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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-07-14 · Heft 7 (14.7.1889) · p. Seite 107

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 7 (14.7.1889)
Date
1889-07-14
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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107 Italien. Rom, im Februar. Der bekannte Orientalist Professor Ascoli wurde vom Könige zum Senator ernannt. Serbien. Belgrad, 1. Febr. (Privatmitth.) Tie serbische Regierung hat beschlossen, für die jüdischen Gemeinden des Landes ein Consistorium zu errichten, und hat der Unterrichtsminister die desfallsigen Vorarbeiten bereits begonnen. Ich werde bald in der Lage sein, Ihnen Näheres darüber mitzutheilen. Rumänien. Bukarest, 6. Februar. Blahremberg brachte heute den Antrag ein, den früheren Ministerpräsidenten Bratiano in Anklagestand zu versetzen. Also wieder ein schmählicher Antisemit auf der Anklagebank! Bonn, 10. Febr. (Notizen.) Aus Frankfurt a. M. wird berichtet: Der Verein zur Speisung armer jüdischer Reisender an Sabbathen und Festtagen hielt am 28. ds. eine außerordentliche Generalversammlung. Die von der Commission ausgearbeiteten neuen Statuten wurden genehmigt, in den Vorstand die Herren Adolf Dann, Israel Kirchheim, Michael Katzenstein, B. Nußbaum und Jacob Ettlinger gewählt und drei Revisoren ernannt. — Man schreibt uns aus Hoya, vom 10. Januar. Die Feier der goldenen Hochzeit des Färbermeisters Herrn E- D. Elias mit seiner Frau hat gestern unter außerordentlich starker Theilnahme stattgefunden. Zu dem Feste waren schon am Dienstag von auswärts sehr viele Verwandte des Jubelpaares eingetroffen. Es sind nicht weniger als 90 telegraphische Depeschen, über 250 Briefe und Karten und eine große Anzahl zum Theil sehr kostbarer Geschenke eingegangen. Nachmittags um 3 Uhr fand die Einsegnung des Jubelpaares im Guenin'schen Locale statt. Dieselbe wurde von dem zu diesem Zweck herübergekommenen Landrabbiner Herrn Dr. Gronemann aus Hannover vollzogen. Die Predigt desselben und die ganze würdevolle Feierlichkeit machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Am Nachmittag fand im Saale des Lindenhofs ein Familiendiner statt. Zum Abend waren die hiesigen Freunde des Jubelpaares zu einem Ball im Guönin'schen Saale geladen, etwa 150 Personen mochten anwesend gewesen sein. Am Tanze nahm das Jubelpaar lebhaftenAntheil. —In Paris verschied GrafNissim Cammendo im besten Mannesalter an einer Pneumonie. Derselbe stand mit seinem Bruder Abraham an der Spitze des großen Bankhauses, das sie von Constantinopel nach Paris verlegt hatten. In der Grabrede rühmte der Großrabbiner von Paris die Wohlthätigkeit des Verstorbenen. — In Halberstadt starb der Buchdruckereibesitzer Herrmann Meyer, der vor einigen Jahren sein 50jähriges Buchdruckerjubiläum gefeiert hat. Er hatte sich allgemeine Achtung erworben und ist auch durch die Herausgabe eines viel gelesenen jüdischen Volkskalenders bekannt. — Bonn, 30. Januar. (Literarische Notizen.) Je mehr in unserer Zeit auf weitere Bearbeitung der Halacha verzichtet wird, desto eifriger wendet man sich der Midrasch- Literatur zu. Man strebt nicht allein danach, die Texte möglichst correct zu stellen, sie von Neuem in besserer Gestalt zu ediren, sondern auch die Abfassungszeit und Abfasser zu eruiren, ja verloren gegangene Schriften dieser Literatur aus zerstreuten Citaten so weit herzustellen, daß man ihren besonderen Charakter zu erkennen vermöchte. Hierhin gehört auch die Arbeit des Herrn Dr. I. Lewy, welche dem diesmaligen Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau angefügt ist: „Ein Wort über die Mechilta des R. Simon," eine Arbeit, die sich ebenso durch Sachkenntuiß wie durch Scharfsinn auszeichnet. Der Verf. will den Nachweis führen, dsß die genannte Mechilta zum großen Theil im Sammelwerke Midrasch Haggadol enthalten ist, wodurch eine neue Quelle für ein besseres Verständniß des talmudischen Schriftthums erschlossen wird, so wie eine Vermuthung über die Schule, aus der sie stammt, aufstellen. — „Der Mikrokosmos, ein angeblich im 12. Jahrhundert von dem Cordubenser Josef ibn Zaddik verfaßtes philosophisches System, nach seiner Echtheit untersucht von Dr. Leopold Weinsberg. Breslau, Koebner, 1888." Einigen Autoritäten gegenüber weist der Verf. nach, daß die angeführte Schrift nicht einem Verf. aus dem 12. Jahrhundert, sondern aus dem 10. zuzuschreiben sei. Tie Frage hat für die Geschichte der Religionsphilosophie und deren Entwickelung einige Wichtigkeit. Daß bei dieser Untersuchung sich über die in den beiden Jahrhunderten herrschenden Ansichten viele Bemerkungen, ja Aufklärungen einstellen mußten, läßt sich voraussetzen. Der Verf. benutzt diese Gelegenheit auch in rechteni Maße und wird dabei von einer tüchtigen Belesenheit unterstützt. — „Elia Levita und seine Leistungen als Grammatiker. Bon Dr. I. Levi. Breslau, Schottländer, 1888." Der von jüdischen Gelehrten kurz Rabbi Elia Bachur, von christlichen Elia Levita genannte verdienstvolle Grammatiker, welcher der hebräischen Grammatik die bis jetzt innegehaltene und in reichem Maße weiter geführte Gestalt gegeben (geb. in Neustadt a. d. Aisch am 13. Febr. 1469), ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Der Vers, läßt sich zuerst über das Leben und die Schriften Elia's aus, dann über dessen Bedeutung als Lehrer unter den Juden und unter den Christen, dann über seine Bedeutung als Grammatiker und über das grammatische System desselben. Hinzugefügt ist die Einleii*

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