II. Febr. d. I. unter großartigen Feier-

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